Gänsehaut-Feeling am Blausteinsee

Von: Laura Beemelmanns
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50 Jahre und kein bisschen leise: Die „Kaafsäck” feierten am Wochenende ihr Foto: Laura Beemelmanns

Eschweiler. Unter sternenklarem Himmel bot sich ein „phantastischer Jubiläumsabend”, so Guido Cantz. Der selbst ernannte „blonde Onkel, der durch´s Programm führt”, moderierte mit Witz und Charme das Jubiläumskonzert zum 50-jährigen Bestehen des Trompetercorps „Die Kaafsäck.”

Am 5. Mai 1959 gründeten 14 musikbegeisterte junge Burschen aus Dürwiß das „Fanfarencorps der KG Narrengarde”, unter anderem Franz Breuer, heute ansässig im Großraum Dallas, Texas, und sein Bruder Heinz.

Heute, 50 Jahre später, sind die Kaafsäck weltweit tätig und zählen rund 32 Trompeter, Gitarristen, Keyboarder, Posaunen und Techniker zu ihren Mitgliedern.

Die „romantische Atmosphäre” des Blausteinsees, so Cantz, sorgte für eine ganz besondere Stimmung. Da stieg Hehlrath schon mal zum „Florenz von Eschweiler” auf, Enten flogen im Mondschein anscheinend rhythmisch zur Musik und selbst das Kraftwerk im Hintergrund wurde lobend erwähnt. Denn „da werden die Wolken noch selber gemacht”, scherzte Cantz in gewohnter Manier.

Noch schnell die Gründungsmitglieder im VIP-Bereich aufgefordert, das Tanzbein zu schwingen, legte das Trompetencorps auch schon los. Bereits im ersten Teil des Konzertes kam jeder Zuschauer auf seine Kosten. Eine Mixtur aus englischen, französischen und deutschen Ohrwürmern, unter anderem „Valery” von Amy Winehouse” oder „Non, je ne regrette rien” von Edith Piaf”, Filmmusik-Klassikern und ruhigen sowie fetzigen Passagen lockten auch den letzten Zuschauer aus der Reserve.

Ein Gänsehaut-Feeling bereitete vor allem das „Theme of Hollywood-Medley.” Melodien wie „König der Löwen” oder „Titanic” verzauberten schlichtweg das Publikum. Allerdings lag dies nicht nur am Spiel der Kaafsäck. Der Gesang von Romy Faber-Dickmeis, mit ihrer tiefen, kräftigen Stimme und Ben Keaten, bekannt durch die Rain-City-Rollers, brachten selbst den Kameramann zum tanzen. Mal ganz abgesehen von den springenden und tanzenden Zuschauern rund um die Seebühne, die teilweise sogar aus den Niederlanden angereist waren.

Andere Töne schlug dagegen Countryinterpret Bob Style an. „Habt ihr Lust auf ne„ langsame Nummer?”, rief der Sänger und legte gleich los mit Ronan Keatings Hit: „If tomorrow never comes”.

Auch wenn es im zweiten Teil des Jubiläumskonzertes schleichend kälter wurde, stieg die Stimmung enorm. Das lag unter anderem an den amüsanten Ansagen von Guido Cantz, der sich über die Damen und Herren im VIP-Bereich ein wenig lustig machte. „Wer warm sitzt, hat Kraft”, so der inzwischen mit Schal ausgerüstete Moderator.

„Lust auf Party?”

Warm ums Herz wurde es spätestens bei dem von Ben Keaten gesungenen Hit Robby Williams´ „Angels”. Die klare Stimme des Sängers und die Atmosphäre rund um die Seebühne gaben ihr Übriges. Auch die Trompeter standen beim darauf folgenden Hip-Hop-Abba- und Celebration-Medley längst nicht mehr still. Elegant schwankten die Trompeten und Posaunen von links nach rechts als Party-Kracher wie „Super Trouper”, „Y.M.C.A”, „Que sera sera” oder „Über den Wolken” auf der Seebühne erklangen.

„Disco Fox Alarm im VIP-Zelt” nannte Cantz den Erfolg dieser durchweg bekannten Klassiker. Vor allem die Soli, unter anderem von Corps-Leiter Dieter Kaltenbach, zeigten Wirkung und fesselten die Menge. Gegen Ende gab auch Sängerin Romy alles und riss das begeisterte Publikum gleich mit. „Habt ihr Lust auf ein bisschen Party?”, rief die ausschweifend tanzende und stimmstarke Sängerin in die Menge. Das musste sie auch kein zweites Mal sagen, denn bei der spitzen Musikauswahl an diesem Abend sang oder tanzte jeder mit. Mit „Mamma Lou” und „Proud Mary” fand der zweite Teil schließlich einen würdigen Abschluss, den Guido Cantz mit einer Laola-Welle feiern ließ.

Besonders schön wirkte die kleine Überraschungs-Aktion der „besseren Hälften” der Kaafsäck-Mitglieder. Alle Freundinnen und Frauen der Musiker traten hintereinander mit einer roten Rose in der Hand auf die Seebühne und überreichten sie als Dankeschön und Anerkennung zum Jubiläum. Stellvertretend für alle Frauen ergriff Sängerin Romy Faber-Dickmeis das Wort; sie ist mit dem Gitarristen Jürgen Faber verheiratet ist.

Keine Wünsche offen ließ der dritte und letzte Teil des Konzertes. Das Bert-Kaempfert- sowie das Sommermedley im Anschluss schlugen ein wie eine Bombe. Vor allem Songs wie „No No Never” von The Bosshoss und „Traum von Amsterdam”, die Sängerin Romy gesanglich unterstützte, kamen beim Publikum gut an. Nicht fehlen durfte der eingängige „Pur-Hit-Mix”, zu dem auf jeder Feier gerne gesungen und getanzt wird.

„We are the champions” von Queen sorgte für einen gelungenen Abschluss des Abends.

Am Sonntag ging´s weiter

Für alle Fans, die gerne noch mehr feiern wollten, veranstalteten die Kaafsäck am Sonntag ein ganztägiges Musikprogramm. Mit dabei waren unter anderem die Blasmusikvereinigung Strauch aus der Eifel, die Swinging Fanfares Düsseldorf und die Rabaue, die mit vielen kölschen Hits ein Garant gute Stimmung sind. Die Kaafsäck blickten nicht auf 50 Jahre Erfolg zurück ohne den Nachwuchs auf der Seebühne zu sehen und zu hören. Die Kaafsäck-Jugendgruppe zeigte, dass sie Talent genug hat, um eines Tages in die Fußstapfen der Großen zu treten.
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