Fünf Euro helfen einer Menge Menschen

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Schülerinnen und Schüler der AG soziale Dienste der Realschule Patternhof setzen sich für hilfebedürftige Menschen in Eschweiler ein. Zwölf von ihnen verkaufen derzeit in kleinen Gruppen Lebensmitteltüten für die Tafel. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Eine Spendentüte für den guten Zweck. Dafür werben derzeit die Schülerinnen und Schüler der AG soziale Dienste der Realschule Patternhof. Seit einer Woche stehen sie am Nachmittag im Supermarkt und machen die Einkaufenden darauf aufmerksam, dass sie mit 5 Euro vielen Menschen helfen können.

Denn die vom Supermarkt fertig gepackten Tüten, die die Realschüler für diesen Preis verkaufen, gehen an die Eschweiler Tafel und somit an hilfsbedürftige Menschen. In diesen Tüten befinden sich Nudeln, Saft, Öl und andere Dinge, die man zum Kochen braucht.

Die AG soziale Dienste gibt es schon seit vielen Jahren und immer wieder zeigen die Realschüler Interesse mitzuwirken. Neben Projekten wie dem mit der Supermarktkette REWE helfen die Jugendlichen vier Mal in der Woche im Tafelladen aus und machen Besuche im Altenheim, bei denen sie sich regelmäßig engagieren. Dann wird zum Beispiel Bingo gespielt, Sport gemacht oder der Weihnachtsbaum gemeinsam geschmückt. Manchmal kellnern die insgesamt 20 Teilnehmer der AG auch für das Senioren- und Betreuungszentrum Eschweiler. Natürlich steht hinter engagierten Schülern auch eine engagierte Lehrerin. Sigrid Hendryk leitet die AG nun schon über 12 Jahre und steckt in die gemeinsame Arbeit mit den Schülern viel Herzblut. „Die Null-Bock Einstellung, die den Jugendlichen heute nachgesagt wird, kenne ich gar nicht“, berichtet sie. „Ich kann absolut stolz auf meine Schüler sein, die in ihrer Freizeit freiwillig hilfebedürftige Menschen unterstützen“, sagt sie und freut sich über diesen Erfolg. „Ursprünglich wollten wir mit der AG zeigen, wie Menschen mit Behinderung oder Hilfebedarf leben. Wir wollten den Schülern einen Einblick geben und sie zum Helfen animieren“, erinnert sich Hedryk. Denn soziales Engagement wird in der Realschule und im Schulprofil groß geschrieben. Und die praktische Umsetzung findet auf allen Seiten Begeisterung. Bei der Lehrerin, die stolz auf ihre Schüler ist, aber auch beim SBZ und der Eschweiler Tafel ist man erfreut.

„Unsere Kunden sind begeistert, dass so junge Menschen sich einsetzen“, weiß die Vorsitzende der Eschweiler Tafel Karin Schmaling. Die Jugendlichen helfen nicht nur im Tafelladen und verkaufen Lebensmitteltüten, die dann gespendet werden, die Schülerinnen und Schüler der AG hatten auch die Idee zur Spielzeugaktion. Dabei sammeln sie Spielzeug in der Schule und bringen es anschließend zur Tafel, wo es als Weihnachtsgeschenk an hilfebedürftige Kinder weitergegeben wird. In diesem Jahr können alle nicht mehr gebrauchtes Spielzeug bis zum 12. Dezember in die Schule bringen. Wer kein Spielzeug hat, kann auch eine Kiste mit haltbaren Lebensmitteln packen und am 16. Und 17. Dezember bei der Tafel direkt abgeben.

All die kleinen Aktionen, die innerhalb der AG soziale Dienste stattfinden, bewerkstelligen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrer Freizeit, was nicht selbstverständlich ist. Doch: „Es macht einfach Spaß, anderen zu helfen“, sagt Corinna Klaes. Sie ist mit 13 Jahren derzeit die Jüngste in der AG und setzt sich im Moment vor allem dafür ein, dass viele Menschen die fertig gepackten Supermarktüten kaufen und spenden. „Viele fragen, was das für eine Aktion ist, und denen erklären wir dann, dass wir damit die Eschweiler Tafel unterstützen“, erklärt sie.

Und auch die Jungen der Arbeitsgruppe sind sehr eifrig bei der Sache. Ihre Motivation hat einen besonderen Hintergrund, wie aus den Erzählungen des 16-jährigen Fabian Packbier hervorgeht: „Ich habe früher immer alles bekommen, was ich mir zu Weihnachten oder sonst gewünscht habe. Das ist bei vielen anderen nicht so und deshalb finde ich, dass wir etwas abgeben sollten.“ Das finden auch Lukas Ruhland und Felix Wagemann: „Es ist schön, von dem, was wir zu viel haben, etwas abzugeben und zu wissen, dass es anderen dadurch besser gehen kann“, finden die Schüler und Lukas Ruhland fügt hinzu: „Vor allem ist es gut zu wissen, dass die Spenden bei den Menschen ankommen.“

Und der Einsatz der Jugendlichen macht sich bemerkbar: Bereits nach einer Woche haben sie ungefähr 130 Tüten verkauft. „Das ist im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits viel mehr“, weiß der Marktleiter des REWE Goffart in Bohl, Ömer Culaydar. Das freut nicht nur Karin Schmaling, auch die Tafelmitarbeiterin Ingeborg Beume ist begeistert. Denn derzeit unterstützt die Tafel 850 Familien und kann somit jede volle Einkaufstüte gut gebrauchen. „Wir holen die Tüten jeden Tag beim Markt ab und geben sie weiter“, erklärt Schmaling. Und so hoffen alle, dass noch viele weitere Einkäufer spenden. Die Schüler der AG soziale Dienste der Realschule Patternhof sind jedenfalls zuversichtlich. Und auch für die kommende Spielzeugaktion sind sie hoch motiviert. „Wir helfen, wo wir können“, versichert Lehrerin Sigrid Hedryk und hofft auf die Unterstützung und viele Spenden.

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