Eschweiler - Flexibilität und Schnelligkeit sind wichtiger als Größe

Flexibilität und Schnelligkeit sind wichtiger als Größe

Von: Paul Santosi
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Schafft zurzeit ein modernes Informationsmanagement als Basis für wichtige Entscheidungen: der Kaufmännische Direktor des St.-Antonius-Hospitals Michael Hanke. Foto: Santosi

Eschweiler. Vor sechs Monaten begann Michael Hanke seinen Job als neuer Kaufmännischer Direktor im St.-Antonius-Hospital. Hanke ist verantwortlich für das operative Geschäft, die Führung und Verwaltung des kaufmännischen Bereiches und sieht seine Hauptaufgabe im Aufbau eines modernen betriebswirtschaftlichen Instrumentariums.

„Fortschrittliche Krankenhäuser definieren ihre Kliniken inzwischen als Profit Center, die sich an ihren Ergebnissen messen lassen müssen. Grundlage dafür sind detaillierte Informationen aus allen Betriebsbereichen und die müssen automatisch fließen.”

Ein leistungsfähiges Data-Warehouse-System zur Bewältigung der beeindruckenden Datenflut im „Unternehmen Krankenhaus” wird daher bereits installiert.

„Dadurch können wir die notwendige Transparenz schaffen und den geschäftsführenden Vorstand im Hinblick auf strategische Entscheidungen optimal unterstützen.”

Medizin wird ständig komplexer und damit leider auch fehleranfälliger. Ein Thema, dem sich Michael Hanke ebenfalls widmet: „Verwechslungsrisiken bei Materialien sind nur ein Beispiel für Fehlerquellen, die wir mit einem systematischen Risikomanagement konsequent reduzieren wollen. Das ist für uns ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung zum Wohle der Patienten.”

Mehr als 17.000 Patienten im Jahr

Und davon behandelt das Hospital bekanntlich jede Menge. Über 17.000 stationäre Patienten pro Jahr sind es zurzeit in Eschweilers Krankenhaus, annähernd 18.000 könnten es 2009 werden.

„Ein viel größeres Risiko stellt momentan aber weder die Technik noch die Patientenzahlen dar. Der Gesetzgeber macht uns die Arbeit mit dem neuen Krankenhaus-Finanzierungsreformgesetz unnötig schwer”, so der 44-jährige Betriebswirt.

„Wieder einmal werden wir mit kurzfristigen und zum Teil rückwirkenden Änderungen der Rahmenbedingungen konfrontiert, von einer Planungssicherheit kann daher schon lange nicht mehr die Rede sein.”

Die Berichte über Krankenhäuser aus den Niederlanden, die schon beinahe Hotel-Komfort anbieten, sieht Michael Hanke eher gelassen. „Natürlich kann man viel Komfort bieten, aber primär sollte man in die Behandlung des Patienten investieren. Nicht alles Machbare ist auch sinnvoll. Regelmäßige Befragungen im Hause zeigen, dass wir hier mit Raumangebot und Service sehr gut aufgestellt sind.”

Wie geht´s weiter ?

Michael Hanke kam vom Universitätsklinikum Essen nach Eschweiler. Er hat 13 Jahre Erfahrung im Krankenhausbereich und weiß um die Bedeutung eines klaren medizinischen Leistungsprofils.

„Wir stehen im Wettbewerb, darum werden wir nicht nur unsere Spezialisierung auf bestimmten Gebieten vorantreiben, sondern auch beispielsweise in der Intensivmedizin unser Angebot ausbauen. Das St.-Antonius-Hospital ist ein akademisches Lehrkrankenhaus und hat daher eine besondere Verantwortung, auch als konfessionell geprägte Einrichtung. Aber schon heute erkennen wir: flexibel und schnell zu sein ist für ein Haus viel wichtiger als die reine Größe.”

Derweil kämpft Michael Hanke an völlig unterschiedlichen Fronten. Eines der größten Probleme bleibt die Suche nach Fachpersonal. Es ist nach wie vor schwer, qualifizierte Ärzte und Schwestern zu finden.

Erfreuliches tut sich hingegen auf einer anderen Ebene der Personalpolitik.

„Wir haben mit den Medizinischen Dokumentations-Assistenten ein neues Berufsfeld in unserem Hause etablieren können. Sieben Mitarbeiter aus dem Pflegebereich haben solch eine Zusatzausbildung schon gemacht. Sie entlasten den ärztlichen Dienst bereits sehr.”

Gefunden hat der neue Kaufmännische Direktor aber demnächst ein neues Zuhause: „Ich fühle mich wohl in Eschweiler, daher werde ich im Sommer meinen ständigen Wohnsitz auch hierher verlegen.”
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