Feuerwehr und Notfallmedizinier absolvieren erfolgreiche Rettungsübung

Von: cheb
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Jetzt muss alles ganz schnell gehen: Nach dem simulierten Unfall müssen Patienten gerettet und versorgt werden. Wie dieses Opfer, das laut Auftrag erst abseits der Straße „gefunden“ werden musste. Foto: Christian Ebener
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Nach der Übung durfte das gemeinsame Gruppenbild der Notfallmedizinier natürlich nicht fehlen. Foto: Christian Ebener

Eschweiler. Nachts auf der Landstraße: Fünf Jugendliche, unter Drogeneinfluss auf dem Rückweg von einer Disco. Dann ein Unfall. Kurz danach treffen die Rettungskräfte vor Ort ein.

Eine Situation, wie sie jedes Wochenende passieren kann und doch müssen in großer Eile immer die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden. Mit diesem Szenario endete am vergangenen Samstag die Rettungsübung und das Schockraumtraining für die Feuerwehr Eschweiler und die Notfallmediziner des St.-Antonius-Hospitals auf dem Gelände am Florianweg.

Am Morgen stand zuerst die theoretische Ausbildung im Vordergrund. Die Polizeikommissare Werner Birken und Ralf Sandlöbes schilderten dabei auch die aktuelle Amok- und Terrorlage aus Sicht der Polizei. Dr. Oliver Heiber, Chefarzt für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie, erläuterte zudem, wie sich eine Terrorlage auf das Krankenhaus auswirken würde.

Abläufe müssen greifen

Es stand im Vordergrund, wie die Einsatzkräfte auf eine akute Situationen reagieren müssten und welche Abläufe greifen müssen, um möglichst viele Menschen retten zu können und die Lage im Griff zu haben. Anschließend konnte das gesammelte Wissen der rund 100 Teilnehmer an Praxisstationen weiter vertieft werden.

Realitätsnahes Szenario

Später wurde dann die Übung durchgeführt. Die „verletzten“ Jugendlichen wurden durch Medizinstudenten verkörpert, die sich im Praxisjahr am St.-Antonius-Hospital befinden. Der ganze Ablauf wurde vorher durch ein Storyboard festgelegt. Die Studenten wurden entsprechend geschminkt und ein realitätsnahes Szenario festgelegt. So musste beispielsweise ein „Unfallopfer“ erst in der Böschung gefunden werden, eine andere Mitfahrerin verhielt sich durch ihren Drogeneinfluss extrem aufgedreht und behinderte so die Rettungsmaßnahme.

Nach der Sichtung der Unfallstelle mussten dann sofort die Entscheidungen getroffen werden: Wer kümmert sich um welchen Patienten? In welches Krankenhaus müssen sie gebracht werden? Wie kann der Fahrer aus dem Wagen geborgen werden?

Alles fand natürlich unter der Beobachtung von Dr. Heiber und Feuerwehr-Leiter Axel Johnen statt und wurde auch auf Kamera zur Nachbesprechung aufgenommen. Später wurden dann zwei der Unfallopfer in die Notfallaufnahme gebracht, die in der Halle der Feuerwehr nachgebaut wurde. Hier kamen dann die Kräfte des Krankenhauses ins Spiel.

Sie diagnostizierten blitzschnell die Verletzungen – verschiedene medizinische Werte wurden vorher festgelegt – und behandelten ihre Patienten. Am Ende gab es auch unter den vielen Zuschauern großen Applaus, alle „Unfallopfer“ wurden korrekt versorgt und dem ein oder anderen Teilnehmer viel ganz gewiss ein echter Stein vom Herzen.

Dr. Heiber sah das Ergebnis „absolut positiv“. Er bescheinigte allen „engagierten Teilnehmern“ einen sehr gut durchgeführten Einsatz. Ihm ging es bei der Entwicklung der Simulation besonders darum, dass das Zusammenspiel von Rettungskräften und Medizinern perfekt funktioniert und auch ein gegenseitiges Verständnis entsteht.

Zudem ist es ihm auch wichtig, dass alle Einsatzkräfte regelmäßig solche Situationen trainieren, um im Ernstfall die richtige Entscheidung zu treffen. Für das St.-Antonius-Hospital, als akademisches Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen, ist es für ihn von großer Bedeutung, dass man eine praxisnahe und fachgerechte Ausbildung bieten kann. Große Euphorie hat man am Ende gesehen“, sagte er und bedankte sich auch bei der Feuerwehr für die erfolgreiche Zusammenarbeit, um in Eigeninitiative jedes Jahr dieses Training anbieten zu können und zu einer „festen Institution“ werden zu lassen.

Das bestätigte auch Axel Johnen, der sich auch über die „sehr gute Zahl“ von 100 Teilnehmern trotz Wochenendes und Ferienbeginn freute. Bei den gemeinsamen Aktivitäten, die mit einem Grillen abgerundet wurden, könnte man gut „ins Gespräch kommen“ und so die Grundlage für eine reibungslose Kooperation bei Einsätzen schaffen.

Ein Dankeschön gab es auch die Studenten, die zur gelungenen Übung mit ihrer Leistung beigetragen haben. Und es ist nicht selten, dass eben diese dann in wenigen Jahren als Teil der Notfallärzte des St.-Antonius-Hospitals bei der Übung dabei sind. Damit auch in Zukunft jeder Bürger in einer Notsituation sicher sein kann: Auf die Rettung ist Verlass.

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