Forum Medizin: Vorsicht, Lebensgefahr! Wenn Adern verstopfen

Letzte Aktualisierung:
9622533.jpg
Der Computer macht‘s möglich: Blick auf die Blutgefäße des Kopfes. Foto: stock/Science Photo Library

Eschweiler. Die Arterien, also die Gefäße, die das Blut vom Herz weg und in unseren Körper hinein führen, sind nicht etwa wie einfache Wasserleitungen aufgebaut, sondern im Gegenteil ein sehr kompliziert zusammen gesetztes System von Hohlräumen.

Sie gleichen Schläuchen, deren Wände aus mehreren Lagen bestehen: innen, also direkt am vorbei fließenden Blut, liegt die Schicht, die als innere Membran bezeichnet wird. Dann folgt die aus Muskelfasern mit dazwischen liegenden elastischen Elementen aufgebaute mittlere Lage, die von einem äußeren Mantel, hauptsächlich aus Bindegewebe bestehend, umfasst wird.

Das Medizinforum unserer Zeitung beschäftigt sich am Dienstag, 17. März, mit dem Thema „Arterien verkalkt, verstopft, zu ... was tun?“. Beginn ist um 19 Uhr im Talbahnhof unter der bewährten Moderation unseres Forumsleiters Dr. Eberhardt Schneider, Chefarzt der Klinik für fachübergreifende Frührehabilitation und Sportmedizin am St.-Antonius-Hospital. Er und vier weitere Experten stehen unseren Lesern Rede und Antwort zum Thema. Der Eintritt ist frei.

So erhalten die Arterien ihre charakteristischen Eigenschaften, nämlich elastisch auf das gepulst ankommende Blut reagieren und den Blutstrom je nach Bedarf auch steuern zu können, damit unsere Gewebe und Organe (so wie eben benötigt) mehr oder weniger Blut erhalten.

Solch komplizierte Strukturen wie die Blutgefäße sind natürlich auch anfällig für Erkrankungen. Diese zählen zu den häufigsten im menschlichen Organismus und können erhebliche, zum Teil dramatische und oft auch tödliche Folgen haben. Arterielle Erkrankungen und deren Auswirkungen sind mit die häufigste Todesursache in westlichen Industrienationen.

Mit über 90 Prozent Anteil stellt die sogenannte Arteriosklerose das häufigste Krankheitsbild dar. Hierbei bilden sich in den Blutgefäßwänden Bindegewebswucherungen, in denen Fettsäuren, Cholesterin und Kalk eingelagert sind. Dadurch geht den Arterien ihre Elastizität verloren, sie verhärten und verlieren schließlich immer mehr von ihrem Hohlraumvolumen, gehen also allmählich zu – ganz ähnlich wie verkalkende Wasserleitungen in unseren Haushalten.

Die Risikofaktoren, die zur Entstehung dieser Erkrankung führen, sind bekannt: in erster Linie sind Alter und (männliches) Geschlecht zu nennen, dann folgen Nikotin, Blutfette und Bluthochdruck, schließlich die Zuckerkrankheit, Gicht und Übergewicht.

Alle Ursachen führen letztendlich zu einer Konsequenz: die Arterien lassen immer weniger Blut durch und befördern so nicht mehr ausreichend viel Sauerstoff und unbedingt notwendige Nährstoffe zu den Organen. Abhängig davon, ob die erkrankten Blutgefäße zum Herz, Gehirn oder in die Beine führen, werden dort Folgeerkrankungen auftreten: bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße ein Herzinfarkt, bei den Hirngefäßen ein Schlaganfall, bei den Beingefäßen ein Absterben von Zehen, Füßen, Unter- oder Oberschenkel mit allen daraus entstehenden Problemen.

Natürlich können die Arterien auch aus anderen Gründen verstopfen, etwa wenn Teile aus Verkalkungen ausbrechen und im Blutstrom an eine entfernte Stelle treiben, wo sie dann zu einem Verschluss führen, den wir Thrombose nennen. Dies kann zum Beispiel im Auge oder im Darm geschehen. Nicht genug damit: Blutgefäße können auch einreißen oder in ihrer Schichtung auseinander klaffen, wie es zumeist in der Bauchschlagader (Aorta) geschieht. Man spricht dann von einem Aneurysma, das, wenn es platzt, ein echter Notfall ist, wobei es um Leben und Tod gehen kann.

Wie stellt man nun fest, ob die Arterien noch richtig funktionieren?

Wenn nicht gerade ein Zufall den Blick des Arztes auf die Blutgefäße lenkt, so ist es häufig das Symptom Schmerz, das den Patienten aufrüttelt wie etwa bei der Durchblutungsstörung der Beine, wenn man nur noch wenige Meter ohne Beschwerden gehen kann („Schaufensterkrankheit“). Andere Organe reagieren mit Funktionsausfällen, wie etwa das Gehirn, wenn es beim Schlaganfall zu Lähmungen und massiven Störungen kommt. Der Arzt wird dann den Patienten gründlich untersuchen und Weiteres veranlassen, wie eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße, eine Röntgendarstellung mit Kontrastmittel oder eine Katheteruntersuchung. Auch die Kernspintomografie (MRT) und geeignete Laboruntersuchungen können helfen.

Auf diese Weise erhält der Arzt einen raschen Überblick und kann sich für eine angemessene Behandlung entscheiden, die oft schnell und zielgerichtet erfolgen muss, um dem Patienten wirklich helfen zu können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert