Gegenwind für neue Unterkunft: Bürgerversammlung im Februar

Von: Sonja Essers
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Informieren, Diskutieren und Austauschen standen beim Bürgerdialog des SPD-Ortsvereins Eschweiler-West im Vordergrund. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Es ist ein sehr emotionales Thema. Ein Thema, das die ganze Siedlung berühre, meinte Peter Kendziora, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Eschweiler-West, am Mittwochabend.

Die Mitglieder des Ortsvereins wollten Anwohner und interessierte Bürger an diesem Abend über den Umbau des Gebäudes „Stich 30“ informieren, in dem künftig Flüchtlingsfamilien untergebracht werden sollen. So sah zumindest ihr Plan aus. Schnell wurde jedoch deutlich, dass nicht jeder Anwohner die geplanten Maßnahmen gut hieß und aus dieser Auffassung auch kein Geheimnis machte.

An eine sachliche Diskussion war zu Beginn des Bürgerdialogs deshalb nicht zu denken. Viel zu aufgebracht waren die Bürger, die zahlreich gekommen waren. Informieren stand also erst einmal nicht auf dem Plan von einigen Anwesenden, vielmehr wollten diese ihrem Ärger und Unmut Luft machen. Man sei nicht ausreichend über die Pläne der Stadtverwaltung informiert worden und das sei das „Allerletzte“ hörte man den einen oder anderen an diesem Abend sagen.

Auch mit ihren Vorbehalten hielten einige der Anwesenden nicht hinter dem Berg. Ganz im Gegenteil: „Was können wir tun, damit hier keine Flüchtlinge hinkommen?“ Und: „Warum kommen sie nicht in die Gutenbergstraße? Da sind jede Menge Wohnungen frei?“ fragten einige Bürger ganz direkt nach.

Während den Beginn der Veranstaltung Aussagen wie: „Das wird hier ein Ghetto“, „Können wir unsere Kinder noch allein in die Schule schicken?“, „Sie bauen hier einen Brennpunkt“ und „Demnächst werden wir hier alle beklaut“, dominierten, versuchte Nadine Leonhardt, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Eschweiler, die Wogen zu glätten und den Bürgern ihre Ängste zu nehmen. „Ich verstehe, dass es an vielen Stellen Frust gibt, deshalb wollen wir über den aktuellen Stand informieren“, meinte Leonhardt und fügte später hinzu: „Wir stehen hier noch ganz am Anfang. Hier werden nicht nächste Woche schon Flüchtlinge einziehen.“

Gemeinsam mit den Bürgern wolle man an dem Projekt arbeiten, Vorschläge und Kritik sammeln und auswerten. Nachdem sich die ersten Unruhen gelegt hatten, brachten die Bürger dann auch konstruktive Kritik an. Es gehe schließlich nicht um die Menschen, die dort in Zukunft leben sollen, sondern vielmehr um deren Betreuung. „Wie sollen die Leute betreut werden? Wir haben Angst, dass das so endet, wie auf der Grachtstraße. Da wird ja gehaust und nicht gewohnt“, sagte eine Anwohnerin, die der Meinung war, dass die Unterkünfte dort keine guten Beispiele seien.

Nicht nur die Mitglieder des Ortsvereins machten sich Notizen, sondern auch die Bürger brachten Fragen, Vorschläge und Kritik zu Papier.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten war Nadine Leonhardt mit dem Ergebnis des Bürgerdialogs zufrieden. Viele Anwohner seien sehr sachlich gewesen und wollten sich auch informieren, meinte sie. Trotzdem bestehe weiterhin Diskussionsbedarf. Aus diesem Grund soll Anfang Februar eine Bürgerversammlung zu diesem Thema stattfinden.

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