Germania Dürwiß: Im Sportpark trainieren bald zwei Vereine

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. Vor drei Jahren wurde gemeinsam das 100-jährige Bestehen gefeiert, doch die Zukunft planen die Abteilungen getrennt: Der FC Germania Dürwiß wird sich in zwei Vereine aufteilen.

Derzeit werden die erforderlichen juristischen Voraussetzungen für die Spaltung geschaffen, über die dann letztlich die Mitglieder des größten Eschweiler Sportvereins entscheiden. So sind zwei zukünftige Vereine vorgesehen, die den Namen Germania tragen: Dem einen gehören die Fußballer an, dem anderen die Turner und Leichtathleten.

Schon Ende Mai deutete sich erstmals öffentlich an, dass es im Verein rumort. Der Auslöser war bei der Diskussion das Bestreben der Fußballer, einen Kunstrasenplatz auf der Anlage in Dürwiß zu bauen. In Eigenregie. Die Kosten liegen bei geschätzten über 325.000 Euro.

Um dies zu stemmen, war ein Förderverein vorgesehen: „Jedes Mitglied der Fußballabteilungen sollte sich beteiligen”, erläutert Abteilungsleiter Wolfgang Röber. Das finanzielle Risiko allerdings hätte der Gesamtverein tragen müssen. Der designierte Gesamt-Vorsitzende Christoph Contzen zog aus diesem Grund seine Kandidatur bei der Jahreshauptversammlung Ende Mai zurück.

Der alte Vorstand mit Franz Heinen an der Spitze und die Abteilungsleiter führten in den vergangenen Wochen die entscheidenden Gespräche hinter den Kulissen. Zunächst sollte eine neue Vereinsführung gefunden werden, schließlich einigte man sich im Interesse aller darauf, getrennte Wege zu gehen.

Der FC Germania Dürwiß zählt über 1200 Mitglieder, etwa 750 gehören der Leichtathletikabteilung und der Turnabteilung an. Er löste damit vor Jahren die ESG als mitgliederstärkster Verein an der Inde an. Die ESG ereilte das gleiche Schicksal wie jetzt die Germania, denn auch sie wurde in einzelne Vereine aufgeteilt. Allerdings gliederte sich die ESG in wesentlich mehr Abteilungen.

Unterschiedliche Ansprüche

Dennoch sind den unterschiedlichen Ansprüche der einzelnen Abteilungen nur schwer unter einem Dach gerecht zu werden. Diese Problematik holte der Disput um den Kunstrasenplatz ans Tageslicht. Von diesem profitieren lediglich die Fußballer.

Bereits bei der Jahreshauptversammlung hatte der Gesamt-Vorsitzende Franz Heinen deshalb die Möglichkeit erörtert, die Fußballabteilung auszugliedern, um das finanzielle Risiko für den Gesamtverein zu reduzieren. Im Mai wollte man noch nach einer anderen Lösung suchen, das Projekt Kunstrasen aber in jedem Fall auf Eis legen.

Sportlich läuft es bei den Germanen hingegen rund: Die Fußball-Senioren befinden sich mit ihrer 1. Mannschaft auf Platz 1 der Mittelrheinliga, die vielen Leichtathleten haben neben Dreispringer Thomas Vogel zahlreiche weitere erfolgreiche Akteure in ihren Reihen, und die Turnabteilung baut ihr Breitensportangebot kontinuierlich aus.

Vor allem die Gesundheitsförderung und Prävention hat in der Turnabteilung deutlich an Gewicht gewonnen und auch neue Mitglieder beschert. „Es ist noch zu früh, um detailliert sagen können, wie die zukünftige Arbeit aussieht”, sagt der 2. Vorsitzende des Gesamtvereins, Rainer Wick. Man werde in wenigen Wochen mehr wissen. Von einer Spaltung verspreche man sich auch steurliche Vorteile.

Juristen arbeiten in diesen Tagen die Satzung aus, wobei der Fußball-Abteilungsleiter Wolfgang Röber davon ausgeht, dass man zumindest für seinen Bereich keine starken Veränderungen benötigt. „Natürlich muss eine Inventarliste aufgestellt werden”, berichtet er. Damit sei man nun beschäftigt.

Auch die Trainingszeiten und die Nutzung der Büros und der Germanenstube im Vereinsheim des „Sportparks am See” müssen noch abgeklärt werden. Der Leiter der Fußball-Jugendabteilung, Frank Dickmeis, die mit Borussia Mönchengladbach kooperiert, will auch in der neuen Konstellation weitermachen.

Das letzte Wort haben natürlich die Mitglieder, die in einer Versammlung der Spaltung zustimmen müssen. Zuvor müssen jedoch alle juristischen Weichen gestellt sein. Auch das Eschweiler Amtsgericht muss der neuen Satzung letztlich zustimmen.

Das ehrgeizige Ziel, einen Kunstrasenplatz zur errichten, bleibt bei den Fußballern nach wie vor bestehen: „Wir werden uns zu gegebener Zeit mit der Stadt zusammensetzen”, betont Wolfgang Röber. Das Thema sei lediglich aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.
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