Fesselnder Segeltörn auf dem Blausteinsee

Von: Patrick Nowicki
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Natürlich müssen die Schwimmwesten sitzen. Im Boot musste jeder das Segel im Auge behalten. Beim Überholen stieg die Stimmung bei den Teilnehmern weiter.
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Unsere Leser erlebten einen (ent)spannende Tour auf dem Blausteinsee. Am Bootssteg startete die Runde.
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Dieser Blick auf das Seezentrum mit Bühne, Restaurant, Bootshaus und Seeschule ist nur vom Boot aus möglich. Foto: Patrick Nowicki
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Nach den Bootsrunden einen Erfrischung im See: Thomas Pletz und Martin Scholz heben ab.

Eschweiler. Als sich der Segelklub Eschweiler See (SKES) gegründet hat, saßen die Wassersportler noch auf dem Trockenen. Naja, nicht ganz, denn die Boote lagen im niederländischen Roermond. Seit 14 Jahren sind die Wege für sie deutlich kürzer.

Das Heimatgewässer, der Blausteinsee, kann seitdem zum Segeln und Surfen genutzt werden. Welche Faszination das Wasser und Schippern ausüben, erlebten Freitagnachmittag 26 Leser unserer Zeitung aus Alsdorf, Eschweiler und dem Nordkreis, die im Rahmen unserer Sommer-Aktion an einem Schnuppersegeln teilnehmen konnten.

Vor allem die jüngsten Teilnehmer waren ganz schön aufgeregt, als es über den langen Bootssteg in die Schiffe ging. Zuvor mussten alle eine Schwimmweste überstreifen. Sicher ist sicher. „Passiert ist aber natürlich noch nichts“, beschwichtigte Jutta Pletz vom Segelklub. In den Booten gab es ein Paar kleine Anweisungen, dann legte man ab. 100 Hektar groß ist der See, aber nicht die gesamte Fläche steht den Wassersportlern zur Verfügung, sondern lediglich etwa zwei Drittel.

Der Rest soll der Natur überlassen bleiben. Allerdings fiel einigen Lesern auf, dass gelbe und gelbrote Bojen auf der Wasseroberfläche trieben. Und dies hat einen einfachen Grund: Mit dem Ende der Brutzeit vergrößert sich das Areal für Wassersportler. Seit dem 31. Juli gilt also die Kette mit den rotgelben Bojen als Grenze. Allerdings nur bis zum 31. Oktober, denn danach ist Wassersport grundsätzlich nicht erlaubt.

Das Wichtigste für passionierte Segler fehlte allerdings: der Wind. Er wehte ein wenig mau über den See und ließ keine schnellen Manöver zu. Und als eine Brise aufkam, legte auch gleich der Regen los. Der guten Laune in den Booten tat dies jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die meisten Teilnehmer hatten wetterfeste Kleidung eingepackt und konnten so die Fahrt bei angenehmen Temperaturen trockenen Fußes genießen.

Während der Fahrt bestand dann die Gelegenheit zum Plausch mit den Schiffsführern. Und dabei erfuhr man so manch Interessantes: Was ein „Amwindkurs“ ist, was sich hinter „anluven“ verbirgt und wie man bei einem „leegierigen“ Boot reagiert. Die Segler kennen schließlich weit über 1000 Fachbegriffe, wovon man die meisten wissen sollte, will man einen Bootsschein ergattern.

Als Schiffe dienten eine BM-Jolle, deren Name sich vom Bergumer Meer ableitet, und zwei Polyvalken, einem niederländischen Bootstypus, der für Binnengewässer kons­truiert wurde. Bis zu vier Leser konnten sich pro Boot aufs Wasser wagen. Natürlich nicht alleine, sondern unter fachkundiger Begleitung von SKES-Mitgliedern: Kico Schmidt, Jens Tervooren, Niklas und Judith Patzke, Thomas Pletz, Martin Scholz und Dr. Manfred Flachskamp lenkten die Boote sicher übers Wasser. Wer warten musste, konnte sich im Bootshaus nicht nur trocknen, dort standen auch Kaffee und Kuchen bereit – gestiftet vom Segelklub.

An den Wänden des Holzhauses konnte man einiges über den Verein erfahren, der inzwischen 265 Mitglieder zählt. Besonders stolz sind die Segler auf die 80 Kinder und Jugendlichen, die dem SKES angehören. Ihre ersten Erfahrungen sammeln die Kleinen in der Regel in Optimisten, der klassischen Anfänger-Bootsklasse. Wer ein Boot gekonnt über den See gleiten lassen kann, der wechselt in ein Open Bic. Vier Kinder des Vereins durften vor einiger Zeit an der Weltmeisterschaft in Travemünde teilnehmen. „Sie haben das Feld natürlich vor sich hergeschoben, aber es war eine tolle Erfahrung“, berichtete Jutta Pletz.

Für die sportlichen Segler stehen am Bootshaus noch Laser, Einmann-Jollen, bereit. Weitere Jollen und ein Katamaran gehören ebenfalls zum Fuhrpark. Was den Vereinsverantwortlichen wichtig ist: Die Kinder und Jugendlichen werden von eigenen Vereinsmitgliedern ausgebildet. Viele junge Segler sind bereits Trainerassistenten. „So rekrutieren wir unsere Ausbilder aus den eigenen Reihen“, sagte Jutta Pletz.

In diesem Jahr feiert der Verein seinen 35. Geburtstag. Eine große öffentliche Feier soll es allerdings nicht geben. Der Verein hat schließlich große Pläne und will ein eigenes massives Vereinsheim am See bauen. Derzeit läuft die Suche nach Fördertöpfen und Unterstützer. Ganz in Eigenregie ist das Projekt schließlich nicht zu stemmen. Beim Jahresabschlussfest will man an die Gründung erinnern. Zunächst steht aber das Sommerfest für die Mitglieder am 31. August auf dem Programm.

Zwei Mal im Jahr lädt der SKES zum Schnuppersegeln. Für unsere Leser machte der Segelklub eine Ausnahme. Auch wenn das Wetter am Freitag nicht mitspielte – für die Teilnehmer war die Runde über den See eine tolle Erfahrung.

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