Galerie Engert: Abstrakte Bilder zeigen eindrucksvolle Nähe zur Natur

Von: ran
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Ein idealer Ort, aus zahlreichen Versatzstücken zusammengesetzt: Antje Seemann präsentiert ihre Linolschnitte als abstrakte Kompositionen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die Symbiose von Wald und Tier im Dialog sowie die Präsentation alter Kunsttechniken wie Linolschnitt, Kaltnadelradierung, Vernis-mou (Druckgrafik) im Gegensatz zum Fotoprint auf Bleifolie stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Sublimierte Natur“.

Sie ist bis Samstag, 26. April, in der Galerie „Art Engert“, Wilhelmstraße 73g, zu sehen und zeigt Werke der Künstlerinnen Antje Seemann (Aachen) und Annemarie Laner (Taufers/Südtirol). 

Bei aller Unterschiedlichkeit und Gegensätzlichkeit der Arbeiten der beiden Künstlerinnen, die sich nicht persönlich kennen, zieht sich das Ambivalente und das Verstörende in den Gegensätzen von Schein und Sein wie ein roter Faden durch die Ausstellung, die am Freitagabend im Beisein von Antje Seemann mit einer Vernissage eröffnet wurde.

„Die Linolschnitte von Antje Seemann, die alleine schon durch ihre handwerkliche Qualität begeistern, zeigen eine eindringliche Nähe zur Natur, zum individuellen Reichtum der Baum- und Pflanzenformen. Sie stellen keine Wiederbelebung der Holzstichkunst des 19. Jahrhunderts dar, sondern nehmen Bezug auf die Nüchternheit heutiger Fotografie. Was uns aber hier so selbstverständlich und fast banal als Natur begegnet, ist nichts anderes als ein durch und durch artifizielles Konstrukt“, führte Galeristin Anita Engert die Gäste der Vernissage in die Arbeit von Antje Seemann ein.

„Die Vorlagen der Linolschnitte durchlaufen eine längere Entwicklung. Die Künstlerin sammelt und der Fotoapparat ist ihr dabei Skizzenbuch und Gedächtnisstütze. Bei der Sichtung ihrer Schätze entstehen Themen, Verknüpfungen werden deutlich. Der Prozess der Verdichtung beginnt“, so Anita Engert weiter.

Das Wahrgenommene werde von Antje Seemann seziert und neu zusammengesetzt. Elemente würden gestaucht, gestreckt und verzerrt, um sich in die Komposition einzufügen. Die Schnittvorlage sei eine Collage aus digitaler Bildbearbeitung, Fotoschnipseln und zeichnerischer Ergänzung. So werde aus Versatzstücken der Realität ein idealer Ort kreiert.

„Der Wald mit seinen interessanten und vielschichtigen Strukturen und Vegetationsformen bietet das Naturalistische als zusätzliche Ebene. Trotzdem sind meine Werke abstrakt komponiert“, macht Antje Seemann selber deutlich.

Auch die ausgestellten Werke Annemarie Laners, die in den Jahren 2008 bis 2010 ihre „Pfauenserie“ erschuf, basieren auf der Fotographie als Medium für das Auffinden und Erfassen des Motivs. Doch strebe die Südtirolerin künstlerisch in eine andere Richtung als Antje Seemann: „Sie möchte Grenzfühlung, nicht Grenzführung erreichen. Wobei sie als Sprachpartner Fragmente aus Gedichten von Paul Celan, die sich in Stanzschrift auf den Arbeiten wiederfinden, ausgewählt hat“, erläuterte Anita Engert.

Der Pfau nehme seit jeher eine besondere Stellung im Tierreich ein. Mythen und Legenden über das Tier seien bei den ägyptischen Pharaonen genauso wie an den Höfen der Kaiser und Könige des europäischen Kontinents zu finden.

In der religiösen Kunst nehme der Pfau häufig die Stelle des mythischen Phönix´ ein. „Sprache und Texte legen sich über das Motiv, erzeugen in der Verschränkung neue Verdichtung und Ambivalenz. Die Arbeiten versuchen, dem Grenzgang von Ästhetik, Ambiguität, Macht und Schwäche von Schönheit, Zerfall, Sein und Schein näher zu kommen“, erklärt Annemarie Laner ihr Werk.

Die Ausstellung „Sublimierte Natur“ läuft bis Samstag, 26. April. Die Galerie „Art Engert“ ist von dienstags bis freitags jeweils zwischen 13 Uhr und 19 Uhr geöffnet. An Samstagen ist die Besichtigung der Austellung nach Vereinbarung möglich.

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