Flüchtlingsunterbringung: Verschnaufpause hilft, sich vorzubereiten

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Die ganze Habe in Koffern und Tüten: In Eschweiler leben aktuell 1012 Flüchtlinge. 620 Personen konnte man in Wohnungen unterbringen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Stadtverwaltung sieht sich für die Ankunft weiterer Flüchtlinge gerüstet. Aktuell leben 1012 Menschen in Eschweiler, die Geld nach dem Asylbewergerleistungsgesetz erhalten, 392 davon in den städtischen Unterkünften.

„Diese Personen befinden sich nicht alle erst seit Juni des vergangenen Jahres in Eschweiler“, berichtet der Kämmerer und Sozialdezernent Stefan Kaever. Seit einigen Wochen wurden keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen – im Rathaus geht man jedoch davon aus, dass bald wieder Menschen aus Krisengebieten Zuflucht in Eschweiler suchen.

Die Unterbringung der Personen stellt nicht die alleinige Herausforderung für die Stadtverwaltung dar: 153 Flüchtlinge sind unter sieben Jahre alt. Sie müssen also in Kindertagesstätten oder Schulen Platz finden. Hinzu kommen Zuzüge aus anderen Kommunen und eine steigende Geburtenzahl: „Wir müssen also neue Kita-Plätze schaffen, wir sind eine wachsene Stadt“, sagt Bürgermeister Rudi Bertram. Dies geschieht am Patternhof, in Dürwiß und auf dem Ringofengelände.

Die Sporthalle Jahnstraße, bis März noch Erstunterbringungseinrichtung, wird in dieser Woche wieder für die Sportvereine freigegeben. Die Erfahrungen dort waren in den Augen des Bürgermeisters positiv, auch wenn er einräumt, dass manche Helfer enorm beansprucht wurden: „Die Entspannung kam zum richtigen Zeitpunkt.“ Zugleich gibt er ein Lob an seine Mitarbeiter, die beteiligten Organisationen und die vielen Ehrenamtler weiter: „Hut ab, diese Herausforderung hat Eschweiler sehr gut gemeistert.“

Er weiß, dass die aktuelle Lage nur eine Verschnaufpause ist. Das NRW-Innenministerium rechnet mit einer halben Million Flüchtlinge, die in diesem Jahr nach Deutschland kommen. In diese Erwartung stößt die Diskussion um die Finanzierung bei den Kommunen. Die aktuell vorgesehene Regelung, pro aufgenommener Person eine Pauschale an die Städte und Gemeinden zu zahlen, stößt nämlich auch auf Widerstand.

Da die Asylverfahren schneller bearbeitet werden sollen, fallen die Menschen auch schneller aus dem Asylgeld-Bezug. „Sie werden dann zunächst Kunden des Jobcenters“, berichtet Bertram. Die Kosten für die Unterbringung würden dann über die Städteregionsumlage wieder von Eschweiler bezahlt. Stadtkämmerer Stefan Kaever sitzt in Arbeitsgruppen der kommunalen Spitzenverbände, die Vorschläge zur Finanzierung machen will.

Dessen unbenommen glaubt Bertram, die Flüchtlingsproblematik weiter meistern zu können, was er auch dem Rat zugute hält: „Die Politik hat bei allem mitgezogen – das hat unsere Arbeit enorm erleichtert.“

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