Fessel-Opfer hat wenig Dank für hilfreiche Polizisten

Von: red/pol
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Solide Handschellen lassen sich nicht so einfach entfernen - nicht einmal von der Poliei, wie jetzt ein junger Mann in Eschweiler herausfinden musste. Symbolfoto: dpe

Eschweiler. Massive Handschellen haben einen jungen Mann in Eschweiler jetzt in arge Bedrängnis gebracht. Handschellen, die - wie der Aachener Polizeisprecher Paul Kemen am Montag ausdrücklich betonte - ihm nicht von der Polizei angelegt worden waren.

Der Mann war auf der Eschweiler Wache aufgetaucht und hatte dort von einem Missgeschick berichtet. „Allerdings rückte er bei der Schilderung seiner Notlage mit der Sprache nicht so richtig raus“, heißt es im Polizeibericht. Der Mann habe sich nur insoweit zum Sachverhalt geäußert, sich im Rahmen „privater Tätigkeiten“ Handschellen angelegt zu haben - und zwar „richtig massive Handschellen, nichts billiges“.

Tatsächlich saßen die Schellen nicht nur recht stramm, sondern auch, so der Polizeibericht weiter „an einem Arm. Beide Ringe.“ Zudem war der Abstand der beiden Schellen zueinander so gering, dass der Schlüssel nicht mehr hineinpasste. „Deshalb der augenscheinlich schwere Gang zur Polizei.“

Nachdem die Beamten mit Hilfe des Fahndungscomputers erst einmal überprüft hätten, dass ihnen keine Lügengeschichte aufgetischt wurde, „kam der Freund und Helfer durch“. Doch auch der gängige Handschellenschlüssel der Beamten war zu lang und passte nichts ins winzige Schloss der Fesseln.

Was auf der Wache freilich keine Mutlosigkeit auslöste: „Die laut gedachten Überlegungen der Beamten, eventuell mit einer Flex die Handschellen zu durchtrennen oder mittels Schweißgerät zu durchtrennen, trieben beim jungen Mann den Schweiß auf die Stirn“, so der Polizeibericht. „Sein Gesicht wurde zunehmend fahl.“

Schließlich kürzten die findigen Beamten mit einer kleinen Säge den Schlüssel und gelangten so zwischen die beiden Schellen. So ließen sich schließlich der Schlüssel drehen und die Schelle öffnen.

Der Dank des Gepeinigten habe sich jedoch erstaunlicherweise in Grenzen gehalten - da wäre doch „mehr drin“ gewesen, berichtete Kemen. Nach einem kurzen, eher stoßartigen „Danke“ habe der Mann die Wache verlassen. Kemen nahm es mit Humor: „Wahrscheinlich hatten ihm die aufgezeigten Lösungsmöglichkeiten zur Befreiung doch sehr zugesetzt.“

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