Festliches Karfreitagskonzert in St. Peter und Paul

Von: jope
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Eschweiler. Das frisch restaurierte Kreuz mit Jesus-Corpus an der Altarwand war in purpurrotes Licht getaucht, als das traditionelle Karfreitagskonzert des Kirchenchores St. Peter und Paul in der auch diesmal wieder dicht gefüllten Eschweiler Hauptpfarrkirche begann.

Und dann setzte nach den Begrüßungsworten von Pfarrer Dr. Andreas Frick warmer Unisono-Streicher- und Holzbläserklang ein: Er führte in die würdige Stimmung des Karfreitags ebenso ein wie er die Eingangstöne des nun erklingenden „Requiem” von Charles Gounod bildete.

Das Requiem von Gounod ist ein sehr persönliches Werk: 1893 komponierte es der Franzose für vier Solostimmen, Klarinette, Fagott, Streicher und Orgel, um den Schmerz über den Tod des von ihm sehr geliebten Enkels zu verarbeiten.

Gleichwohl belässt es der gläubige Komponist unter anderem der Cäcilienmesse nicht bei Schmerz, Trauer und Resignation: Immer schimmert die über den Tod hinaus weisende Glaubenszuversicht des Katholiken durch.

Unter dem Dirigat von János Acs vernahmen die Besucher eine sensible wie packende Darbietung des Kirchenchores, der von einem kleinen Begleitorchester und Jószef Acs an der Orgel begleitet wurde.

Die resigantiv-ruhige Stimmung des Introitus und Kyrie wurde dabei ebenso angemessen wiedergegeben wie die in Melodie und Harmonik wiedergespiegelten Schrecken des jüngsten Tages beim „Dies irae”.

Die „Wogen” dieses Schreckens und großen Zerknirschtseins wurden unterbrochen durch tonschöne Soli und Duette, die von der Hoffnung auf einen milden Richter kündeten.

Als Solisten wurden ihrer Aufgabe an diesem Abend gerecht: Violetta Palatinus (Sopran), Sabrina Pelzer (Alt), Urs Wörner (Tenor) und Matthias Heine Bohnes (Bass).

Weitere solistische Glanzpunkte setzten im Duett Urs Wörner und Violetta Palatinus beim Benedictus und Pie Jesu.

Beim Sanctus steigerte sich der Chor, der wirkungsvolle Verstärkung durch den befreundeten Kirchenchor St. Martinus Linnich erhalten hatte, nach einem leisen einleitenden Streicher-Tremolo vom Piano-Gesang einzelner Stimmen zu mächtigem Tuttti-Einsatz.

Die letzte Viertelstunde der geistlichen Abendstunde hielt dann noch eine beeindruckende Interpretation bereit: Das Werk „Warum?” Das Lied gegen den Krieg wurde vor zehn Jahren als Folge der Gräueltaten im Kosovo und dem darauf folgenden Nato-Bombardement Ex-Jugoslawiens von Jószef Acs vertont und vom Eschweiler Chorsänger Winfried Effenberg vertextet.

Es reflektiert vor allem das Leid der Kinder, und angemessenerweise wurde es daher auch von Kindern gesungen: dem „Velbeter Kinderchor” aus Linnich unter der Leitung von Sabrina Pelzer.

Die Fragen der Kinder, ihr heller sanfter Gesang gingen unter die Haut: „Sag, warum ist so viel Krieg, warum ist so viel Not ... sag uns warum, warum leiden wir?”

Es ergebe viel Sinn, das Leid der Menschen in der Geschichte mit dem Leid Jesu am Karfreitag zu konfrontieren. Es entspringt der gleichen Quelle, doch Zerstörung mündet ein in eine bessere Zukunft: „Friede den Menschen, eleison... Schlafe mein Kindlein, schlafe, der Morgen bringt dir Sonnenschein, alles wird gut”.

Der lange zurückgehaltene Beifall - Pfarrer Dr. Frick hatte während des Konzertes um Ruhe gebeten - brach sich nach dem Verklingen des letzten Tones kraftvoll Bahn.
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