Förderverein widmet einen Abend Richard Wagner

Von: se
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Wagner zum Genießen: Tomoko Yoneyama (links) und Jeremy Hulin präsentierten ein musikalisches Programm der Spitzenklasse im Rathaus. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Er war nicht nur einer der größten Komponisten des 19. Jahrhunderts, sondern auch eine umstrittene Persönlichkeit. Am 22. Mai wäre Richard Wagner 200 Jahre alt geworden. Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „Kultur gut stärken“ veranstaltete der Förderverein der Stadtbücherei Eschweiler am Dienstag einen „Wagner-Abend“.

Warum man diesen in den Ratssaal verlegte, erklärte Michaele Schmülling-Kosel, Leiterin der Stadtbücherei so: „Der Flügel passte durch keine Tür der Stadtbücherei, deshalb sind wir in einen größeren Raum ausgewichen.“ Doch auch dieser war mehr als gut gefüllt, schließlich wartete auf die vielen Gäste ein ganz besonderes Programm. Dieses vereinte neben den musikalischen Werken Wagners auch amüsante Texte über den Komponisten und wurde so zu einer einzigartigen Veranstaltung, die in dieser Konzeption wohl nicht häufig vorkommt.

Dies bemerkten auch die vielen Zuhörer, die gespannt den Worten von Horst Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbücherei, lauschten. „Ich habe versucht, einige amüsante Texte über Wagner herauszusuchen, da man ihn meist nur mit etwas Schwerem und weniger mit Humor in Verbindung bringt“, erklärte Schmidt. Zur Einstimmung auf den Abend hatte er den Text „Ein Wagner in Bayreuth“ von Herbert Rosendorfer ausgewählt. Bereits bei diesem stellte sich auf den Gesichtern der Gäste ein Schmunzeln ein, und ab und zu war auch ein noch etwas verhaltenes Lachen zu hören. Dieses wurde besonders bei Loriots „Bayreuther Pausengespräch“ lauter.

Durch seine hervorragende Vortragsweise schaffte Schmidt es dem Publikum die literarisch anspruchsvollen Texte von Marcel Reich-Ranicki bis hin zu Mark Twain näher zu bringen und zudem den Werken von bereits vergessenen Autoren wie Eduard Hanslick und Eckhard Henscheid wieder Leben einzuhauchen.

Für eine hochkarätige musikalische Unterhaltung sorgten an diesem Abend Tomoko Yoneyama, Konzertpianistin, und Jeremy Hulin, Professor am Conservatorium Maastricht und der Musikhochschule Köln. Die beiden Indestädter interpretierten Wagners Ouvertüre zu „Tannhäuser“ vierhändig am Flügel und ernteten dafür vom begeisterten Publikum viel Applaus.

Gelungener Abend

Auch Hulins Interpretation der Wesendock-Lieder auf der Klarinette fand bei den Gästen großen Anklang. Ein besonderer Höhepunkt war das Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg“, das die Musiker vierhändig am Flügel vortrugen und so den gelungenen Abend beendeten.

Der Förderverein, der die Stadtbücherei bereits seit 1995 tatkräftig unterstützt, ist immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Internetseite unter www.eschweiler-liest.de.

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