Fruchtiges Fest für künftige Obstgärtner

Von: Jana Röhseler
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Bienenkunde, selbst gemachter Apfelwein und der Genuss regionaler Obstsorten lockten hunderte Besucher auf den Drimbornshof in Dürwiß. Dort und in der näheren Umgebung fand bei strahlendem Sonnenschein das 8. Aachener Obstwiesenfest statt. Foto: Jana Röhseler
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Bienenkunde, selbst gemachter Apfelwein und der Genuss regionaler Obstsorten lockten hunderte Besucher auf den Drimbornshof in Dürwiß. Dort und in der näheren Umgebung fand bei strahlendem Sonnenschein das 8. Aachener Obstwiesenfest statt. Foto: Jana Röhseler

Eschweiler. Darf es noch was von dem selbstgemachten Apfelwein sein? Oder doch lieber ein Glas Honig aus eigener Bienenzucht? „Das ist alles so lecker, ich kann mich gar nicht entscheiden!“, hörte man am Sonntag an so ziemlich jedem zweiten Probier- und Verkaufsstand auf dem Dürwisser Drimbornshof.

Hunderte naturbegeisterte Besucher zog es auf den Hof und dessen nähere Umgebung, um süße Pflaumen und Äpfel zu naschen, fleißige Honigbienen zu bestaunen und etwas über den Anbau und Schnitt von Obstbäumen zu erfahren.

Grund für den großen Ansturm, der dafür sorgte, dass Parkplätze in Dürwiß an diesem Tag zur Mangelware wurden, war das 8. Aachener Obstwiesenfest. Für sechs Stunden drehte sich alles um Natur und Streuobstbäume in der Region. Gleich am Eingangstor lag der schwere Duft von köstlichem Apfelwein in der Luft, der viele zum Probieren einlud.

Jean Slijpen und seine Kollegen der „Pomologischen Genossenschaft Limburg“ erklärten den neugierigen Besuchern gleich zu Anfang alles über die verschiedenen Apfelsorten ihrer Region, die teils über 100 Jahre alt sind. Slijpen betont, dass vor allem Bio-Produkte sehr gefragt sind: „Wir hatten heute Morgen etwa 40 Kilogramm Bio-Äpfel, die innerhalb weniger Stunden verkauft waren. Die Leute waren begeistert von dem Geschmack“, freut sich der Niederländer, der in diesem Jahr zum ersten Mal am Aachener Obstwiesenfest teilnimmt. „Es ist einfach toll hier. Nette, interessierte Menschen und super Wetter – was will man mehr?“, so der Obstzüchter.

Ein besonderer Blickfang war die große automatische Apfelsaftpresse, bei der die Äpfel einfach nur in ein Behältnis gegeben werden mussten – den Rest erledigt die Maschine. Die kleinen Besucher hatten allerdings mehr Spaß daran, den frischen Apfelsaft aus eigener Kraft mit einer traditionellen Presse herzustellen.

Bienenkunde für die Kleinsten

Doch die Natur hat neben leckeren Früchten noch einiges mehr zu bieten. Dass Bienen nicht nur Honig geben, sondern beim Einsammeln von Nektar Pollen von Blüte zu Blüte tragen und so zur Bestäubung der Blüten beitragen, lernte der kleine Micah bei einer kleinen „Bienenkunde“. Dabei nahm er die nützlichen Insekten ganz genau unter die Lupe – und dies im wörtlichen Sinne, denn er schaute sich den Bienenstock durch ein Vergrößerungsglas an. Ein paar Meter weiter boten das Umweltamt sowie die Biologische Station der Städteregion Aachen Info-Stände mit den Themenschwerpunkten Natur und Landschaft an. Dabei konnten unter anderem Nistkästen und viele weitere Naturschutzmaßnahmen begutachtet werden.

Fachmännisch ging es auf der Wiese hinter dem Drimbornshof zu. Dort wurden zahlreiche Obstbäume zum Verkauf angeboten. Die passende Beratung, insbesondere zum Anbau und richtigem Schnitt der Bäume, gab es gratis von den Profis dazu. So landeten am Ende des Tages jede Menge kleiner Obstbäume in den Kofferräumen der Hobbygärtner, die sich den Traum von einem eigenen kleinen Obstgarten erfüllen wollen.

Einen besonderen Blickfang für die kleinen Naturfreunde bot auch die Hütevorführung von Schafen und Lamas, deren Wolle sowohl im natürlichen als auch im gesponnenen Zustand zum Fühlen bereitstand. „Ist das weich!“, quietscht die kleine Isabella.

Große Bedeutung für die Region

Obstwiesenfeste haben im Aachener Raum Tradition. Baumgärten und Obstwiesen waren im Eschweiler Raum schon in der Vergangenheit von großer Bedeutung. Von den damals geschlossenen Obstwiesengürteln entlang der Dörfer sind heute nur noch kleine Stücke übrig. Daher hat die Stadt mit Unterstützung der Bürger in den vergangenen Jahren neue Obstwiesen rund um den Blausteinsee angelegt. Durch den Verlust vieler Streuobstwiesen sind auch viele lokale Obstsorten in Vergessenheit geraten.

Das hat sich mit diesem tollen Fest, das vielen Naturbegeisterten den Sonntag versüßte und ihnen die Obstbaumkunde wieder näherbrachte, mit Sicherheit geändert.

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