Gefahren an Bahnstrecken: Bundespolizei klärt Realschüler auf

Von: ran
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Bundespolizist Hans Kamerseder wies die Schüler der Realschule Patternhof auf zahlreiche Gefahren im Umfeld von Bahnstrecken hin. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Bundespolizei? Was verbirgt sich dahinter und wofür sind die Beamten eigentlich zuständig? Unter anderem für die Prävention! Im Rahmen von Projekttagen an der Realschule Patternhof besuchte nun Präventionsberater Hans Kamerseder die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe und informierte über Gefahren an Bahnanlagen und gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr, aber auch über Straftaten wie Betrug und Erschleichung von Leistungen und deren Konsequenzen für die Täter.

Neben der Tätigkeit als Grenzpolizei, zu der auch die Überwachung der Luftsicherheit gehört, der Bewachung deutscher Botschaften und Konsulate sowie der Ausbildung von Polizisten anderer Staaten (zum Beispiel in Afghanistan) fungiert die Bundespolizei auch als Bahnpolizei. Und dies ist dringend notwendig. Denn: „In Deutschland passiert es täglich mehrfach, dass Gegenstände auf die Bahnschienen gelegt werden!“, berichtete Hans Kamerseder seinen jugendlichen Zuhörern. Mit teilweise katastrophalen Folgen, wenn diese Gegenstände überrollt werden.

„Durch die Konstruktion der Züge zersplittern zum Beispiel Schottersteine zu rasiermesserscharfen Geschossen, die im Umkreis von bis zu dreißig Metern eine lebensgefährliche Bedrohung darstellen können.“ Deshalb lautete der Appell des Bundespolizisten: „Niemals etwas auf die Schienen legen, egal, wie groß oder aus welchem Material der Gegenstand ist!“ Gleiches gelte natürlich auch in Sachen „Gegenstände auf fahrende Züge schmeissen“. Niemals dürfe vergessen werden, dass sich hinter den Scheiben Menschen befänden.

Eine immer wieder auftretende Gefahrenquelle seien Bahnübergänge. Deren Sicherung richte sich nach dem unmittelbaren Verkehrsaufkommen. „Klar muss sein, dass hinter einem Andreaskreuz der Schienenverkehr absoluten Vorrang vor dem Straßenverkehr hat“, verdeutlichte Hans Kamerseder. Leuchte eine Blinkanlage, bedeute bereits gelbes Licht, in Höhe des Andreaskreuzes oder, falls vorhanden, an der weißen Linie anzuhalten.

Bei herabgelassenen Halbschranken sei die Idee, den Bahnübergang im Zickzackkurs zu überwinden, lebensgefährlich. „Der Lokführer erhält nämlich, wenn die Schranken unten sind, das Signal, der Übergang sei gesichert und hegt keinen Gedanken daran, zu bremsen!“ Wobei darüber hinaus der Bremsweg eines Zuges in keinster Weise mit dem eines Pkw´s zu vergleichen sei. „Bei Tempo 100 ist ein Pkw nach 50 Metern zum Stehen zu bringen, ein Zug, der rund 160 Tonnen wiegt und dessen Eisenräder auf Eisenschienen laufen, benötigt einen Bremsweg von 1000 Metern“, so der Ermittlungsbeamte. Ein Bahnübergang sei also nur zu überqueren, wenn die Schranken oben und keine Licht- oder Akustik-Signale zu hören seien. „Blicke nach links und rechts sind darüber hinaus immer empfehlenswert.“

Ein großer Bogen sollte um Strommasten, von denen sich viele an Bahnstrecken entlang befinden, gemacht werden. Deren Oberleitungen weisen Stromstärken von bis zu 15.000 Volt auf. „Kontakt führt in nahezu 100 Prozent der Fälle zum Tod, in absoluten Ausnahmefällen zu schwerwiegendsten Verletzungen“, warnte Hans Kamerseder, der obendrein betonte, dass bei feuchter Witterung schon die Annäherung reichen könne, einen Stromschlag zu erhalten.

Abschließend unterstrich der Polizeibeamte, dass das Anbringen von Graffitis oder Schwarzfahren keinesfalls Kavaliersdelikte seien: „Sachbeschädigungen oder das Erschleichen von Leistungen führen im Wiederholungsfall zu Strafanzeigen, die wiederum Strafen bis hin zum Freiheitsentzug nach sich ziehen können.“ Dem häufig von Personen ohne Fahrschein benutzten Satz, der Fahrscheinautomat sei defekt gewesen, begegnet Hans Kamerseder mit Vorsicht. „Klar ist aber, dass ein Fahrgast, der tatsächlich einen defekten Automaten vorfindet, nicht am Bahnsteig stehen bleiben muss. Er ist aber nach dem Einstieg verpflichtet, sich sofort auf die Suche nach dem Zugbegleiter zu begeben“, erklärte Hans Kamerseder.

Steuern zahlen – warum?

Neben dem Bundespolizisten waren während der Projekttage auf Einladung von Elke Cornetz, 2. Konrektorin der Realschule Patternhof, auch Nicole Zühlsdorff und Patrick Pütz vom Finanzamt Aachen-Kreis an der Schule zu Gast, um mit den Schülern die Frage „Steuern zahlen! Warum?“ zu erörtern. Ralf Krot von der Barmer-GEK-Krankenkasse brachte den Schülern unter der Themenüberschrift „Benehmen“ Anregungen zum korrekten Verhalten im Bewerbungsgespräch sowie im beruflichen Alltag mit.

Anja Baioui und Paul Rothe von der Knappschaft behandelten mit den Schülern schließlich den Bereich „Sozialversicherungen“. „Wir wollen den Schülern kurz bevor sie uns verlassen noch einmal ein ´Rundumpaket´ mit auf ihren weiteren Weg geben“, erläutert Elke Cornetz, die sich erfreut zeigt, Kooperationspartner gefunden zu haben. „Wir hoffen, den Schülern auch in den kommenden Jahren ein solches Angebot unterbreiten zu können“, so die Berufswahl-Koordinatorin.

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