Fronleichnamsfeier: Spüren, dass Gott die Menschen liebt

Von: jlm
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Durch die Straßen der Innenstadt zog die Prozession zum St.-Antonius-Hospital.
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Fand im Freien vor dem St.-Antonius-Hospital statt: die Anbetung des Allerheiligsten.
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Großer Andrang vor dem Hospital: Hier erteilten die Zelebranten den Gläubigen den Schlusssegen. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. Alle Christen auf der ganzen Welt feierten am Donnerstag ein ganz besonderes Fest, nämlich das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, kurz Fronleichnam.Pfarrer Graaff betonte: „Die Menschen, die an der Fronleichnamsfeier teilnehmen, sollen spüren und fühlen, dass Gott sie unendlich liebt. In der Rückschau auf das eigene Leben, sollen sie erkennen können, dass dieser Gott mit ihnen geht, dass er Halt gegeben hat und diese Zusage immer halten wird.“

"Ich wünsche mir, dass sie wie Verliebte auf die Straße gehen und sich freuen, aller Welt kund zu tun, dass Gott uns liebt und wir ihn zurück lieben können“, formulierte Pfarrer Christoph Graaff seine Vorstellung, mit welchem Gefühl alle Gläubigen Fronleichnam erleben und verlassen sollten.

Das Fest des Fronleichnams wird bereits seit dem 14. Jahrhundert gefeiert - anfangs jedoch ohne Prozession. Zur Zeit des 13. Jahrhunderts verbreitete sich der Gedanke der Realpräsenz Jesu Christi in Gestalt von Brot und Wein. So wuchs der Wunsch des Volkes, die unverhüllte Hostie zu sehen. Diesem Wunsch beugte man sich alsbald. Im 16. Jahrhundert verbreitete sich schließlich der Gebrauch der heute noch üblichen Monstranz als offenes Gefäß für die Hostie bei der Prozession.

Bei diesem Fest steht die Verehrung der Eucharistie, welche sonst bei der Feier der Heiligen Messe und dem Empfang der Kommunion zelebriert wird, im Vordergrund.

Auch in diesem Jahr versammelten sich zahlreiche Gläubige aus allen Gemeindezentren der GdG Eschweiler Mitte in der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Dort feierten sie in einer großen Gemeinschaft einen feierlichen Gottesdienst, welcher von einer großen Schar Messdiener und vom Kirchenchor mitgestaltet wurde.

Pfarrer Christoph Graaff, der in diesem Jahr unterstützt von Pfarrer Dr. Andreas Frick und den Diakonen Habermeyer, Züll und Schlicht das Hochfest mit den Gläubigen feierte, möchte den Menschen dabei eine besondere Botschaft mit auf den Weg geben. Die Beziehung zwischen Gott und den Menschen vergleicht er dabei wie die Beziehung zweier Verliebter. Man lerne sich kennen und falls man sich gut verstehe und den anderen schätze, entscheide man sich dazu, sich wieder zu treffen. Wenn man dann merke, dass die Zuneigung gewachsen sei, wäre der Schritt in die Öffentlichkeit nicht mehr fern. Man erzähle es all jenen, mit denen man besonders viel zu tun habe. Und zeige sich dann auch mit dem anderen auf der Straße, gehe mit ihm oder mit ihr Hand in Hand spazieren und dokumentiere so nach außen, wir sind ein Paar, wir gehören zusammen.

„Immer für dich da“

„Und wenn man bei Facebook ist, ändert man dort den Status: In einer Beziehung. Ich glaube fest, dass Gott es mit uns Menschen genauso macht“, erklärt Pfarrer Christoph Graaff.

„Wenn wir in einer christlichen Familie aufwachsen, dann lernen wir Gott in der Person Jesu Christi kennen. Wir hören Geschichten aus seinem Leben und werden vorbereitet auf den Empfang der Sakramente. In der Vorbereitung auf die Erstbeichte und auf die Erstkommunion erfahren wir viel über die Liebe, die Jesus den Menschen zuteil werden ließ. Wir können entdecken, dass er mich genauso anspricht und zu mir sagt: ich habe dich von ganzem Herzen lieb. Ich möchte in deinem Leben mit dir gehen. Ich begleite dich. Ich bin immer für dich da. Ich bin dein bester Freund. Ich liebe dich! Und dann liegt es an uns, ob wir das Gesprächsangebot mit ihm aufgreifen, ob wir uns treffen, um mit ihm zu reden, das heißt zu beten. Wenn wir seine Gegenwart in unserem Leben spüren, wenn wir merken, er ist wirklich da, der Unsichtbare ist so real und so nahe, wie mir sonst kein anderer nahe ist, dann lasse ich mich auch firmen.

Dann treffe ich als junger Mensch die Entscheidung, nach außen hin zu bekunden, mit der Kraft des Heiligen Geistes gehe ich meinen Lebensweg mit Jesus auf den Vater zu. Dann ist auch der Schritt in die Öffentlichkeit nicht mehr fern. Ich engagiere mich in der Kirche und zeige so nach außen, dass ich mit diesem Gott etwas zu tun habe. Und dann ist es fast selbstverständlich, auch auf die Straße zu gehen, Hand in Hand mit diesem Gott und für alle sichtbar zu machen, dass ich mit diesem Gott gehe. Fronleichnam heißt dann für mich: ich gehe mit Gott, denn Gott geht mit mir.“

Regenfrei durch die Stadt

Nach dem Gottesdienst ging man als Gemeinde gemeinsam betend und singend den Weg der Fronleichnamsprozession.

Bereits im Vorfeld war die Sorge groß gewesen, ob das Wetter an diesem für Christen wichtigen Tag auch mitspielen würde. Trotz des vielen Regens in den Tagen zuvor und der wenig ermutigenden Wetterprognosen, konnte die Prozession bei bewölktem, aber trockenem Wetter durch Eschweiler ziehen. Es sei mutig gewesen, die Prozession trotzdem durchzuführen, doch sie seien belohnt worden, so Pfarrer Dr. Andreas Frick.

Musikalisch wurde die Prozession von dem Orchester der Feuerwehr begleitet. Ihr Weg führte die Gläubigen in diesem Jahr über den Markt zur Indestraße und weiter über die Neustraße, die Marienstraße und schließlich die Dechant-Deckers Straße zum St.-Antonius-Hospital, wo in diesem Jahr der Segensaltar aufgebaut war. Diejenigen, welche diesen Weg zu Fuß nicht bewältigen konnten, wurden durch einen von der Pfarre eigens für diesen Tag zur Verfügung gestellten Fahrdienst zum Krankenhaus gebracht. Nach der Spendung des Schlusssegens klang das Hochfest im gemütlichen Beisammensein in der Räumen des St.-Antonius-Hospitals aus.

Bei einer kleinen Stärkung war die Möglichkeit gegeben, miteinander ins Gespräch zu kommen und auch zu diskutieren, vielleicht auch über die Worte und die Botschaft Pfarrer Christoph Graaffs nachzudenken.

„Ich wünsche mir ein großes Fest des Glaubens, an dem für mich spürbar, sichtbar und erlebbar wird, dass ich in meinem Glauben an den liebenden Gott nicht alleine bin und dass dieser Glaube gemeinschaftsstiftend ist“, fügt dieser nämlich letztlich hinzu.

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