Franz-Liszt-Gesellschaft begeistert mit Operngala

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
11963158.jpg
„Volles Haus“ bei der festlichen Operngala der Franz-Liszt-Gesellschaft am Samstag im Ratssaal. Am Klavier vorn die Brüder József und János Ács. Als „Carmen“ ebenso dramatisch wie hinreißend: die Mezzosopranistin Sanja Radisic. Mit einer Büste von Franz Liszt bedankte sich der Vorsitzende der Liszt-Gesellschaft, Günther Wopperer, beim langjährigen Förderer Johannes Gastreich. Moderator Dr. Eberhardt Schneider führte gekonnt durch den Abend. Gute Laune beim Trinklied aus Verdis „La Traviata“: Die Solisten Tenor Béla Mavrák, Sopran Violetta Palatinus und der József-Ács-Chor. Foto: Ebbecke-Bückendorf
11963167.jpg
„Volles Haus“ bei der festlichen Operngala der Franz-Liszt-Gesellschaft am Samstag im Ratssaal. Am Klavier vorn die Brüder József und János Ács. Als „Carmen“ ebenso dramatisch wie hinreißend: die Mezzosopranistin Sanja Radisic. Mit einer Büste von Franz Liszt bedankte sich der Vorsitzende der Liszt-Gesellschaft, Günther Wopperer, beim langjährigen Förderer Johannes Gastreich. Moderator Dr. Eberhardt Schneider führte gekonnt durch den Abend. Gute Laune beim Trinklied aus Verdis „La Traviata“: Die Solisten Tenor Béla Mavrák, Sopran Violetta Palatinus und der József-Ács-Chor. Foto: Ebbecke-Bückendorf
11963166.jpg
„Volles Haus“ bei der festlichen Operngala der Franz-Liszt-Gesellschaft am Samstag im Ratssaal. Am Klavier vorn die Brüder József und János Ács. Als „Carmen“ ebenso dramatisch wie hinreißend: die Mezzosopranistin Sanja Radisic. Mit einer Büste von Franz Liszt bedankte sich der Vorsitzende der Liszt-Gesellschaft, Günther Wopperer, beim langjährigen Förderer Johannes Gastreich. Moderator Dr. Eberhardt Schneider führte gekonnt durch den Abend. Gute Laune beim Trinklied aus Verdis „La Traviata“: Die Solisten Tenor Béla Mavrák, Sopran Violetta Palatinus und der József-Ács-Chor. Foto: Ebbecke-Bückendorf
11963160.jpg
„Volles Haus“ bei der festlichen Operngala der Franz-Liszt-Gesellschaft am Samstag im Ratssaal. Am Klavier vorn die Brüder József und János Ács. Als „Carmen“ ebenso dramatisch wie hinreißend: die Mezzosopranistin Sanja Radisic. Mit einer Büste von Franz Liszt bedankte sich der Vorsitzende der Liszt-Gesellschaft, Günther Wopperer, beim langjährigen Förderer Johannes Gastreich. Moderator Dr. Eberhardt Schneider führte gekonnt durch den Abend. Gute Laune beim Trinklied aus Verdis „La Traviata“: Die Solisten Tenor Béla Mavrák, Sopran Violetta Palatinus und der József-Ács-Chor. Foto: Ebbecke-Bückendorf
11963165.jpg
„Volles Haus“ bei der festlichen Operngala der Franz-Liszt-Gesellschaft am Samstag im Ratssaal. Am Klavier vorn die Brüder József und János Ács. Als „Carmen“ ebenso dramatisch wie hinreißend: die Mezzosopranistin Sanja Radisic. Mit einer Büste von Franz Liszt bedankte sich der Vorsitzende der Liszt-Gesellschaft, Günther Wopperer, beim langjährigen Förderer Johannes Gastreich. Moderator Dr. Eberhardt Schneider führte gekonnt durch den Abend. Gute Laune beim Trinklied aus Verdis „La Traviata“: Die Solisten Tenor Béla Mavrák, Sopran Violetta Palatinus und der József-Ács-Chor. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. „Es ist ein beglückendes Gefühl, hier zu stehen“ begrüßte Dr. Eberhardt Schneider als Moderator der festlichen Operngala am Samstag im überfüllten Saal des Eschweiler Rathauses das Publikum. Das Glück war gegenseitig.

Zweieinhalb Stunden später, nach vielen wunderschönen Arien und Liedern aus Oper und Operette, klatschten die Besucherinnen und Besucher stehend Beifall, während die Künstler auf der Bühne beim Trinklied aus Verdis „La Traviata“ sich mit Sekt zuprosteten.

Die Liebe und immer wieder die Liebe in all ihren Facetten war das Leitmotiv des Opernabends. Die enttäuschte Liebe, die himmlische Liebe, auch einmal die Heimatliebe wie beim Chor aus der Verdi-Oper Nabucco, am Samstag gesungen vom József-Ács-Chor.

All diesen Aspekten der Liebe wurden die Sängerinnen und Sänger gerecht. Mal verzweiflungsvoll und innig, wie im Duett aus dem Troubadour von Guiseppe Verdi, mal sinnlich wie in der Habanera aus der Oper Carmen von Georges Bizet, und dann wieder dramatisch wie etwa im Duett der Norma und der Adalgisa aus Vincenzo Bellinis Oper „Norma“. Die Liszt-Gesellschaft als Veranstalter hatte eine eindrucksvolle Auswahl eingängiger Melodien aufs Programm gesetzt. Melodien, die nicht nur Opernfreunde kennen, sondern die fast jeder schon einmal gehört hat und zumindest mitsummen oder mitträllern kann. Was das Publikum, von Moderator Eberhardt Schneider aufgefordert, zumindest am Schluss des Konzertabends dann auch gerne tat.

Mitreißend, sowohl stimmlich als auch schauspielerisch, waren besonders die Auftritte der beiden Sängerinnen des Abends, der Eschweiler Sopranistin Violetta Palatinus und der Aachener Mezzosopranistin Sanja Radisic. Besonders als Carmen überzeugte Radisic mit hinreißender Dramatik. Ihr „L‘amour est un oiseau rebelle“ (Die Liebe ist ein wilder Vogel) erinnerte an die große Maria Callas. Bravo-Rufe aus dem Publikum dankten ihr. Mit ganz ähnlichem Selbstbewusstsein gestaltete Violetta Palatinus das Lied der Sylva aus Emmerich Kálmáns Operette „Die Csárdásfürstin“.

Dankbare Rollen hatte auch der Tenor Béla Mavrák, der manchen Zuhörern aus Konzerten mit dem Maastrichter Geiger André Rieu bekannt sein dürfte. Bei Melodien wie „Dein ist mein ganzes Herz“ aus dem „Land des Lächelns“ von Franz Lehár konnte er seine ganze Routine und seine strahlende Stimme ausspielen.

Was wäre die Franz-Liszt-Gesellschaft ohne ihren Gründer und musikalischen Leiter József Ács? Dass Eschweiler sich glücklich schätzen kann, seine zweite Heimat zu sein, wurde schon oft gesagt und geschrieben. Am Samstag trat er gemeinsam mit seinem Bruder János auf, auch dieser ein Konzertpianist, aber noch bekannter als Dirigent. Unter anderem leitete János Ács die Konzerte der „Drei Tenöre“ (Placido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras). Im Eschweiler Rathaus dirigierte er den Chor seines Bruders und spielte gemeinsam mit ihm vierhändig die Klavierfassungen bekannter Ouvertüren.

Zu den Stars des Abends gehörte zweifellos auch Dr. Eberhardt Schneider. Der bekannte Mediziner ist bekennender Opernfreund. Als Moderator brachte er dem Publikum ebenso charmant wie kenntnisreich Wissenswertes aus der Welt der Oper und der Operette nahe. Applaus und Lacher aus dem Publikum dankten ihm für seine geistreiche und schlagfertige Moderation, etwa als bei einem impulsiven Auftritt von Sanja Radisic ein Notenständer weggefegt wurde: „Vor dieser Frau geht sogar ein Notenständer in die Knie!“

Die Operngala endete geradezu ausgelassen. Mit Sektgläsern in der Hand stießen die Künstler und Veranstalter, der Chor eingeschlossen, beim Trinklied aus Verdis „La Traviata“ auf den gelungenen Abend an. Das Publikum dankte mit rauschendem Beifall und bekam dieses beliebte Lied noch einmal als Zugabe.

Über viele Jahre hinweg hat die Eschweiler Raiffeisen-Bank die Arbeit der Franz-Liszt-Gesellschaft finanziell gefördert. Dafür bedankte sich deren Vorstand am Samstag öffentlich und herzlich bei Johannes Gastreich, dem bald scheidenden Vorstandsvorsitzenden der Bank, mit einer Büste von Franz Liszt und Wein von dem Liszt‘schen Weingut in Ungarn.

„Hier im Eschweiler Rathaus“, so hatte Eberhardt Schneider bei der Begrüßung der Konzertbesucher kühn vermutet, „ist der Nabel der Klassikwelt des westlichen Rheinlands.“ Der Besucheransturm gab ihm da recht. Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Konzerts war der Ratssaal gut gefüllt. Für die dann noch herbei strömenden kunstsinnigen Konzertbesucher wurden immer mehr Stühle herbei geschafft, aus Sitzungssälen und Fraktionsräumen. Am Ende fand jeder ein Plätzchen.

Der Ansturm freute nicht nur die Franz-Liszt-Gesellschaft, er freute auch die Eschweiler Tafel. Denn von jeder Eintrittskarte gehen fünf Euro an diese ehrenamtlich tätige Organisation, die notleidende Bürger mit billigen Lebensmitteln versorgt. Horst Berretz, stellvertretender Vorsitzender der Tafel, erläuterte vor dem Konzert den Besuchern, was mit den Spenden geschieht. Bei der „Tafel“ sind inzwischen 800 Haushalte als bedürftig angemeldet. Darunter sind auch Einzelpersonen, aber oft handelt es sich um Familien mit vielen Kindern. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von drei Personen werden also rund 2400 Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Das ist eine enorme Arbeit, die nicht nur logistisch bewältigt werden muss. Auch finanziell ist da Einiges zu stemmen. Die Spendenbereitschaft der Eschweiler Konzertbesucher war da eine willkommene Hilfe und Anlass für herzliche Dankesworte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert