Fenster zu einer anderen Wirklichkeit

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Russische Ikonen aus dem 15. b
Russische Ikonen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert zeigt Dimitrij Greven bis zum 18. Dezember im Bistro „De Ville” an der Dürener Straße.

Eschweiler. Was könnte die weihnachtliche Stimmung besser einfangen, als eine Hinwendung zu besinnlichen Themen. In diesem Sinne präsentiert der Europaverein GPB Eschweiler ab Mittwoch, 7. Dezember, 19 Uhr,russische Ikonen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert.

Die Ausstellung ist bis zum 18. Dezember, im Bistro „De Ville” an der Dürener Straße 5-7 zu sehen. Ikonen sind für die Orthodoxe Kirche nicht Abbildungen weltlicher Natur, sondern Fenster zur himmlischen Wirklichkeit. Mit der Betrachtung einer Ikone erfährt man die Gegenwart Gottes -ebenso wie im Gottesdienst, sie ist Offenbarung ebenso wie das Wort der Bibel.

Dimitrij Greven verfügt über eine weithin anerkannte künstlerische Fähigkeit als Ikonenschreiber, die Russisch-Orthodoxe Kirche verlieh ihm den Titel Ikonograph. Der 70-jährige Greven führt dazu aus: „Das fünfte Konzil von Konstantinopel (553 n.Chr.) lehnte die Bilderverehrung ab, um der strengen Auslegung des zweiten Gebotes (2. Mose 20, 4) im Judentum und der Kritik des Islam, der jegliche Abbildung als Götzendienst bezeichnet, entgegenzukommen. Das zweite Konzil von Nicäa entschied 787 jedoch, dass die Verehrung von Ikonen erlaubt sei.

Entscheidend hierfür war die Theologie von Johannes von Damaskus, der das Bilderverbot nur für die Darstellung von Gott dem Vater gültig hielt, die Darstellung des menschgewordenen Gottes Jesus aber - wie alles Irdische, das als Gottes Schöpfung dessen Abbild darstellt - für hilfreich erklärte: Wenn der Körperlose um deinetwillen Mensch wird, dann darfst du ein Bild seiner menschlichen Gestalt malen. Die Anschauung im Bild helfe zu geistlicher Anschauung, die Gedanken werden dadurch zu Gott geführt. Ikonen und damit die dargestellten Personen können verehrt werden. Anbetung jedoch gebührt Gotte alleine. Deshalb werden Ikonen nach alter Überlieferung nicht gemalt sondern geschrieben.”

Der Restaurator und Gutachter Dimitrij Greven verfügt über eine umfangreiche Sammlung alter Ikonen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. Aus dieser Sammlung stellt er 120 Ikonen im Bistro „de Ville” aus.

Dimitrij Greven wird dem Besuchern Historie und religiöse Hintergründe, anlässlich der Vernissage aber auch auf Anfrage, erläutern. Gleichzeitig möchte er, wie er sich ausdrückt, etwas „aufräumen”. Es handelt sich um ausgesucht schöne und bestens erhaltene Tafeln, die der Sammler zum Verkauf anbietet.
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