Frauen erinnern an Überlebenskampf in Kamerun

Von: jrd
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„Alles, was Atem hat, lobe Gott”: Christinnen aus ganz Eschweiler feierten in der Dreieinigkeitskirche den Weltgebetstag der Frauen -Ê mit Frauen in über 170 Ländern. Foto: Jessica Deringer

Eschweiler. Wenn die Dreieinigkeitskirche ganz gefüllt ist und die Besucher sowohl katholisch als auch evangelisch, allerdings ausschließlich weiblich sind, dann heißt das: Christinnen aus ganz Eschweiler feiern den Weltgebetstag der Frauen und sind damit Teil einer Gemeinschaft von Frauen aus über 170 Ländern - dieses Jahr unter dem Leitspruch „Alles, was Atem hat, lobe Gott”.

Wie überall auf der Welt treffen sich die Eschweilerinnen immer am ersten Freitag im März, jedes Jahr in einer anderen Kirche, abwechselnd in einer evangelischen und katholischen. Ein Team aus verschiedenen Eschweiler Gemeinden bereitet den Gottesdienst gemeinsam vor.

Miteinander der Konfessionen

Denn das Miteinander der verschiedenen Konfessionen ist ein wichtiges Merkmal des Weltgebetstages, der sich als internationale ökumenische Basisbewegung versteht. Die Lieder und Gebete für den jährlichen Gottesdienst kommen immer aus einem anderen Land; dieses Jahr haben Frauen aus Kamerun die Liturgie vorbereitet.

Deutlich wurde das an den Gebeten, die auf die vielen Probleme in dem afrikanischen Land hinweisen, das etwa ein Drittel größer als Deutschland ist: Korruption, wachsende soziale Ungleichheit, Staatsversagen und die verbreitete Armut machen jeden Tag zum Überlebenskampf.

Trotzdem drücken die Kameruner Frauen - getreu dem diesjährigen Leitspruch - in ihren Gebeten vor allem eines aus: Dank für die ethnische, geografische und religiöse Vielfalt in ihrem Land. Christen, Muslime und Anhänger lokaler Religionen leben friedlich zusammen in „Afrika im Kleinen”, wo es Savanne, Wüste, schwarze Strände und Regenwald gibt.

Während des Gottesdienstes sammelten die Eschweiler Frauen Spenden, die dieses Jahr an Weltgebetstags-Projekte in Haiti, Chile und Kamerun gehen. Diese haben vor allem zum Ziel, Eigeninitiativen von Frauen zu unterstützen und damit gegen Geschlechterhierarchien, Diskriminierung und Ausschluss von Frauen zu kämpfen. Die schwierige Lage der Kameruner Frauen kommt deshalb auch in der Liturgie zum Ausdruck: „In Kamerun hört man nicht auf die Stimmen der Frauen, aber Gott hört uns”, sagen die Afrikanerinnen.

Eine dankbare und hoffnungsvolle Haltung, die beispielhaft ist - und so fragte Pfarrerin Dorothee Neubert ihre Zuhörerinnen: „Sehen wir hier bei uns alles, was gut ist?” Den Weltgebetstag versteht sie als Chance, „über den Tellerrand zu schauen und Verantwortung zu übernehmen”.

Eine Chance, die sich jedes Jahr neu bietet - 2011 in der Kirche St. Michael, Steinstraße.
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