German Open Cup: Segelregatta auf dem Blausteinsee

Von: Tobias Röber
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Früh übt sich, wer mal Meist
Früh übt sich, wer mal Meister werden will. Der Segelnachwuchs zeigt in dieser Woche auf dem Blausteinsee sein Können. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. In diesen Tagen wird Eschweiler das eine oder andere Mal in einem Atemzug mit Miami genannt. „Schuld” daran ist der Segelklub Eschweiler See, der eine große Segelregatta ausrichtet, den German Open Cup.

Rekordverdächtig ist die bisherige Anmeldeanzahl von fast 50 Teilnehmern, die um die Titel U13, U15, Open und die Gesamtwertung (Overall) kämpfen werden. Von Freitag bis Sonntag sind bei entsprechenden Wind- und Wetterverhältnissen bis zu 16 Wettfahrten geplant. Und bei denen möchte der eine oder andere junge Segler noch Punkte für die Weltmeisterschaft sammeln. Die ist im kommenden Monat - richtig - in Miami.

Seit Montag segelt der Nachwuchs in Eschweiler, am Mittwoch steht ein erster kleinerer Wettbewerb an. Wolfgang Peeters vom Segelklub Eschweiler See hat die Anfänger zwischen acht und 15 Jahren seit Montag unter seinen Fittichen. Vom Motorboot aus gibt er lautstark Anweisungen. „Und jetzt wieder anluven” und andere Fachbegriffe sind dann zu hören, Seglerlatein eben. Der Nachwuchs weiß aber meistens genau, was gemeint ist und setzt die Vorgaben (mehr oder weniger gut) um.

„Der German Open Cup ist für uns etwas ganz besonderes”, sagt Peeters. Nicht nur, weil es der Abschluss der Open Bic Regattasaison ist, sondern auch, weil es sich bei diesem Wettbewerb um die inoffizielle Deutsche Meisterschaft handelt. Inoffiziell deshalb, weil es diese Bootsklasse erst seit relativ kurzer Zeit gibt. Das klassische Anfängerboot ist der Optimist, kurz Opti. Das Boot mit dem Namen Open Bic (der Name schreibt sich tatsächlich mit diesem Apostroph) bezeichnet Wolfgang Peeters als Nischenboot, das einfacher als ein Optimist zu steuern sei.

Julius Wiedemann, 14 Jahre alt, hat seine ganz eigene Erklärung. „Das ist eine Badewanne”, sagt er über den Optimisten. Ganz Unrecht hat er nicht. Vor allem sind die neuen, schnittigen Boote für den Nachwuchs eines: viel cooler. Die Segel und Masten erinnern eher an Surfbretter als an altbackene Bötchen, und die PET-Schale ist eben auch ganz anders als die Badewanne Optimist. Wolfgang Peeters nennt einen anderen Aspekt. Kentert ein Optimist, läuft er voll Wasser und muss leergeschöpft werden. „Mit dem Open Bic können die Jugendlichen auch schon mal absichtlich kentern”, sagt er und grinst. Spaß gehört eben zum Sport dazu. Und deswegen übernachten die jungen Segler auch am See.

Der Segelklub Eschweiler See schaffte sich schon recht früh eigene Boote dieses Typs an. Zehn Stück besitzt er inzwischen. Ein Umstand, der auch geholfen hat, diesen Wettstreit nach Eschweiler zu holen. Aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich gehen Teilnehmer im Alter zwischen etwa zehn und 18 Jahren an den Start. Auch der Vize-Europameister aus Paris gibt sich die Ehre. Aus Kiel reist eigens für den Wettbewerb ein Schiedsrichter an.

Der Spaß ist dem Nachwuchs bei den ersten Trainingseinheiten anzumerken. „Ich segle gerne. Ich mag Wasser und bin gerne schnell mit dem Boot”, sagt Fabian Zinn, mit acht Jahren jüngster im Boot, als hätte er noch nie etwas anderes getan. Benedict Brosius ist mit 15 Jahren der älteste an den ersten beiden Tagen. Ihm bereitet segeln vor allem Freude, „weil man dabei ohne Energie auskommt, und es keinen Lärm gibt”.

Rund fünf Stunden sind die Mädchen und Jungen täglich auf dem Wasser, unterbrochen von kleinen Theorieeinheiten mit Wolfgang Peeters. Dann spricht er alle kleinen und großen Fehler an, die ihm auf dem Wasser aufgefallen sind. Für die ganz großen Fehler sind zur Not auch immer zwei Boote auf dem See unterwegs. Falls Hilfe benötigt wird. Für die Eschweiler Teilnehmer geht es am Wochenende nicht um Punkte für die WM. „Wir nehmen nur an Weltmeisterschaften in Europa teil”, erklärt Peeters. Da das nur alle zwei Jahre der Fall ist, gibt es die nächste Chance 2013.

Am Mittwoch und Donnerstag steht aber erstmal der Bauhaus-Cup auf dem Programm, quasi als Abschluss des zweitägigen Trainings zu Beginn. Am Freitag wird es dann für die knapp 50 Nachwuchssegler so richtig ernst. Start an den Regattatagen ist stets gegen 10 Uhr. Die Sieger werden am Sonntag gegen 14 Uhr gekürt.
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