GdG-Rat: Große Verantwortung, große Verpflichtung

Von: jlm
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Wichtiger Tag für die Eschweiler Pfarren. Auch in St. Bonifatius Dürwiß sind die Katholiken aufgerufen, am Wochenende zu wählen. Foto: J. Meuser
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Gemeinsam feiern und gemeinsam gestalten: Katholiken wählen neue Pfarrgemeinderäte.
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Hofft, dass viele Bürger wählen, um mitgestalten zu können: Pfarrer Dr. Andreas Frick.

Eschweiler. Für die Pfarren steht ein wichtiges Wochenende an. Der Rat der Gemeinschaft der Gemeinden, vormals Pfarrgemeinderat, wird am 9. und 10. November in den drei Gemeindezentren Eschweilers gewählt. Die Wahl findet in diesem Jahr unter dem Motto „Ein Kreuz – grenzenlose Möglichkeiten“ statt.

Doch was genau ist der Rat der Gemeinschaft der Gemeinden, kurz GdG-Rat, und was genau tut ein solcher Rat? Wer wird zur Wahl aufgestellt und wer kann wählen? Gibt es Unterschiede in den verschiedenen Gemeindezentren Eschweilers in St. Peter und Paul, Heilig Geist und Eschweiler-Nord?

Gemeinschaft der Gemeinden meint sowohl die Zusammenarbeit benachbarter und rechtlich selbstständiger Pfarren, als auch die Zusammenarbeit von Pfarreien, die heute in einer vereinigten Pfarre aufgegangen sind. Gleichzeitig dient der Rat auch zur Vernetzung von unterschiedlichen Gemeinden, wie der Schul- oder auch der Krankenhausgemeinschaft. Zunehmend spielen andere Orte eine wichtige Rolle innerhalb der Kirche, unter anderem Tageseinrichtungen für Kinder, Wohlfahrtsverbände wie die Arbeitsgemeinschaften der Caritas, Jugend- und Erwachsenenverbände, Ordensgemeinschaften und vieles mehr. Der Rat der Gemeinschaft der Gemeinden bietet nun die Voraussetzungen, um diese unterschiedlichen pastoralen Orte zu verbinden und zu gestalten und so christliches Leben vor Ort neu wachsen zu lassen.

Amtszeit beträgt vier Jahre

Die Amtszeit des Rats der Gemeinschaft der Gemeinden beträgt vier Jahre. Er besteht neben den zu Wählenden aus folgenden Personen: Als sogenannte „Mitglieder aufgrund des Amtes und der Funktion“ bilden der Leiter und weitere kanonische Pfarrer, ein weiteres Mitglied des Pastoralteams und der stellvertretende Vorsitzende der Verbandvertretung des Kirchenvorstandes eine wichtige Rolle im GdG-Rat. Ebenfalls Teil des Rates sind die „berufenen Mitglieder“ aus pastoralen Feldern wie den katholischen Tageseinrichtungen oder auch Wohlfahrtsverbänden wie der Arbeitsgemeinschaft Caritas. Zu guter Letzt die beratenden Mitglieder, hier sind Mitglieder des Pastoralteams, Sprecher der Sachausschüsse und Projektgruppen sowie Vertreter der GdG im Regionalpastoralrat und im Regionalen Katholikenrat gemeint. Die Anzahl der berufenen Mitglieder und der Mitglieder aufgrund des Amtes und der Funktion darf dabei nicht größer sein, als die Anzahl der Gewählten.

Wahlberechtigt ab 14 Jahren

Wahlberechtigt sind alle Katholiken ab dem 14. Lebensjahr, die in der Gemeinschaft der Gemeinden ihren Wohnsitz haben. Um in einer anderen GdG wählen zu können, meldet man sich unter Vorlage des Personalausweises als auswärtiger Wähler beim Wahlvorstand, lässt sich im Wählerverzeichnis eintragen und erklärt so verbindlich, in keiner weiteren Gemeinschaft der Gemeinden an der Wahl teilzunehmen.

Für das Wahlverfahren gilt allgemein: Jeder darf nur einmal wählen, es können so viele Stimmen abgegeben werden wie insgesamt Personen für den GdG-Rat zu wählen sind und für jeden Kandidaten kann nur eine Stimme abgegeben werden. Das Wahlergebnis wird am 16./17. November bekanntgegeben.

In Eschweiler gibt es drei Gemeinschaften der Gemeinden.

GdG Eschweiler-Nord

Die Kirchengemeinschaft Eschweiler-Nord, in der rund 12 000 Katholiken leben, gilt dabei als eine von 20 „Gemeinschaften der Gemeinden mit vereinigten Pfarreien“ im Bistum Aachen. Größte Gemeinschaft ist dort St. Bonifatius Dürwiß, die zweitgrößte St. Severin Weisweiler. Nach einer ersten Informationsveranstaltung über den zukünftigen GdG-Rat sowie die bevorstehende Wahl hatten alle Gemeinden die Möglichkeit, Kandidaten vorzuschlagen. St. Bonifatius Dürwiß und St. Severin Weisweiler werden dabei von jeweils drei Kandidaten im künftigen Rat vertreten werden, jede der anderen Gemeinden jeweils von zwei. 14 Sitze sollen besetzt werden, 16 Kandidaten stehen hierfür zur Wahl.

Ebenfalls Teil des GdG-Rates sind Pfarradministrator Josef Wienand, sowie die Pfarrer Rainer Hennes und Ralph Osnowski und Gemeindereferent Manfred Joussen als „Mitglieder aufgrund des Amtes und der Funktion“, sowie die berufenen Mitglieder, die gewählt werden, sobald das Gremium nach der Wahl das erste Mal tagt. Anders als in den Gemeinden St. Peter und Paul und Heilig Geist wird in manchen Gemeinden in Eschweiler-Nord zusätzlich ein Pfarreirat gewählt, so zum Beispiel in St. Bonifatius Dürwiß.

Die Amtszeit eines Pfarreirats beträgt vier Jahre und ist an die Wahlperiode des GdG-Rates gebunden. Er trägt Verantwortung für die Entwicklung der pastoralen Grunddimensionen Verkündigung, Liturgie und Diakonie. Der Pfarreirat wirkt unter anderem bei der Erstellung des Pastoralkonzeptes mit und fördert das gottesdienstliche Leben und ökumenische Projekte sowie die Kooperation und den Dialog mit sozialen, kulturellen und politischen Einrichtungen, kommunalen Einrichtungen und gesellschaftlichen Organisationen und Gruppen.

GdG Eschweiler-Mitte

Das sieht in Eschweiler-Mitte, in der Gemeinde St. Peter und Paul, ganz anders aus. Als eine der 27 „Pfarreien auf Ebene der Gemeinschaft der Gemeinden“ wird die Gemeinde als fusionierte Pfarre bezeichnet. Am 9. und 10. November wird hier nur der GdG-Rat gewählt. 9300 Katholiken können ihren Rat der Gemeinschaft der Gemeinden wählen. Alles begann Mitte des Jahres mit einer Klausurtagung des Pfarrgemeinderates. Hier wurde die Maximalanzahl an Sitzen im künftigen GdG-Rat auf 14 festgelegt. Neun Mitglieder des bisherigen Pfarrgemeinderates ließen sich für die bevorstehende GdG-Wahl aufstellen. Anschließend wurden Vorschläge gesammelt und eine Namensliste mit all jenen erstellt, die ebenfalls angesprochen werden sollten. 16 Kandidaten, davon neun Frauen und sieben Männer, können nun in den GdG-Rat gewählt werden. Dabei sollten sie Lebenserfahrung gesammelt haben und christliches Leben im Alltag erleben, erklärt Pfarrer Dr. Andreas Frick. Trotzdem 16 Kandidaten für 14 Plätze – das sei knapp, sagen Pfarrer Dr. Andreas Frick und Thomas Lamm, Mitglied des Kirchenvorstandes sowie Vorsitzender des Wahlausschusses und des Wahlvorstandes. Besonders die Gruppe der unter 30-Jährigen fehlt. Auf die zukünftigen Mitglieder des GdG-Rates wartet eine vierjährige Amtszeit mit Umbrüchen, viel Verantwortung und großen Verpflichtungen. Da müsse man sich fragen, ob man das auch wirklich schafft. Studium, Arbeit, Familie und viele weitere Gründe würden dies nicht zulassen und das müsse man dann auch respektieren. Junge Eltern mit Kleinkindern als Mitglied im GdG-Rat, die neben Karriere und Familie zusätzlich an abendlichen Sitzungen teilnehmen – auf Dauer sei das für den Kandidaten auch „eine Zumutung“, weiß Pfarrer Dr. Andreas Frick. „Gleichzeitig sind wir natürlich froh, dass es eine echte Wahl sein wird“, so Thomas Lamm, der dennoch hinzufügen muss, dass es bedauerlich sei, wenn zwei wirklich nicht zum Zug kommen. Gut motivierte Leute wolle man nicht verlieren.

Natürlich hoffen sie auf eine gute Wahlbeteiligung. „Die Menschen sollen sehen, dass sich in der Kirche etwas mitgestalten, verändern lässt“, fasst Pfarrer Dr. Andreas Frick sein Anliegen zusammen. Eine Gemeinde mit eigener Dynamik, bei der Stimmen aus dem Krankenhaus, den Schulen, Kindergärten und Familienzentren und vielem mehr mit am Tisch sitzen würden. Mit Herz und Schwung werde man unter anderem die Fortschreibung des Pastoralkonzeptes in die Hand nehmen, aber aufgrund weniger Mitglieder sowie geringer werdender Finanzmittel auch einer Anpassung der Möglichkeiten für die Zukunft nicht aus dem Weg gehen können.

GdG Heilig Geist

Auch die Gemeinde Heilig Geist zählt nun seit dem Januar 2010, wie die Gemeinde St. Peter und Paul, zu den „Pfarreien auf Ebene der Gemeinschaft der Gemeinden“. Als fusionierte Pfarre ist sie somit kein lockerer Verband, sondern eine Kirchengemeinschaft. Daher gab es bisher nur einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat, der nun auch hier vom GdG-Rat ersetzt wird. In jedem Gemeindezentrum gibt es zusätzlich Gemeindekreise, die nicht gewählt, sondern offen sind für jeden, der sich engagieren möchte.

Rund 13 000 Katholiken werden dort am 9. und 10. November die Möglichkeit haben, an der Wahl teilzunehmen. Dabei stellt jedes der Gemeindezentren drei Kandidaten zu Wahl, das Gemeindezentrum St. Barbara sogar vier. Hier sind es also 16 Kandidaten, die auf 15 Sitze gewählt werden können. Besonders: Während die Wähler in St. Peter und Paul auf einer gemeinsamen Liste ihr Kreuz machen dürfen, hat hier jeder Wahlbezirk seinen eigenen Stimmzettel. Heißt: jede Gemeinde wählt ihre Kandidaten. Dabei gilt: mit welchem Stimmzettel man wählt, ist prinzipiell egal. Der, der in St. Barbara lebt, kann zum Beispiel auch den Hastenrather Stimmzettel für sich in Anspruch nehmen, solange er sich registrieren lässt und unterschreibt, dass dies auch der einzige Stimmzettel ist, den er ausfüllt und ausfüllen wird. Die Auszählung der Stimmen wird dann zunächst an den einzelnen Wahlorten durchgeführt, bevor die Ergebnisse am 10. November im großen Pfarrsaal endgültig zusammengetragen werden.

Pfarradministrator Marian W. Janke freut sich schon auf viele Wähler und fasst sein Anliegen für die Wahl so zusammen: „Ich lade alle Gemeindemitglieder ein, sich an der Wahl zu beteiligen, damit die Gewählten ein starkes Mandat haben.“ Dabei ist er besonders den Wahlausschüssen und Wahlvorständen dankbar, ohne die diese Wahl nicht möglich wäre.

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