Franz-Liszt-Gesellschaft bietet Konzert der Extraklasse

Von: ran
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Konzentriert und ausdrucksstark: Der József-Ács-Chor brillierte während des Konzerts „Meisterwerke Geistlicher Musik“, das die Franz-Liszt-Gesellschaft in der wunderbaren Atmosphäre der Pfarrkirche St. Marien am späten Sonntagnachmittag präsentierte. Foto: Andreas Röchter
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Grandioses Gesangs-Quartett: Violetta Palatinus (Sopran), Liesel Effenberg (Alt), Béla Mavrák (Tenor) und Hrólfur Saemundsson (Bariton) interpretierten Rossinis „Stabat Mater dolorosa“ würdevoll. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Rund 75 Minuten Genuss, verbunden mit Besinnung und Andacht – so lautet das Fazit des Konzerts „Meisterwerke Geistlicher Musik“, das die Verantwortlichen der Franz-Liszt-Gesellschaft Eschweiler um ihren formidablen musikalischen Leiter József Ács ihrem Publikum am späten Sonntagnachmittag in der wunderbaren Atmosphäre der Pfarrkirche St. Marien präsentierten.

Dabei boten sie Protagonisten mit fantastischer individueller Qualität auf, die aber auch und vor allem als Mannschaft brillierten: Nicht zuletzt Dank des vollendeten Dirigats von János Ács sowie der großartigen Begleitung durch József Ács am Klavier kamen die grandiosen Stimmen der Gesangssolisten Violetta Palatinus (Sopran), Béla Mavrák (Tenor) und Hrólfur Saemundsson (Bariton) bestens zur Geltung.

Außergewöhnlich war auch die Leistung des József-Ács-Chors und dessen Solisten Liesel Effenberg (Alt) und Markus Kraus (Tenor), der gemeinsam mit der „Männerabteilung“ des József-Ács-Chors und begleitet von seinem Chorleiter an der Orgel, das Konzert mit dem ergreifenden „Pater Noster“ („Vater unser“) von Franz Liszt eröffnete.

Anschließend führte Moderator Dr. Axel Gerick mit ruhigen erklärenden Worten durch ein Programm, das sich vollständig der Kirchenmusik widmete und im Besonderen die Fastenzeit als „außergewöhnlichen Zeitraum des Kirchenjahres“ thematisierte. Vor diesem Hintergrund war auch die Bitte der Interpreten zu verstehen, während des Konzerts auf Applaus zu verzichten, um der Würde des Ortes und des Moments gerecht zu werden.

Voller Hingabe zelebrierte Violetta Palatinus mit dem anspruchsvollen „Kyrie eleison“ („Herr, erbarme dich“) aus Mozarts Messe in c-moll ihr bemerkenswertes Klangspektrum, das der Opernsängerin für ihre Sopran-Stimme außergewöhnlich hohe und tiefe Töne erlaubt. Dramatisch dann die Wiedergabe der „Stabat Mater dolorosa“ von Gioachino Rossini, bei der Béla Mavrák, Hrólfur Saemundsson, Violetta Palatinus und Liesel Effenberg das grauenvolle Leiden Marias unter dem Kreuz spürbar werden ließen.

Besonderes Augenmerk legt József Ács natürlich auf die Werke seiner „Inspiration“ Franz Liszt. So ließ der Klaviervirtuose gemeinsam mit dem Chor das Publikum am wundervollen „Christus Oratorium“ des Jahrhundert-Komponisten und -Pianisten durch die Interpretation „Tu es Petrus“ („Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche aufbauen“) teilhaben.

Tenor Béla Mavrák, der bereits unter dem Dirigat von Yehudi Menuhin sang, wurde den Anforderungen der Arie aus Puccinis Werk „Messa di gloria Gratias“ absolut gerecht, bevor zum denkwürdigen Abschluss des Konzerts Ausschnitte aus dem von József Ács rekonstruierten und bearbeiteten „Requiem“ von Ruggero Leoncavallo erklangen. Bariton Hrólfur Saemundsson, seit 2009 Ensemblemitglied des Theaters Aachen, glänzte dabei während der Arie „Liber scriptus“ und richtete letztlich im Duett mit Violetta Palatinus und dem Chor den Blick mit dem „Agnus dei“ auf die baldige Auferstehung Jesu Christi.

Ergriffen und in gewissem Sinne „mitgenommen“ hielt es die Zuhörer nach dem Verklingen des letzten Tones nur noch wenige andächtige Momente auf ihren Plätzen. Dann brach sich dankbarer Applaus Bahn. Eineinviertel Stunden, die allen Zuhörern in Erinnerung bleiben dürften, waren Vergangenheit.

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