Ferienspiele: Zwei Wochen Nüsse klopfen statt faulenzen

Von: kaba
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Das Spiel „Nüsse klopfen“, das schon Oma früher gespielt hat, hat es den Kindern besonders angetan. Und es macht ja auch Spaß die Nüsse, die man getroffen hat, gemeinsam mit den anderen zu essen. Foto: Katja Bach
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Die Kinder konnten sich beim Basteln der Kasperlfiguren kreativ auslassen. Auch beim Spielen hatten sie viele tolle Ideen. Foto: Katja Bach
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Das Spiel „Nüsse klopfen“, das schon Oma früher gespielt hat, hat es den Kindern angetan. Und es macht ja auch Spaß die Nüsse, die man getroffen hat mit den anderen gemeinsam zu essen. Foto: Katja Bach
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Eschweiler. In der Eduard-Mörike-Grundschule Eschweiler war auch während der Ferien eine ganze Menge los. Statt zu faulenzen, machten täglich 25 bis 40 Kinder tolle Erfahrungen bei den Ferienspielen. Unter den Mottos „Gesund und fit ist der Hit“ und „So war‘s früher“ hatten sich die Betreuerinnen so einiges ausgedacht.

In der ersten Ferienwoche drehte sich alles um Bewegung und Ernährung. Gleich der erste Tag war wohl einer der Höhepunkte dieser Woche: Ein Besuch in der Kampfschule Wing Tsun beeindruckte die Kinder und vermittelte ihnen Spaß an Bewegung. Auch die Bewegungslandschaft, die Jennifer Franken, Petra Metzen, Claudia Menz und Praktikant Jonny Lauterbach in der Sporthalle aufbauten, brachte den Kindern viel Freude.

Aber um gesund und fit zu bleiben, muss man sich nicht nur viel bewegen: Auch Ernährung ist ein wichtiges Thema. Deshalb schauten sich die Kinder ihre Nahrungsmittel einmal ganz genau an. Wo kommen sie her? Was ist gesund? Wie backt man Brot? Das und vieles mehr konnten die Kinder lernen, erforschen und selbst erfahren. Auf dem Bauernhof Krüger verbrachten sie zum Beispiel einen spannenden Vormittag, das Brot haben sie in der Schule selbst gebacken. Wer Brot backt, darf es natürlich auch essen: So gab es zum Abschluss der Woche einen gemeinsamen Brunch. Und damit das Essen noch mehr Spaß macht, knüpften die Kinder im Laufe der Woche sogar ihre Tisch-Sets selbst.

Doch nicht nur die erste Ferienwoche hatte viel zu bieten. Auch in der zweiten Hälfte der Ferien blieb es spannend. Mit dem Hintergrund „So war‘s früher“ durften die Jungen und Mädchen zuerst einen Film zur Einstimmung schauen.

Aber nicht irgendeinen Film, sondern einen Schwarz-Weiß-Film. Nur die wenigsten Kinder wussten, dass das mit dem Fernsehen einmal so begonnen hat. Wer glaubt, dass die Kinder so etwas heute nicht mehr interessiert, liegt absolut falsch: „Alle waren total fasziniert“, berichtete Betreuerin Brigitte Adjei und war selbst überrascht, wie gut die Kinder die Aktivitäten in der zweiten Woche angenommen haben.

Gemeinsam mit Natalja Linder, Gabriele Schulden, Elvira Erhardt und Praktikantin Michelle Dedeas bot sie allerhand Spiele und Aktivitäten aus „Omas Zeiten“ an. Manches davon hatte sogar einen Bezug zur ersten Woche: zum Beispiel das Einlegen von Gurken, das wohl keinem Kind bekannt war. Nun sind die Kleinen ganz gespannt, wie selbst eingelegte Gurken schmecken. Eine kleine Kostprobe gab es schon am Freitag, aber natürlich müssen die eigenen Gewürzgurken noch viel länger liegen bleiben. Es gab jedoch nicht nur Gurken: auch der selbst gebackene Apfelkuchen war ein richtiger Höhepunkt.

Wie beschäftigt man sich in seiner Freizeit eigentlich ohne Fernseher oder Videospiele? Klar: mit Fußball, Fangen, Verstecken oder Seilchenspringen. Was aber, wenn es regnet? Zu „Omas Zeiten“ hat man dann Zielmurmeln gespielt. Oder Nüsse klopfen: ein Spiel, bei dem echte Nüsse durch ein Rohr fallen und ein Kind am Ende des Rohrs auf die Nuss wartet und versucht, sie mit einem Holzhammer zu zerschlagen. Gar nicht so leicht, aber umso toller, wenn man es geschafft hat: Denn dann darf man die Nuss essen. Von diesem alten Spiel waren die Schüler der Eduard-Mörike-Grundschule ganz begeistert.

Auch von der Idee, dass man sich sein Spielzeug einfach selbst basteln kann, waren sie ganz angetan. So entstanden Tag für Tag neue Filzeulen und Kasperlpuppen aus Holzlöffeln. „Bei diesen Arbeiten lernen die Kinder nicht nur mit Nadel und Faden umzugehen, sondern wissen jetzt zum Beispiel auch, dass das Loch an der Nadel Öse heißt“, freuten sich Adjei und Linder.

Die Kasperlpuppen sollten jedoch nicht nur schön aussehen: Am letzten Tag der Ferienspiele gab es von den Kindern eine eigene Aufführung mit dem Kasperltheater. „Dabei gibt es keinerlei Vorgaben. Wir schauen einfach, was den Kindern einfällt. Das ist total spannend“, findet Adjei.

Aber natürlich waren die Grundschüler in der zweiten Ferienwoche nicht nur „zu Hause“, also in der Schule. Am Mittwoch ging es nach Kommern ins Freilichtmuseum. „Da gab es alte Häuser und eine alte Bäckerei und eine alte Schule“, erinnert sich Christian. Am meisten beeindruckt haben ihn aber die Möbel im Freilichtmuseum. „Die Betten konnte man in den Schrank tun und die Tische an die Wand klappen“, erzählte Christian begeistert. An solche Details wird sich nicht nur Christian noch lange erinnern. Die Kinder der OGS und des Kids-Klubs werden noch lange über ihre Herbstferien reden.

„Ich bin überrascht, wie super die Kinder die Angebote angenommen haben und vielleicht haben sie ein neues Bewusstsein für manche Dinge bekommen“, hofft Brigitte Adjei. Und wer weiß: Vielleicht wird Nüsse klopfen ja das neue Lieblingsspiel in der Eduard-Mörike-Grundschule.

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