Flüchtlingslager Donnerberg: 580 Betten in Rekordzeit demontiert

Von: Rudolf Müller
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580 Matratzen und Betten aus Dutzenden von Schlafabteilen bauten die 70 Feuerwehrleute ab, fertig zum Abstransport durch das Sozialamt. Foto: Rudolf Müller
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Noch unklar ist, was mit Dutzenden von Duschkabinen und Toiletten geschieht. Foto: Rudolf Müller
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Die Leichtbauhallen gehören dem Land und dienten am Montagabend den Feuerwehrleuten in der Kaffeepause als Hintergrund für ein Selfie. Foto: Rudolf Müller
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580 Matratzen und Betten aus Dutzenden von Schlafabteilen bauten die 70 Feuerwehrleute ab, fertig zum Abstransport durch das Sozialamt. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Schneller als erwartet ist das Flüchtlingslager Donnerberg Vergangenheit. Die Möbel werden abgebaut und eingelagert, die Zeltdachhallen demontiert. Es war vielleicht nicht die frischeste, sicher aber die bestfrisierte Feuerwehrtruppe, die am Montagabend die 580 Betten der Flüchtlingsunterkunft abbaute.

Ein Kraftakt: Die meisten der Einsatzkräfte waren zuvor bereits etliche Stunden auf der Autobahn 4 damit beschäftigt gewesen, 30 Tonnen Haarspray in 60.000 Sprühflaschen aus einem umgekippten Sattelzug umzuladen.

Dennoch leisteten die Männer und Frauen um Wehrchef Axel Johnen am Abend ganze Arbeit: Innerhalb von rund drei Stunden waren 580 Matratzen – zum großen Teil noch in Schutzfolie und unbenutzt – aus den Schlafabteilen geholt und zur Abholung aufgetürmt sowie ebenso viele Betten – überwiegend Etagenbetten – auseinandergeschraubt.

Mit Kaffee und heißen Würstchen sorgte Axel Johnen für das leibliche Wohl der Truppe. 70 Wehrleute aus allen Eschweiler Löschzügen beteiligten sich an der Aktion.

Jetzt ist das Eschweiler Sozialamt am Zug: Matratzen und Betten, Decken, Kopfkissen, Tische und Stühle werden für den Bedarfsfall eingelagert – zum Beispiel in einem Lager der Stadt an der Grachtstraße. Zurzeit laufen die Planungen, wie der Transport dieser enormen Mengen Materials zu bewerkstelligen ist: Da müssen Lkw angemietet und Hausmeister als Fahrer eingeteilt werden.

Noch unklar ist, was mit den zahlreichen absolut neuwertigen Duschen und Toiletten des Lagers geschehen wird. Ob das Land sie übernimmt oder sie der Stadt überlässt, muss noch geklärt werden. Absolut neuwertig sind auch die großen Zeltdachhallen des Lagers. Allein acht 25 x 10 Meter große Schlafhallen für je 72 Betten stehen hier. Sie sind Eigentum des Landes und werden in den nächsten Tagen abgebaut und abtransportiert.

Im November vergangenen Jahres war mit der Errichtung des Lagers auf einem abgetrennten Gelände der Donnerberg-Kaserne begonnen worden. Anfang Januar zogen die ersten Flüchtlinge in die winterfesten Leichtbauhallen ein. Hier sollten je 250 Flüchtlinge aus Eschweiler und Stolberg untergebracht werden.

Doch komplett genutzt wurde das Lager nie. Nur gut die Hälfte der Betten wurde je belegt. Allerdings gab es mehrfach Ärger, weil Flüchtlinge, die zum Teil fünf und mehr Monate in dem Lager ausharren mussten, sich über die Behandlung durch Sicherheitspersonal und Rot-Kreuz-Mitarbeiter beschwerten. Ende August waren die letzten Bewohner ausgezogen: Die Städte Eschweiler und Stolberg hatten sich entschlossen, die Menschen dezentral unterzubringen.

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