Eschweiler - Fischsterben im Omerbach erhitzt weiter die Gemüter

Fischsterben im Omerbach erhitzt weiter die Gemüter

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
Paul Kirch (l.) und Peter Sous
Paul Kirch (l.) und Peter Sous wollen mit Gerüchten um schädliche Einleitungen in den Omersbach aufräumen. Dass diese für Fischsterben in dem Gewässer ursächlich sind, sei unmöglich, betonen sie. Foto: Nicola Gottfroh

Eschweiler. Ein Dutzend toter Bachforellen im Omerbach rief während der Hitzewelle vor wenigen Wochen die Untere Wasserbehörde auf den Plan. Untersuchungen ergaben, dass der Sauerstoffmangel durch die lang anhaltende Wärme und Trockenheit Ursache für das Fischsterben sei, nicht etwa schädliche Einleitungen in den Bach.

Dennoch sind und bleiben viele Bürger überzeugt: Die Wassereinleitungen aus der Trinkwasseraufbereitungsanlage im Korkus lösen immer wieder ein Fischsterben aus.

Vier Brunnen

„Eine Verbindung zwischen der Anlage und dem Fischsterben ist unmöglich”, sagt Peter Sous, Leiter der Wasseraufbereitung beim Unternehmen Energie und Wasser vor Ort (Enwor), das die Anlage betreibt. Denn dort werde nicht anderes gemacht, als sauberes Grundwasser zu Trinkwasser aufbereitet.

Aus vier Brunnen, die sich in der unmittelbaren Nähe der Anlage befinden, werde Grundwasser aus einer Tiefe von 80 bis 120 Metern in die Anlage gepumpt, erklärt er. „Das Wasser ist bereits sehr gut, enthält nur zu viel Eisen”, sagt Paul Kirch, Leiter der Abteilung Wassergewinnung. Durch Leitungen erreicht das Wasser die Anlage im Korkus. Dort wird dann das Eisen aus dem Grundwasser herausgefiltert und gelangt von dort aus in die Wasserhähne der Eschweiler Verbraucher.

„Natürlich müssen die Filter regelmäßig gereinigt werden”, erklärt Peter Sous. Und genau diese Reinigung und die anschließende Ableitung des Reinigungswassers in den Omerbach zeichnen viele Indestädter für das Fischsterben verantwortlich. „Diese Behauptungen sind nicht haltbar”, sagt Peter Sous. Schließlich, so erklärt er, erfolge die Reinigung mit Trinkwasser, Chemikalien werden dafür nicht benötigt und verwendet. „Wieso auch? Wir arbeiten schließlich mit sauberem Grundwasser”, sagt Sous.

Während der Reinigung der Filter nimmt das Reinigungswasser, das sogenannte Spülwasser, aus den Filtern jede Menge Eisen auf. Dieses nun stark eisenhaltige Wasser wird in ein Absetzbecken gepumpt - dort sinken die schweren Eisenteilchen über mehrere Tage nach und nach auf dem Beckenboden und bleiben dort, während das Klarwasser anschließend in den Omerbach geleitet wird.

„Auch dieses Wasser unterliegt Kontrollen. Natürlich werden die Grenzwerte - Ph-Werte, Werte für Eisen und den biologisch-chemischen Sauerstoffbedarf - strikt eingehalten”, betont Kirch und fügt hinzu: „Das Wasser das aus der Anlage in den Omerbach geleitet wird, kann wirklich nicht für ein Fischsterben verantwortlich sein”.

Doch was geschieht mit dem Eisenschlamm der sich auf dem Boden des Absetzbeckens abgelagert hat? „Das kommt natürlich nicht in den Omerbach. Das sogenannte Schlammwasser wird von einem Saugwagen abgepumpt und extern in Erdbecken entsorgt”, erklärt Sous. Einige Bürger werden dennoch ihr Misstrauen nicht verlieren.
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