Gemeinschaftssitzung: Auch Niederländer können Karneval feiern

Von: af
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Waghalsige Choreographie: die „Höppe Kroetsch“ bei der IG St. Jöriser Karneval. Foto: Anna Fitscher

Eschweiler. Ein ganz besondere Karnevalssitzung war die die erste Gemeinschaftssitzung der IG St. Jöriser Karneval. Und das nicht nur, weil der Ort der Sitzung sich von anderen enorm unterscheidet: Im Zisterzienserinnenkloster in St. Jöris trafen sich die St. Jöriser Jecken, um bei einem tollen Programm ihre erste Karnevalsfeier zu genießen.

Die Location der Sitzung, so schön sie auch ist, bringt allerdings auch einige Herausforderungen mit sich. „Meine größte Sorge war, dass wir das Kloster nicht warm kriegen“, meinte Heinz Jürgen Wienands, Präsident der IG St. Jöris, als er seine Jecken begrüßte. Seine Sorge blieb unbegründet – im Kloster war es warm, und alle Anwesenden waren in bester Feierlaune.

So konnte auch gleich der erste Programmpunkt starten. Und der hatte es in sich. Denn das Tanzcorps Höppe Kroetsch von der KG Lätitia 1878 Blaue Funken Artillerie Weisweiler sollte den Abend eröffnen. Der Auftakt der Sitzung hätte besser und vor allem spektakulärer nicht sein können. So zeigten die Höppe Kroetsch, dass sie nicht nur in der Lage waren, ihre Choreographie absolut perfekt synchron zu tanzen, sondern auch akrobatisch absolute Höchstleistungen zu zeigen. Die Mädchen der Gruppe wirbelten nur so durch die Luft, so dass dem Publikum bald schwindelig wurde. Die hohe Decke der Kapelle erwies sich hier für die Tänzerinnen und Tänzer als klarer Vorteil. „Wat besseres als Höppe Kroetsch jibbet nich‘“, meinte auch Präsident Wienands, als die Gruppe nach zwei Zugaben unter tosendem Applaus die Bühne verließ.

Schon stand der nächste Programmpunkt an: Tom Lammertz betrat als „Luciano aus Palermo“ die Bühne und erzählte den St. Jöriser Jecken Anekdoten von seinem Leben als italienischer Gastarbeiter. Seine Reime sorgten bei allen Anwesenden für Lachanfälle. „Vielleicht habt ihr es gemerkt. Er ist gar kein richtiger Italiener“, scherzte Wienands, als Lammertz seinen Programm beendet hatte.

Anschließend verkündete Wienands eine „Weltpremiere“: Die Männer des St. Jöriser Kirchenchors traten als Klosterbrüder auf. In Mönchskutten und mit roten Clownsnasen bekleidet lieferten die Männer eine fantastische Gesangseinlage. Bei „Rut sin de Ruse“ stimmten die gesamten Jecken mit ein, sangen aus voller Kehle und schunkelten dabei fröhlich mit.

Bei dieser Sitzung jagte ein Höhepunkt den nächsten: Denn kaum waren die Klosterbrüder von der Bühne, stand auch schon der Prinzenbesuch an. Prinz René und sein Zeremonienmeister Daniel brachten die Stimmung im Kloster zum Kochen. Natürlich sangen Prinz und Zeremonienmeister auch das Prinzenlied, bei dem die singfreudigen St. Jöriser auch wieder miteinstimmten: „Me fiere va morjens bes am Ovend osere Eischwiele Fastelovend“. Auch Udo Titze und Benjamin Simmat, besser bekannt als das Duo Firlefanz, brachte das Kloster zum toben. Die „Musikclowns“ waren in jedem Fall ein weiterer Knaller in diesem hochkarätigen Programm.

Die Gruppe „De Männer 09“ machte an diesem Abend beinahe den Höppe Kroetsch Konkurrenz – so konnten auch sie eine ausgefeilte Choreographie und wagemutige Hebefiguren präsentieren.

„Die Naachsbraseler“, bestehend aus Tom Lammertz und Christian Schulze, präsentierten einige Songs aus ihrem Hit-Repertoire. Mit kölschen, selbst geschriebenen und teilweise selbst komponierten Liedern heizte das Duo den Jecken ordentlich ein.

Besonders viel Freude hatten die St. Jöriser schließlich natürlich auch noch an der dorfeigenen Tanzgruppe, den „Klosterelfen“. Drei Männer und elf Frauen bescherten ihren Dorfmitbewohnern eine tolle Choreographie.

Als echte Stimmungsgaranten erwiesen sich auch die „Jod Jeck“. Die Gruppe aus dem niederländischen Limburg bewies nicht nur ihr musikalisches Können, sondern hatte auch in Sachen Kostümierung einiges zu bieten. Die „Jod Jeck“ entwerfen ihre Kostüme stets selber – ebenso wie die riesigen Hüte, die sie auf den Köpfen trugen. In jedem Fall war den St. Jörisern nach diesem Auftritt klar: Auch Holländer haben karnevalistisch einiges auf dem Kasten.

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