Förderprogramm: Schüler lernen mit dem SC Delphin schwimmen

Von: Stefan Herrmann
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„Wir können´s!”: Die quietschfidelen Schüler zeigen ihre Urkunden! Mit Unterstützung der SC Delphin-Trainerinnen lernten die Kinder, sich sicher im Wasser zu bewegen. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Im Sommer gibt es nichts Schöneres: Ein strahlend blauer Himmel, Temperaturen wie am Mittelmeer und die Sonne lacht vom Himmel. Während in den vielen Büros selbst die Klimaanlagen und Ventilatoren ins Schwitzen kommen, kennen all die Glücklichen, die frei haben, nur ein Ziel: eine erfrischende Abkühlung im See.

Und so pilgern sie in Scharen zum Blausteinsee oder ins Freibad, schwimmen, plantschen, tauchen und spielen im Wasser. Wenn sie es denn können. Gerade viele Kinder kennen nämlich mittlerweile das Element Wasser nur aus der Ferne.

„Eine enorme Gefahr”, wie Experten seit Jahren davor warnen, dass ganze Generationen an Schwimmmuffeln herangezogen werden. Auch die Politik hat die alarmierenden Zeichen erkannt, denn hunderte ungelernte Schwimmer, ob jung oder alt, kommen Jahr für Jahr ums Leben. In Seen und Flüssen, aber auch im Schwimmbad, in Gartenteichen, in Swimmingpools und in Wassergräben.

Mehrere Studien zeigen, dass es mittlerweile schon 30 Prozent Nichtschwimmer in der Altersgruppe bis 14 Jahre gibt. Daher hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem Schwimmverband NRW das Programm „QuietschFidel - Ab jetzt für immer Schwimmer” ins Leben gerufen, an dem sich in den Osterferien erstmals auch der SC Delphin Eschweiler erfolgreich beteiligte.

Was steckt hinter der quietschfidelen Schwimmaktion? „Die Initiative richtet sich speziell an Kinder der Klassen vier bis sechs”, erklärte Organisatorin Andrea Kreutz. Zusammen mit Christine Schorn und Eva-Lotta Kreutz sowie Jana von Meer vermittelte sie während der Osterferien 15 Kindern in einem zehntägigen Schwimmkurs in der Jahnhalle Vertrauen, Sicherheit und den positiven Umgang mit dem Wasser.

Jeden Wochentag ging es daher für jeweils eine Stunde ins kühle Nass: Untertauchen und ausatmen mit sichtbaren und hörbaren Blasen, Augen öffnen beim Tauchen, Schweben auf dem Wasser in beiden Lagen - die Kinder des Städtischen Gymnasiums, der Liebfrauenschule, der Don-Bosco-Grundschule sowie der KGS Dürwiß lernten so einiges.

„Wir hätten erheblich mehr Teilnehmer aufnehmen können”, sagte der stellvertretende Delphin-Vorsitzende Christoph Herzog stolz. Denn 100 Anmeldungen lagen dem Eschweiler Schwimmclub aus dem ganzen Kreis Aachen vor.

Vorgesehen sind aber maximal zehn Kinder pro Kurs, so dass nach einigen kurzfristigen Absagen das Trainerinnenteam lediglich 15 Schülern in zwei Kursen Grundlagen des Schwimmens vermitteln konnte.

Anfänglich herrschte bei den jungen Teilnehmern noch Skepsis. „Sollen wir da wirklich mitmachen?”, fragte sich der eine oder andere schüchterne Badehosenträger. Doch schnell waren alle Zweifel aus der Welt geschafft, so dass auch die Koordinationsübungen, wie einen Purzelbaum schlagen oder einen Handstand im Wasser machen, kein Problem mehr darstellten.

Am letzten Ferientag stand schließlich eine Abschlussprüfung auf dem Programm. Wer alle neun Punkte „abschwamm” ­hatte die „QuietschFidel”-Urkunde in der Tasche. Diejenigen, die sogar noch die zehnte Aufgabe bewältigten, können sich nun auch das Seepferdchen an den Badeanzug nähen.

„Es geht nicht darum, dass aus all diesen Kindern Spitzenschwimmer werden, aber wenn sie zumindest die Angst vor dem Wasser verlieren, haben wir schon einiges erreicht”, setzt Christoph Herzog auf eine Fortsetzung des Programms, das von der Stadt gefördert wurde.

Das große Interesse und der offensichtlich hohe Bedarf bestärkt den SC Delphin darin, die Aktion „QuietschFidel - Ab jetzt für immer Schwimmer” fortzusetzen. „In den kommenden Sommer- und Herbstferien gibt es das Angebot wieder”, versprach Andrea Kreutz bei der Urkundenvergabe für die ersten Kursteilnehmer. Die Eschweiler Wassersportler hoffen aber auch darauf, dass weitere Schwimmvereine und Kommunen im Kreis Aachen an dem wichtigen Landesprojekt teilnehmen.

Der Schwimmunterricht fristet seit Jahren ein stiefmütterliches Dasein an Schulen. Die knappen Schwimmhallenkapazitäten in der Indestadt tun ihr Übriges dazu, dass sich immer weniger Menschen im nassen Element zuhause fühlen.

Eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden darf. Eine Gefahr, die noch viel zu oft in der tragischen Meldung „Tod durch Ertrinken” endet, ob nun bei Kindern oder bei Erwachsenen. Die 15 Kinder, die nun den „QuietschFidel”-Kurs absolvierten, haben keine Angst mehr vor dem Wasser. Der Sommer und mit ihm die Freibadsaison können für sie also kommen...
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