Französische Blues-Combo begeistert mit geschmackvollen Songs

Von: psi
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Mais oui Phil Fernandez aus Frankreich gab sich die Ehre bei Blues meets Rock. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Gäste aus Frankreich gehören mittlerweile zum festen Bestandteil der Clubkonzert-Serie „Blues meets Rock“ im „Rio“ in der Schnellengasse. Am Montag gab sich Phil Fernandez, genannt Big Dez, mit seiner Combo erneut die Ehre.

Mit seinem Quartett zeigte der frische Franzose, wie man auch ein überschaubares Publikum an einem ansonsten recht trüben März-Montagabend bestens unterhalten kann.Ganz cool, im Zeichen von Schlägermütze und Lederjacke, nahm der Bluesrock-Zug von Big Dez langsam Fahrt auf. Mit einigen lässigen Standards machten sich Phil Fernandez (Gitarre & Gesang), Bala Pradal (Orgel & Piano), Lamine Guerfi (Bass) und Stéphane Miñana (Schlagzeug) an die Sache heran. Zwischen rockigen Passagen bauten die Vier aus Paris immer wieder auch mal langsamere Elemente ein, so dass das erste Set recht kurzweilig daherkam.

Phil Fernandez selbst pflegt einen unaufgeregten Gitarrenstil. Er kümmerte sich mehr um sein Publikum und fragte zwischendurch immer wieder mal charmant nach, wie die Stimmung draußen im Fan-Volk so sei. Selbstverliebte Wandertouren übers Griffbrett sind nicht so sein Ding. Sechs Saiten, ein Verstärker und ein Mikrofon für einen Bluesrocker mit derart großer Erfahrung ein absolut ausreichendes Besteck, um interessante Musik auf die Bühne zu bringen. Auch in Sachen Repertoire bewiesen Big Dez viel Geschmack. Da mischte sich mit „Alright, ok, you win“ schon mal ein fetzig interpretierter Swing-Klassiker von Count Basie mit ins Programm.

Zwei Songs weiter bediente sich Phil Fernandez der Klangwelt von B.B. King, während seine Mannen veritable Funk-Rhythmen zu verteilen wussten. Durchaus mutig und eigenwillig gaben Big Dez schließlich mit „Badge“ einen alten Cream-Klassiker aus der Feder von Eric Clapton und George Harrison zum Besten.

Phil Fernandez hat sich in seinem bisherigen Musiker-Dasein durch unzählige Sessions mit namhaften Musikern gespielt. Diese gewonnene Erfahrung merkt man auf der Bühne, wo Spielfreude und Abwechslung für gute Unterhaltung sorgen. Er lässt aber auch immer Raum für seine Mitspieler. Lamine Guerfi durfte am Montag abend seine eigene kleine Hommage an die Großen des Rock‘n‘Roll feiern. Der Bassist griff kurzerhand selbst zum Mikro und ließ mit dem Elvis-Song „I‘m all shook up“ sowie Jerry Lee Lewis „Great balls of fire“ zwei absolute Mega-Hits der Fünfziger erklingen.

Der ausgezeichnete Keyboarder Bala Pradal hatte seine Sternstunde direkt zu Beginn des zweiten Sets, als Big Dez das legendäre „Green Onions“ von Booker T and the MGs intonierten. Fazit? Zwei Stunden beste Livemusik-Unterhaltung vor kleiner und treuen Fangemeinde.

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