Flüsterleise Heizung im Boden der Kirche St. Peter und Paul

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Pfarrer Dr. Andreas Frick (links) und Prof. Dr. Jürgen Pick vom Kirchenvorstand mit Bauplänen in St. Peter und Paul. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Der Denkmalschutz-Fachmann kam, staunte und musste sie sofort fotografieren: dass es so etwas überhaupt gibt, als Kirchenheizung - man lernt doch nie aus. Wer das gleiche Aha-Erlebnis haben will wie der Denkmalschützer, muss sich beeilen.

Direkt nach Karneval wird die Industrieheizungsanlage abgebaut, die seit 18 Jahren die Kirche St. Peter und Paul mehr oder minder gut wärmt und während der Messen oft abgeschaltet werden musste. Weil sie so einen Lärm macht, dass die Andacht leidet. St. Peter und Paul bekommt eine neue Heizungsanlage, für „eine Handbreit unter 200.000 Euro”, wie Pfarrer Dr. Andreas Frick sagt.

So richtig glücklich war die Innenstadt-Pfarre nie mit ihrer bisherigen Heizung. „Schon Pfarrer Müllenborn hat immer auf die Heizung geschimpft”, schmunzelte am Freitag Professor Dr.Ing. Jürgen Pick, Baufachmann und Stellvertretender Vorsitzender im Kirchenvorstand. Die beiden gasbetriebenen Heizungsanlagen wurden damals um die Seiteneingänge herum gebaut.

Vorteil: Es brauchten keine Gräben durchs Kirchenschiff oder um die Außenmauern der Kirche herum gegraben werden. Nachteile: Hässlich, laut, schwer zu steuern. Von den kalten Füßen der Kirchenbesucher gar nicht zu reden. Und die erheblichen Temperaturunterschiede beim Aufheizen sind gar nicht gut für das Holz der Orgel.

Nachdem jetzt Korrosion festgestellt wurde, die zu Undichtigkeiten führen kann, entschloss sich die Gemeinde, zu handeln. Die Finanzierung steht. Rund 60 Prozent der Kosten übernimmt das Bistum, die restlichen 40 Prozent hat die Gemeinde bereits angespart. Pfarrer Dr. Frick: „Die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Bistums und der örtlichen Denkmalpflege hat sehr gut geklappt.”

Auch mit dem Geschichtsverein hat die Pfarre sich in Verbindung gesetzt, zur sachkundigen Begleitung. Natürlich wird man beim Anlegen der Schnitte und der flachen Gruben für die Wärmetauscher genau schauen, was im Boden verborgen ist. Dr. Frick: „Niemand weiß, ob dort noch Gräber aus längst vergangener Zeit sind”.

Die Heizungstechnik hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht. „Zur Warmwasserführung sind lediglich Schlitze im Boden erforderlich, und die Dimensionen moderner Wärmetauscher sind deutlich effizienter geworden”, so der Pfarrer. An acht Stellen im Kirchenraum kommen diese Wärmetauscher in den Boden, abgedeckt mit Metallrosten, 50 Zentimeter breit und zwei Meter lang.

Die gasbetriebene Heizungsanlage mit drei Thermen kommt in einen Kellerraum unter dem Chor. Dort wird das Wasser erhitzt und den Wärmetauschern zugeleitet. Die „sehr leisen” Gebläse in diesen acht Wärmetauschern können den Kirchenraum „im Extremfall auch während des Gottesdienstes noch” aufheizen, so Professor Pick. Da es aber auch möglich sein wird, im Winter eine Grundwärme in der Kirche zu halten, sind die Temperaturwechsel nicht so krass, dass die Orgel leidet.

Die neue Heizungsanlage ist nicht die einzige Renovierung, die für das Gotteshaus am Eschweiler Markt ansteht. Die letzte große Instandsetzung ist 30 Jahre her. Feuchtigkeitsschäden, maroder Putz, Risse als Folge des Erdbebens vom 13. April 1992 - da ist viel zu tun. Auch ein neuer Innenanstrich wird notwendig. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. „Entweder in diesem Sommer oder im Sommer nächsten Jahres” will man es aber in Angriff nehmen, sagt Dr. Frick.
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