Finale: Entscheidung erst im Elfmeterschießen

Von: ran
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Blausteinsee-Cup
Überzahl: Über weite Strecken schien der GFC Düren 99 das Finale um den 20. Blausteinsee-Cup im Griff zu haben. Doch im Schlussspurt zog der TuS Langerwehe am favorisierten Landesligisten vorbei. Foto: Andreas Röchter
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So sehen (widerstandsfähige) Sieger aus: Die Spieler des TuS Langerwehe ließen sich von der Turnierauftakt-Niederlage gegen Rhenania Lohn, der schwerwiegenden Verletzung ihres Mitspielers Sascha Schönen und dem vermeintlich klaren Rückstand gegen Finalgegner GFC Düren 99 nicht vom Weg abbringen und triumphierten beim 20. Blausteinsee-Cup. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Mehr als 70 Minuten waren im Finale des 20. Blausteinsee-Cups von Rhenania Lohn am Sonntagabend gespielt und der Höhepunkt des Traditionsturniers schien seinen erwarteten Ausgang zu nehmen.

Landesligist GFC Düren 99, der mit fünf Siegen und 19:0 Toren quasi in das Endspiel spaziert war, führte nach zwei frühen Treffern im Duell mit dem Bezirksligisten TuS Langerwehe vermeintlich sicher mit 2:0. Wohl kaum jemand der zahlreichen Zuschauer im Stadion am Blausteinsee hätte zu diesem Zeitpunkt noch auf einen Finalerfolg des Außenseiters gesetzt. Doch eine gute halbe Stunde, zwei Tore in der regulären Spielzeit und 14 Elfmeter später hieß der Turniersieger tatsächlich: TuS Langerwehe!

Martin Kroll gab in der 73. Spielminute das Zeichen zur Aufholjagd, als er ein Zusammenspiel mit Maik Engelhardt mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 krönte. Bis zur 88. Minute folgten noch einige turbulente Szenen im GFC-Strafraum.

Der Favorit wankte, fiel aber noch nicht. Doch unmittelbar vor dem Abpfiff von Schiedsrichter Rainer Koll war es soweit: Eine Lücke in der durchlässig gewordenen Verteidigung der Dürener, ein Pass in die Schnittstelle und Martin Kroll stürmte alleine auf GFC-Schlussmann Niklas Maubach zu. Ein platzierter Flachschuss zum 2:2-Ausgleich ließ den Großteil der Zuschauer, deren Herzen für den klassentieferen Finalteilnehmer schlugen, jubeln.

Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Und dies hatte es in sich! Kapitän Yannik Stein, Christoph Jesussek und Norman Schauerte trafen für Langerwehe, Max Weinberger und Daisuke Takai vollstreckten für den GFC. Als dritter Schütze für Düren trat Joichiro Sugiyama an. Ein durchaus platzierter Schuss in das vom Schützen aus gesehen rechte Toreck, doch TuS-Torhüter Marvin Tischer tauchte reaktionsschnell ab und entschärfte den Versuch. Vorteil Langerwehe!

Marvin Simons erhöhte auf 4:2 (nur das Elfmeterschießen gewertet), Tsuzuka Toshimasa verkürzte auf 3:4. Nun war es am zweifachen Torschützen Martin Kroll, den TuS Langerwehe zum Sieg im Blausteinsee-Cup zu schießen und endgültig zum Finalhelden zu werden. Doch dies wäre zu einfach gewesen.

Niklas Maubach zeigte sich auf dem Posten und hielt den GFC im wahrsten Sinne des Wortes im Turnier. Michael Hombach behielt kurz darauf die Nerven und glich zum 4:4 aus. Das Elfmeterschießen ging in die Verlängerung, der Wahnsinn weiter! Denn Niklas Maubach hielt den zweiten Strafstoß in Folge und vieles sprach wieder für den GFC. Doch der Favorit hatte die Rechnung ohne Marvin Tischer gemacht.

Die Nummer eins des TuS entschärfte den Schuss von Björn Salger, Marc Mommer brachte zur Abwechslung Langerwehe in die Pole-Position und als Marvin Tischer den dritten GFC-Elfmeter abwehrte, hatte das Drama sein Ende gefunden.

Wenig später nahm TuS-Spielführer Yannik Stein den Siegerpokal aus den Händen von Rudolf Müller, Leiter der Redaktion der Eschweiler Zeitung/Nachrichten, entgegen. Ein Vorgang, der eineinhalb Stunden zuvor noch nahezu undenkbar schien, denn zu überlegen startete der Dürener Landesligist in die Finalpartie. Fast jeder Zweikampf ging zu Gunsten des GFC aus, der zudem handlungsschneller agierte.

Logische Folge: In der 16. Minute wurde Andreas Fuhs im Strafraum von den Beinen geholt. Julian Nießen verwandelte den berechtigten Strafstoß, den TuS-Keeper Marvin Tischer allerdings noch berührte und damit seine Qualitäten als Elfmeter-Killer bereits andeutete.

Als zwei Minuten später dann Andreas Fuhs im Langerweher Strafraum freigespielt wurde und mit einem Schuss in das lange Eck auf 2:0 erhöhte (das 21. Tor des GFC während des Turniers), schien die Vorentscheidung früh gefallen zu sein. Doch in der Folgezeit ließ die Konzentration beim GFC nach, die Angriffe wurden nicht mehr konsequent zu Ende gespielt. Der TuS Langerwehe witterte Morgenluft...

Fazit: Die Verantwortlichen von Rhenania Lohn um den Vorsitzenden Reiner Trimborn blicken zufrieden auf die insgesamt elf Tage des 20. Blausteinsee-Cups zurück. Das Wetter spielte zu nahezu 100 Prozent mit, die Zuschauerzahlen waren gut, die Organisation funktionierte dank der zahlreichen tatkräftigen ehrenamtlichen Helfer gewohnt reibungslos.

Die „Open Air Music Night“, erstmals seit Jahren wieder mit Live-Musik, lockte am Freitagabend viele Besucher an und beim Fußballtennisturnier am ersten Turnier-Samstag zeigten junge und junggebliebene Ballartisten ihr Können. Sportlich boten die insgesamt 13 teilnehmenden Mannschaften weitgehend unterhaltsamen und gutklassigen Fußball, wobei bis zur 73. Minute des Endspiels der GFC Düren 99 dem Turnier seinen Stempel aufdrückte.

Auch aus indestädtischer Sicht gab es Hoffnungsschimmer: Die Gastgeber von Rhenania Lohn, die mit einem 1:0-Erfolg über den TuS Langerwehe in das Jubiläumsturnier starteten, wurden rückwirkend zum „Blausteinseecupsieger-Besieger“.

B-Liga-Aufsteiger Rhenania Eschweiler feierte in der Vorrunde zwei 1:0-Siege, verkaufte sich in der Zwischenrunde gegen die Bezirksligamannschaften Langerwehe und Wenau (jeweils 0:0) teuer und verpasste nur knapp den Einzug in das Halbfinale. Der SC Berger Preuß sowie der SV St. Jöris zeigten spielerisch gute Ansätze, scheiterten jedoch an der mangelnden Chancenverwertung.

Doch eindeutig ist auch: Als die Landes- und Bezirksligisten mit zunehmender Turnierdauer die Zügel anzogen, wurde die Luft für die Eschweiler Kreisligisten (naturgemäß) dünn. So blieb die schwere Knieverletzung, die sich Sascha Schönen vom TuS Langerwehe in der Partie gegen Wenau ohne Einwirkung eines Gegenspielers zuzog, der einzige Wermutstropfen beim von dieser Zeitung präsentierten Turnier.

Doch auch hier ein Lichtblick: Die inzwischen in Köln vorgenommene Operation verlief erfolgreich. Mit einem Blumenstrauß, den Reiner Trimborn den TuS-Verantwortlichen vor dem Halbfinale gegen Kellersberg überreichte, gehen die besten Genesungswünsche einher.

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