Frische Milch aus dem Selbst-Zapf-Automaten

Von: Irmgard Röhseler
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Für einen Liter frisch gezapfte Milch zahlt man einen Euro. Susan Kreutz schaut mehrmals am Tag nach dem Rechten in der SB-Tankstelle an der Scherpenseeler Straße 10. Foto: I. Röhseler
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Landwirt Peter Morschel legt großen Wert auf eine gute Tierhaltung. Die Kühe danken es ihrem Bauern und gehen schonmal auf „Schmusekurs“. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Frische Milch von glücklichen Kühen ist doch ein echter Genuss und mit haltbarer Milch, die es beim Discounter zu kaufen gibt, nicht zu vergleichen. Da greift man doch gerne mal etwas tiefer ins Portemonnaie. Qualität hat halt ihren Preis.

Frische, garantiert gentechnikfreie Milch, direkt vom Bauernhof, kann man seit rund drei Monaten bei der Landwirt-Familie Morschel an der Scherpenseeler Straße 10 selbst an einem SB-Automaten zapfen. Die Idee kam dem Paar, als es Urlaub im beschaulichen Allgäu machte.

Dort haben sie einen Bauern kennen gelernt, der 30 Kühe hält und damit zwei Familien ernährt. Bei einem Milchpreis von 60 Cent pro Liter ist das auch machbar. „Leider liegt bei uns der Milchpreis, also der Auszahlungspreis der Molkerei, zurzeit bei 27 Cent pro Liter“, erklärt Peter Morschel. „Da muss man nach Alternativen schauen!“

Und die hat die Bauernfamilie jetzt gefunden und freut sich täglich über immer größeren Zuspruch und Abnehmer. Die naturbelassene Rohmilch aus eigener Produktion (keine Biomilch!) wird täglich frisch in die Behälter eingefüllt, gekühlt und automatisch im 30-Minuten-Takt umgerührt, damit sich kein Rahm bildet. Milchflaschen aus Glas kann man vor Ort erstehen oder man bringt selbst ein Behältnis mit. 2500 Flaschen haben die Morschels bislang schon an den Mann bzw. an die Frau gebracht.

Bis zu 2250 Liter Milch am Tag produzieren die 90 Kühe am Hof Morschel. Die frisch gemolkene Milch, die übrigens – weil unbehandelt – laktosefrei ist, geht größtenteils an eine Molkerei. Rund 70 Liter laufen zurzeit durch den neuen SB-Automaten täglich. Ein Ergebnis, mit dem Peter Morschel und seine Lebensgefährtin Susan Kreutz sehr zufrieden sind.

„Die Tendenz ist auf jeden Fall steigend, denn es spricht sich immer mehr rum, wie lecker diese Milch schmeckt“, freut sich Susan Kreutz, die täglich für Ordnung und penible Hygiene in dem blauen Verkaufshäuschen mit dem SB-Automaten sorgt. Schließlich ist die Maschine 24 Stunden im Einsatz, da muss man immer wieder nach dem Rechten schauen und die Leitungen durchspülen. Bevor die Morschels ihre eigene Milchtankstelle eröffneten, sahen das Lebensmittelamt und das Veterinäramt sich vor Ort um, besichtigten die Ställe und überzeugten sich von der guten Tierhaltung.

Der Landwirtschaftsbetrieb Morschel zählt mit Kälbern und Nachzucht insgesamt 160 Tiere. „Wir hatten in diesem Jahr eine Drillingsgeburt, das ist etwas ganz Seltenes“, erzählt Peter Morschel stolz. „Leider sind es nur noch Zwillinge, weil eines der Tiere es nicht geschafft hat.“ Familie Morschel legt großen Wert darauf, dass es ihrem Milchvieh gut geht, und alle dürfen sich täglich über frisches saftiges Gras auf den Weiden freuen.

Peter Morschel und Susan Kreutz weisen darauf hin, dass die Milch, da sie ja unbehandelt ist, vor dem Verzehr auf 70 Grad erhitzt werden sollte. „Das schreibt das Veterinäramt vor“, erklärt Peter Morschel.

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