Förderschule Astrid-Lindgren baut Ganztagsbetreuung aus

Von: thd
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An den Tischen sitzen die Sch
An den Tischen sitzen die Schüler zusammen und essen zu Mittag: Anschließend werden sie individuell betreut und können ein großes Freizeitangebot in Anspruch nehmen. Foto: Theres Dickmeis

Eschweiler. „Das schmeckt aber gut! Hast du das schon probiert?”, fragen die Kinder noch wild durcheinander. Bald wird es jedoch ruhiger im Mittagsraum. An den Tischen sitzen die Schüler zusammen und essen. Anschließend üben sie in individuellen Stunden und können ein großes Freizeitangebot wahrnehmen.

Das ist nicht für alle Kinder selbstverständlich, denn sie gehen auf die Astrid-Lindgren-Schule und benötigen ein hohes Maß an Betreuung. Die Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung kann jetzt dieses Angebot einem Teil der Schüler ermöglichen, denn sie ist seit Beginn des Schuljahres eine gebundene Ganztagsschule.

Nachdem die ersten Pläne 2006 entworfen wurden, hat die Bezirksregierung Köln die Genehmigung im März dieses Jahres erteilt. Für das Schuljahr 2011/12 war der gebundene Ganztag dann realisierbar.

Gebundener Ganztag heißt im Gegensatz zu offenem Ganztag, dass die Schüler diesen verpflichtenden Unterricht annehmen müssen. Dabei entstehen keine weiteren Kosten für die Eltern, was bei offenem Ganztag zutreffend ist.

In zwei Schritten wird der Ganztag eingeführt. Bisher erhalten 23 Schüler der Klassen eins bis drei ein warmes Mittagessen, betreute und gestaltete Freizeitangebote sowie Unterrichtsförderung im Nachmittagsbereich. Im kommenden Schuljahr 2012/2013 folgen in einem zweiten Schritt die Lerngruppen vier bis sechs.

Verbessertes Freizeitangebot

Von 13 bis 15.30 Uhr erhalten die drei Klassen die Chance, Unterrichtsinhalte in einem flexibleren Zeitrahmen unter individualisierter sonderpädagogischer Förderung und in einem strukturierten Rahmen zu üben. „Der Lebensraum der Kinder verlagert sich weiter in die Schule hinein”, erklärt Schulleiterin Christel Reintjes-Becker. „Für Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf gibt es leider ein schlechtes Freizeitangebot. Wir wollen das Angebot ausgleichen.” Kinder mit sozialen und emotionalen Problemen bräuchten eine komplexe Betreuung, die bei den Vereinen nicht immer möglich sei. „Die Chance besteht jetzt, die Kinder an Dinge zuführen, die unter anderen Umständen verschlossen sind”, verdeutlicht Christel Reintjes-Becker.

Dass der Schritt zur gebundenen Ganztagsschule ein Schritt in die richtige Zukunft ist, erklärt der Vertreter des Schulamts der Städteregion Aachen Klaus-Norbert Greuel: „Alle reden immer von Inklusion und da könnte sich der gebundene Ganztag als Widerspruch anhören. Allerdings reden wir hier von Kinder mit hohem Förderbedarf, denen es nicht hilft, ausgeschlossen zu werden”, erklärt Klaus-Norbert Greuel. „Die Schule springt ein, um die Kinder aufzufangen.”

Das schließt auch die Hausaufgaben ein. Die Schule vermittelt zwischen Eltern und Kindern und sorgt für ein entspannteres Verhältnis, da die Hausaufgaben nach der Schule bereits erledigt sind.

Die Freizeit beginnt in der Schule bereits mit Arbeitsgemeinschaften wie Kunst, Sport und Zaubern und findet meistens draußen statt. Deshalb finanziert der Schulträger unter anderem eine Pausenhalle. Der stellvertretende Amtsleiter der Schulverwaltung der Städteregion Aachen Wilhelm Schröder erläutert, dass die Umbaumaßnahmen noch nicht beendet seien. „Die Küche war bereits vorhanden. Möbel, Personal und andere nicht pädagogische Maßnahmen werden durch den Schulträger finanziert.”

Für Christiane Schnerr ist der gebundene Ganztag eine Bereicherung. „Meine Tochter kommt jetzt viel entspannter aus der Schule und auch bei ihren Freunden kommt der Ganztag gut an”, sagt die Elternvertreterin. „Das Rund-um-Paket hat an anderen Schulen gefehlt und ich bin froh, dass mein Kind auf dieser Schule ist.”
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