Eschweiler/Städteregion - Ferienspiele: Flüchtlingskinder helfen sich gegenseitig

Ferienspiele: Flüchtlingskinder helfen sich gegenseitig

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Kleine Kunstwerke: Die Kinder spielten in der Aktionswoche nicht nur, sondern zeigten sich auch von ihrer kreativen Seite.
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Befreites Lachen: 25 Kinder und 17 Studentinnen verbrachten gemeinsam eine harmonische Woche, bei der Spaß und Sprache im Vordergrund standen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler/Städteregion. Professor Dr. Marianne Genenger-Stricker von der Katholischen Hochschule Aachen atmete einmal tief durch, als sie in den Raum blickte und an das Schicksal des erst elfjährigen Jungen dachte, der in dieser Woche an diesen etwas anderen Ferienspielen teilgenommen hat.

Er gehört zu den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, von denen immer mehr auch in dieser Region ankommen.

Die Mädchen und Jungen haben meistens Dinge erlebt, von denen viele Menschen am liebsten gar nichts wissen möchten. In dieser Woche gab es für 25 Kinder und Jugendliche (größtenteils Flüchtlinge) aus Eschweiler, Würselen, Herzogenrath, Aachen und auch Merzenich im Alter von sieben bis 14 Jahren die Möglichkeit, sich ein wenig abzulenken. Das Kommunale Integrationszentrum der Städteregion Aachen hatte in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Aachen zum Projekt „Gemeinsam ins Ferienabenteuer! Spiel – Spaß – Sprache“ in die Bürgerbegegnungsstätte Eschweiler-Ost eingeladen.

„Wir sind alle begeistert“, sagte Silke Peters vom Kommunalen Integrationszentrum bei der Abschlussveranstaltung Freitagmittag und fuhr gleich mit etlichen Komplimenten fort: „Die Kinder sind toll und sie sind alle sozial hochkompetent. Es war auch schön zu sehen, wie sie sich untereinander geholfen haben.“

Einige Teilnehmer sind in Deutschland geboren und beherrschen die deutsche Sprache perfekt, andere sind erst seit wenigen Tagen hier. Die Kinder stammen unter anderem aus Syrien, Nigeria und dem Irak. Die Mädchen und Jungen zeigten in den fünf Tagen, wie unkompliziert Integration funktionieren kann.

Das Ganze im Rahmen des Ferienprojekts selbstredend spielerisch. Das Ziel der Ferienspiele war, Spaß und Spiel mit Deutschlernen zu kombinieren. Fazit: Ziel erreicht! Aachener Studentinnen hatten mit Fachkräften für Deutsch als Zweitsprache ein vielfältiges Programm entwickelt. Drei Gruppen wurden gebildet: eine Tanz-, eine Theater- und eine Kreativgruppe. Die Tanzgruppe entwickelte einen Tanz und es wurde – getreu dem Motto der Ferienspiele – in deutscher Sprache gesungen. Die Theatergruppe lernte, wie Gefühle schauspielerisch umgesetzt werden und die Kreativgruppe bastelte und malte. So stellte sie bunte Holzfiguren her, die auf ein Puzzleteil montiert wurden und so zusammengesteckt werden konnten. Ein schönes Symbol: Gemeinsam kann man Vieles schaffen. Wie in der vergangenen Woche.

„Das Lernen der deutschen Sprache und die Stärkung der sozialen Kompetenzen standen neben dem Spaß im Vordergrund“, sagte Genenger-Stricker. „Viele der Kinder sind schon sehr selbstständig“, zollte sie ein Lob. So seien die Kinder aus Aachen am ersten Tag gebracht worden, ab dem zweiten Tag seien sie selbst mit dem Bus angereist. Ein weiteres Lob gab es an die vielen Unterstützer. Nicht nur an die 17 Studentinnen (14 der Sozialpädagogik und drei, die Lehramt Deutsch als Fremdsprache studieren), die ehrenamtlich dabei waren, sondern beispielsweise auch an einen ehrenamtlichen Arbeitskreis aus Würselen, der die Fahrten der Kinder aus dieser Stadt nach Eschweiler möglich gemacht hatte.

Sämtliche Ergebnisse des Ferienprojekts wurden am Freitag den zahlreichen Eltern vorgestellt. Natürlich gab es für die Kinder reichlich Gelegenheit, sich zusätzlich bei Fußball, Basketball und sonstigen Spielen auszutoben.

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