Flohmärkte und Bilder helfen den Erdbebenopfern

Von: Sonja Essers
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... ebenso wie Gerd und Resi Schnitzler. Foto: Essers

Eschweiler-Kinzweiler/Nepal. Zwei Monate ist es nun her, dass ein Erbeben der Stärke 7,8 Nepal erschütterte und Tausende Menschen in den Tod riss. Nur zwei Wochen zuvor verbrachten die Indestädter Resi und Gerd Schnitzler ihren Urlaub dort, behielten freundliche Menschen und einmalige Sehenswürdigkeiten im Gedächtnis und konnten Kontakte zu Einheimischen knüpfen.

Schockiert von den schlimmen Ereignissen riefen die Schnitzlers zu Spenden auf. Noch immer erreichen den Schulleiter der Katholische Grundschule Kinzweiler und seine Frau Gelder, die sie an die Betroffenen weiterleiten. Doch was ist mit den Spenden passiert, und wie geht es den Opfern heute?

Mit so viel Hilfsbereitschaft hat Gerd Schnitzler nicht gerechnet. Nach dem Spendenaufruf im vergangenen Monat kamen 3750 Euro für die Bedürftigen zusammen. Ein Ende ist nicht in Sicht.„Dies alles freut und bewegt uns sehr. Deshalb ist es meiner Frau und mir ein wichtiges Anliegen, all diese Spender über die aktuelle Lage zu informieren und ihnen von Herzen zu danken“, so der Schulleiter.

Wiederaufbau hat begonnen

Doch nicht nur Gerd Schnitzler und seine Frau sind dankbar, sondern auch Narayan Adhikaris. Ihn hatten die Schnitzlers auf ihrer Reise kennen gelernt, und sie stehen bis heute mit ihm und seiner Frau Uschi regelmäßig in Kontakt. Der Nepalese, der in München und Nepals Hauptstadt Kathmandu lebt, beherbergte nach dem Unglück in seinem Garten 100 Obdachlose, beschaffte durch Spenden fast 150 Tonnen Reis und stellte eine Köchin ein, die die Betroffenen versorgte. Auch Planen wurden dringend benötigt.

Mittlerweile können die Opfer allerdings aufatmen. „Die Erstversorgung mit Planen und Reis ist größtenteils abgeschlossen und der Wiederaufbau in Nepal hat begonnen“, sagt Schnitzler. Narayan Adhikaris habe sich zum Ziel gesetzt, zehn zerstörte Schulen wieder instand zu setzen, damit dort spätestens zu Beginn des kommenden Jahres ordnungsgemäßer Unterricht stattfinden könne.

„Mit unermüdlichem Einsatz sind er und seine Freunde dabei, die Trümmer zu beseitigen und mit den noch brauchbaren Ziegelsteinen neue Mauern zu errichten“, berichtet Schnitzler, der regelmäßig aktuelle Fotos aus Nepal erhält.

Und damit nicht genug. Zudem versucht Adhikaris Planen zu organisieren, die so groß und stabil sind, dass man daraus ein Zelt für Schulklassen oder sogar ganze Schulen errichten kann. Die wiederum sind allerdings teuer. Rund 4000 Euro kostet ein Exemplar, das bis zu fünf Jahren halten soll, 160 Kilogramm wiegt und mit Isomatten ausgestattet ist. Dank Spendengeldern konnten jedoch bereits einige besorgt werden, so dass bereits neun Grundschulen den Unterricht wieder aufnehmen konnten.

Dass es in Nepal so gut voran geht, liegt natürlich auch an den zahlreichen Spenden aus Eschweiler, die Schnitzler an den Ökumenischen Eine-Welt-Kreis (ÖKW) St. Nikolaus Wolbeck weiterleitete. Mit diesem arbeitet Adhikaris bereits seit 15 Jahren zusammen.

Für Schnitzler ist es besonders wichtig zu wissen, dass die Spenden auch bei den Betroffenen ankommen: „Durch die ehrenamtliche Tätigkeit des ÖKW entstehen keine Verwaltungskosten, so dass garantiert wird, dass das Geld in voller Höhe dort ankommt, wo es gewünscht wird“, erklärt er. Das gilt auch für die Spenden des Lions-Club Eschweiler Ascvilare, der zur Hilfe für ein abgeschiedenes Dorf aufgerufen hat.

Nachwuchs hat tolle Ideen

Nicht nur von Erwachsenen erhielt der Schulleiter in den vergangenen Wochen immer wieder Spenden. Auch die kleinen Inde-städter ließen sich allerhand einfallen, um den Opfern zu helfen. Das Ergebnis: viele tolle Ideen, die Geld einbrachten. „Letzte Woche brachte mir mein Bruder 50 Euro. Seine Enkel Jonas und Paul hatten in ihrem Kinderzimmer aufgeräumt und Sachen davon auf einem selbst organisierten Kinderflohmarkt verkauft. Dieses Geld wollten sie den Kindern in Nepal spenden“, so Schnitzler.

Auch von der Idee seines Enkels Max waren der Indestädter und seine Frau Resi sehr angetan. Der Siebenjährige berichtete seinen Großeltern nämlich voller Stolz, dass er, seine Schwester Anna und einige ihrer Freunde aus Hastenrath so genannte Kleksbilder auf Leinen gemalt hätten. „Die Kinder haben die Bilder im Dorf gegen eine freiwillige Spende zugunsten von Kindern in Nepal zum Kauf angeboten.“ Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: 83 Euro sammelten die Kleinen mit ihrer Aktion ein.

Wer spenden möchte, kann dies natürlich weiterhin tun. Unter dem Verwendungszweck Nepalhilfe kann man Geld auf das Konto der Katholischen Grundschule Kinzweiler (Raiffeisen-Bank Eschweiler - IBAN: DE42 3936 2254 2101 4260 10) überweisen.

Das Spendenkonto des Lions-Clubs, ebenfalls bei der Raffeisen-Bank Eschweiler, hat die Kennung IBAN DE 24 3936 2254 2508 8880 26.

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