Eschweiler - Foto-Ausstellung: Alte Standpunkte, andere Orte

Foto-Ausstellung: Alte Standpunkte, andere Orte

Von: vr
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Ein Stück Eschweiler Kunst- u
Ein Stück Eschweiler Kunst- und Zeitgeschichte beschert Fotograf Thomas Weiland (2. von links) zusammen mit Manfred Lohre vom Eschweiler Kunstverein (links), Dr. Dagmar Preising vom Suermondt-Ludwig-Museum (2. von rechts) und Raiffeisenbank-Vorstandssprecher Johannes Gastreich (rechts) den Besuchern der Ausstellung „Zeitenwechsel - Eschweiler in Bildern gestern und heute”. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Eschweilers Burgen, der Stadtwald, die Architektur der alten Gebäude und die Marktkirche St. Peter und Paul, sie alle haben heimische Künstler wie Josef Artz, Bernhard Honneff, Adam Bachmann oder Prof. Hans Stuchlik inspiriert.

Und zu eindrucksvollen Werken getrieben, die nicht nur ein Stück Heimat, sondern vor allem auch viel Zeitgeist widerspiegeln.

Diese Tradition hat nun der junge Eschweiler Fotograf Thomas Weiland fortgesetzt und ist den gleichen Örtlichkeiten mit dem Geiste der modernen Zeit begegnet: mit anderen Perspektiven und mit dem zeitgenössischen Ge-mälde durch digitale Fotografie.

Er sei sehr froh darüber, so Bürgermeister Rudi Bertram bei der Ausstellungseröffnung „Zeitenwechsel - Eschweiler in Bildern gestern und heute” am Freitag, dass die Schätze vieler Eschweiler Künstler dank des Kunstvereins nicht länger ihr Dasein in einem Keller des Rathauses fristen müssen, sondern dank Werner Etzkorn vernünftig archiviert und vor allem würdig aufbewahrt werden.

So wurde im vergangenen Jahr Thomas Weiland auf die Abbildungen seiner Heimatstadt aus Sicht der „alten” Künstler aufmerksam und entschied sich, die dargestellten Orte einer Auswahl dieser Bilder zu suchen und seine Sicht der Dinge festzuhalten - nicht mit Pinsel und Farbe, sondern mit Blende und Belichtung seiner digitalen Fotokamera.

„Es sind die alten Standpunkte, aber es sind andere Orte im Vergleich zu damals”, Dr. Dagmar Preising vom Suermondt-Ludwig-Museum verwies in ihrer Einführung auf den besonderen Reiz, der von dieser Ausstellung Eschweiler Bilder ausgeht: Zum einen haben sich die Eindrücke der Orte verändert.

Wo auf einem Gemälde noch die unberührte Natur aus der Perspektive des Eschweiler Waldes zu sehen ist, ziert das Weisweiler Kraftwerk das neue Bild von Thomas Weiland von demselben Standpunkt aus. Zum anderen schafft der Fotograf durch Kippen des Bildes nach rechts oder links, unterschiedliche Belichtungen und Farbbetonungen andere Orte im Vergleich zum Werk von damals.

Hier erscheint St. Peter und Paul in einer mehrfarbigen Komposition, dort werden Honneffs Türen und Tore stark vergrößert und perspektivisch verzerrt dargestellt.

Interessant ist, dass durch das eigentlich künstlerische Medium der Malerei die Darstellungen meist topographisch und realistisch wiedergegeben werden, wohin gegen Weiland mittels des eigentlich sehr realistischen Mediums der Fotografie eine sehr künstlerische Darstellung wählt, häufig unterstrichen durch eine gewisse Grobkörnigkeit der Bilder.

Dieser weitere bemerkenswerte Beitrag zur kulturellen Identität der Stadt Eschweiler ist dank des Engagements von Johannes Gastreich und Bernd Schendzielorz vom Vorstand der Raiffeisenbank Eschweiler sowie des Eschweiler Kunstvereins noch bis zum 18. April in den Geschäftsräumen an der Franzstraße zu erleben, nicht ausschließlich als künstlerischer Beitrag, sondern vor alle als ein Stück Eschweiler Zeitgeschichte, denn: „Nicht nur die Orte, auch die Kunst selbst ist anders geworden”, wie Dr. Dagmar Preising treffend feststellte.
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