Festhalle Weisweiler feiert ihr 50-jähriges Bestehen

Von: ran
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Beeindruckte in der Weisweiler Festhalle mit Stimmkraft und -vielfalt und gewährte tiefe Einblicke in die russische Seele: der „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es ist beinahe 47 Jahre her! Am 10. Januar 1967 gastierte mit dem „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“ ein Gesangsensemble von Weltruf in der Festhalle Weisweiler. Mit von der Partie ein junger Solist, der damals seine erste Saison im Chor absolvierte: Wanja Hlibka.

Dieser blieb mit kurzer Unterbrechung Mitglied des 1921 von Serge Jaroff gegründeten Chores, bis dieser im Jahr 1979 sein vorerst letztes Konzert zum 83. Geburtstag Jaroffs in Paris gab. Seit 2001 ist das Ensemble nun unter der Leitung von Wanja Hlibka mit dem Originalnamen „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“ wieder aktiv. Und am Mittwochabend schloss sich der Kreis: Im Rahmen der Feierlichkeiten „50 Jahre Festhalle Weisweiler“ gaben die „Kosaken“ erneut eine beeindruckende Kostprobe ihrer Sangeskunst und gewährten dem Publikum tiefe Einblicke in die „russische Seele“.

„Ein außergewöhnliches Konzert“ versprach Ottmar Krauthausen, Pächter der Weisweiler Festhalle, den Zuhörern, bevor der erste Ton erklang. Zunächst gab es jedoch einen kurzen Rückblick in die Historie der Festhalle. „Die Liste der Stars, die auf dieser Bühne auftraten, ist lang und reicht bis Zarah Leander und Marika Rökk zurück“, so Ottmar Krauthausen. Am 23. Mai 1963 eingeweiht, seien die Baukosten von 2,25 Millionen DM für damalige Verhältnisse beachtlich gewesen. „Inzwischen müssen vergleichbare Summen für den Erhalt der Festhalle investiert werden.“

Eine Tatsache, die auch für Bürgermeister Rudi Bertram von großer Bedeutung ist. „Wir werden alles in unseren Kräften stehende tun, um den Erhalt der Festhalle zu gewährleisten“, so der Verwaltungschef. In der heutigen Zeit seien Arenen ab 10.000 Plätzen gefragt. „Ob dies der Förderung der Kultur dient, lasse ich dahingestellt.“ Die Festhalle Weisweiler sei aber ein Kleinod, „deren Wände Geschichten erzählen“, betonte Rudi Bertram, der allen Personen dankte, „die zum Erhalt der Festhalle beigetragen haben und beitragen.“

Dann gehörte der Saal dem „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“! Und gleich der erste Takt des Auftaktliedes „Große Bittlitanei mit Vater unser“ dürfte den Zuhörern in der allerdings leider nicht vollbesetzten Festhalle durch Mark und Bein gegangen sein. Unaufdringlich gekleidet in schwarzen Trachten mit roten Hosennähten, die Hände auf dem Rücken verschränkt und unter dem sparsam anmutenden Dirigat von Wanja Hlibka konzentrierten sich die Sänger ausschließlich auf ihre Stimmen.

Bei den Soloeinlagen von unter anderem Vitaliy Vovk, Rostyslav Heryliv, Volodymyr Sytsch, Oleksandr Forkuschak, Volodymyr Kuzmenko, Igor Pavlenko, Eduard Kazaryan und Oleksandr Petruk waren immer wieder beeindruckte „Aaahs“ und „Ooohs“ der Zuhörer zu vernehmen.

Kein Wunder, schließlich trafen die Sänger sowohl die tiefsten als auch die höchsten Töne auf den Punkt. Ob im ersten, von der russisch-orthodoxen Liturgie geprägten Konzertteil, in dem Lieder wie „Der Engel rief der Gebenedeiten zu“ von Pavel Chesnokov, „Herr erbarme dich unser“ von Peter Tschaikowski und „O bete Freund“ erklangen, oder im Mittelteil, der von Volkswaisen wie „Alter Walzer“, Schneegestöber“, dem weltberühmten „Mitternacht in Moskau“ oder den nicht weniger bekannten „Abendglocken“ bestimmt wurde, das Publikum kam stets auf seine Kosten und belohnte die „Don Kosaken“ mit stürmischem Applaus.

Auch im dritten und letzten Konzertteil schafften die Sänger den Spagat zwischen Wehmut und Melancholie auf der einen und dem fröhlichem Temperament russischer Musik auf der anderen Seite mit spielerisch anmutender Leichtigkeit. Titel wie „Es wird im Walde gesagt“, „Eintönig klingt hell das Glöckchen“, „Die zwölf Räuber“, „Grünes Gras“ und natürlich „Kalinka“ ließen die Herzen der begeisterten Zuhörer höher schlagen.

Stehend dargebrachte Ovationen veranlassten den „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“ zu mehreren Zugaben: „Ich bete an die Macht der Liebe“ setzte einen weiteren Höhepunkt, nach dessem letzten Klang sich die Zuhörer ein weiteres Mal von ihren Stühlen erhoben. Ottmar Krauthausen hatte nicht zu viel versprochen: Ein außergewöhnliches Konzert!

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