Gar nicht so verkehrt: Heiztipps im Hochsommer

Von: Andreas Gabbert
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Informieren über die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale: Waldermar Schutzki (links) und Jan-Erik Decker. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Waldemar Schutzki steht mitten auf dem Marktplatz in Eschweiler und lässt den Blick schweifen. Mit der Hand macht er eine ausholende Bewegung und zeigt auf die umliegenden Häuser und Wohnungen. Fast überall stehen die Fenster auf, und die Rolläden sind herunter gelassen. Es ist heiß.

„Die müssten eigentlich alle was machen”, sagt Schutzki. Er redet von der Wärmeisolierung der Wohnungen. Mit der entsprechenden Dämmung ließe sich im Winter nämlich so mancher Euro einsparen und im Sommer müsste man nicht so schwitzen.

Schutzki betreut die Kampagne der Verbraucherzentrale „Sparen ist machbar, Herr Nachbar”. Seit 7 Uhr stehen der braungebrannte Mann mit dem spärlichen Haarwuchs und sein Kollege schon mit einem Infostand auf dem Markt, um auf die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale aufmerksam zu machen.

Bis 11.30 Uhr haben die Beiden schon 160 Leute angesprochen. Viele wollen zwar nur einkaufen und gleich wieder weiter, aber einige haben auch Fragen: Für welche Heizung soll ich mich entscheiden, Öl oder Gas? Ich bekomme ein neues Dach, zu welcher Dämmung raten sie mir? Was muss ich bei der Finanzierung beachten? Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

„Die Fragen hier am Infostand zu beantworten, ist oft nicht möglich”, sagt Schutzki. Am besten sei es sich von einem unabhängigen Energieberater vor Ort beraten zu lassen. Es sei wichtig, dass dieser sich ein genaues Bild machen könne, um die richtigen Tipps geben zu können.

Außerdem müssten immer verschiedene Dinge gegeneinader abgewogen werden. Zum Beispiel lasse sich mit einer Photovoltaikanlage Strom erzeugen und auch etwas Geld verdienen, wenn aber ein Kredit für die Anschaffung nötig sei, würde Schutzki eher davon abraten.

Vorsicht sei auch bei der Wahl des Energieberaters geboten. „Viele, die sich als Energieberater ausgeben, laufen von Tür zu Tür und bieten eine gratis Beratung an. Meist verbergen sich aber Firmen dahinter”, sagt Schutzki. Nach dem Beratungsgespräch würden dann oft unnötige oder sinnlose Dinge verkauft.

„Das hab ich erst neulich wieder bei meinen Eltern in Köln erlebt”, sagt der 38-Jährige. Deshalb sei es wichtig sich nicht zuerst an Firmen, sondern an die Verbraucherzentrale oder andere unabhängige Berater zu wenden.

Die Beratung vor Ort ist allerdings nicht ganz kostenlos. Eineinhalb Stunden kosten 60 Euro. Dafür analysiert der Energieberater den Zustand des Hauses und erarbeitet individuelle Vorschläge für Energiesparmaßnahmen. Eine persönliche halbstündige Beratung zum Preis von fünf Euro ist nach Terminabsprache auch in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Alsdorf möglich (Telefon 02404/93908).

Um 13 Uhr ist für Schutzki die Arbeit in Eschweiler beendet. Der Infostand wird abgebaut und verladen. Die Reise geht weiter in den Rhein-Sieg-Kreis. Dort werden Schutzki und sein Kollege ihren Stand wieder aufbauen, um möglichst viele Menschen von den Beratungsangeboten zu überzeugen.
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