Feldfußball-Stadtmeisterschaft: Noch viel Luft nach oben

Von: ran/tob
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Bis Mitte der zweiten Halbzeit war das Finale zwischen Fortuna Weisweiler und Rhenania Eschweiler, ähnlich wie der Zweikampf zwischen dem Fortunen Resit Yilmaz (Nr. 4) und Hermann Mbaki Lisasi, umkämpft. Dann zog der A-Ligist entscheidend davon. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Elf Spiele, 31 Tore (plus 13 Treffer beim Elfmeterschießen im Halbfinale zwischen Rhenania Eschweiler und dem SC Berger Preuß) und mit Fortuna Weisweiler ein neuer Feldfußball-Stadtmeister, der im Viertelfinale sowie in der Vorschlussrunde nur das allernötigste tat, im Endspiel dann aber in den entscheidenden Momenten zur Stelle war.

Darüber hinaus ein regnerischer Beginn, der manchen Zuschauer vom Besuch im Sportpark am See abgehalten haben dürfte, so dass die ersten drei Tage der Titelkämpfe vor kleinem Publikum stattfanden. Der schleppende Start wurde dann jedoch von sehr respektablen Zuschauerzahlen während der zweiten Hälfte der Turnierwoche wieder wettgemacht. Und das Fazit? Insgesamt durchwachsen!

Im Sportpark am See kämpften zwei A-Ligisten (einer davon ist Aufsteiger), sechs B- sowie drei C-Ligisten um die Nachfolge des SC Berger Preuß. Fußballerische Leckerbissen am laufenden Band waren also von vorneherein nicht zu erwarten. Berücksichtigt werden muss natürlich auch, dass sich die Mannschaften noch in der schweißtreibenden Vorbereitung auf die am übernächsten Wochenende beginnende Punktspielsaison befinden und auf Grund der Ferienzeit auch zahlreiche Teams alles andere als in Bestbesetzung aufliefen.

Dennoch: Die eine oder andere Partie, bis zum Finaltag ging es über jeweils 2 mal 30 Minuten, führte so manchem Zuseher vor Augen, wie lange eine Stunde gefühlt dauern kann.

Auch der Gesamtauftritt von Fortuna Weisweiler war zunächst von mehr Schatten als Licht geprägt. Zwar blieb der neue Titelträger in seinen drei Spielen über insgesamt 210 Minuten ohne Gegentor, doch spielerisch waren die Leistungen des inzwischen etablierten A-Ligisten gegen die Sportfreunde Hehlrath im Viertel- sowie gegen Ausrichter Germania Dürwiß im Halbfinale eher dürftig. Apropos Germania Dürwiß: Nach dem dramatischen Absturz aus der Mittelrheinliga in die Kreisliga C lautete für viele Eschweiler Fußballanhänger die Frage wohl, ob in dieser Saison überhaupt eine Seniorenmannschaft im Sportpark am See zu Meisterschaftsspielen auflaufen würde. Antwort: Ja!

Die Elf des neuen Trainers Dario Pedro, der in der Vergangenheit bereits Jugendmannschaften der Germania trainierte und zuletzt im Nachwuchsbereich von Jugendsport Wenau tätig war, verkaufte sich während der Stadtmeisterschaft so teuer als möglich, bezwang im Viertelfinale in einer allerdings eher niveauarmen Partie Rhenania Lohn mit 2:1 und erwies sich gegen die beiden A-Ligisten Weisweiler (0:1 in der Vorschlussrunde) und Berger Preuß (0:2 im Spiel um Platz 3, das bis zur 88. Minute torlos blieb) als unbequem zu spielender Gegner. Nun bleibt abzuwarten, ob es einerseits Dario Pedro gelingt, die Spieler seines jungen und zahlenmäßig überschaubaren Kaders weiterzuentwickeln, und andererseits die Spieler über die gesamte Spielzeit mitziehen.

Gleich zu Beginn der Stadtmeisterschaft hatte es übrigens Diskussionen zwischen Ausrichter Germania und der Turnierleitung gegeben. Der Grund: Die Spieler sollten sich – so der Wunsch des Ausrichters – auf dem Ascheplatz aufwärmen. Eine bereits bekannte Diskussion, für ein Turnier wie die Stadtmeisterschaft – mal abgesehen von den Torhütern, die sich natürlich auch neben dem Strafraum aufwärmen können – dennoch inakzeptabel. Die Wogen glätteten sich glücklicherweise schnell.

Spielerisch schwach

Aber zurück zum Sportlichen: Gewaltig steigern muss sich im Vergleich zur Vorwoche auch der SC Berger Preuß, wenn die Elf von Trainer Thomas Fourné, der während der Stadtmeisterschaft im Urlaub weilte, nach dem Aufstieg in die Kreisliga A in der neuen Klasse Fuß fassen möchte. Dem 4:1-Auftakterfolg über den SCB Laurenzberg folgte im Semifinale gegen Rhenania Eschweiler nach 0:2-Rückstand eine Aufholjagd, die noch in das Elfmeterschießen führte, das allerdings mit 6:7 verloren wurde. Im kleinen Finale gegen die zwei Klassen tiefer spielenden Gastgeber lieferten die Berger Preußen dann eine spielerisch schwache Vorstellung. Thimo Grubert und Michael Kleemann bewahrten ihre Mannschaft mit ihren sehr späten Toren in der 88. und 93. Minute vor einem weiteren Elfmeterschießen.

Den alles in allem besten Eindruck aller Mannschaften hinterließ Finalist Rhenania Eschweiler. Der letztjährige C-Liga-Meister überzeugte bereits beim Blausteinsee-Cup, als er in vier Spielen unbesiegt und ohne Gegentor blieb und den beiden Bezirksligisten TuS Langerwehe und Jugendsport Wenau jeweils Unentschieden abtrotzte. In Dürwiß startete die von Simon Bündgens trainierte Elf von der Pumpe mit einem unspektakulären 2:0 über die ESG, um im Viertelfinale gegen den SV St. Jöris in der vielleicht besten Halbzeit des Turniers einen 0:1-Rückstand in einen 4:1-Sieg umzuwandeln.

Und auch im Halbfinale gegen den höherklassigen SC Berger Preuß sah es bei einer 2:0-Führung bis zur 53. Minute nach einem Erfolg in regulärer Spielzeit aus, der schließlich im Elfmeterschießen nachgeholt wurde. Schade, dass im Finale die Akkus ein wenig leer waren. Doch wenn sich die während eines Interviews mit Stadionsprecher Tim Schmitz von Simon Bündgens abgegebene Ankündigung, dass seine gut verstärkte Mannschaft in puncto Leistungslimit noch reichlich Luft nach oben habe, bewahrheitet, dann werden die Rhenanen in der Kreisliga B eine sehr ordentliche Rolle spielen können.

Durchaus klare Worte fand Bürgermeister Rudi Bertram während der Siegerehrung: „Ich hoffe und wünsche mir, dass das Niveau des Eschweiler Fußballs in Zukunft wieder steigt und die Zuschauer bei den kommenden Stadtmeisterschaften wieder schönere Spiele zu sehen bekommen.“

In Nachbarstädten sowie im Eschweiler Süden sollen Fusionen zwischen Vereinen ja durchaus Wirkung gezeigt haben. Sportlich und nicht zuletzt auch infrastrukturell. Entsprechende Gespräche zwischen einigen Vereinen laufen auch seit einer Weile. Über aktuelle Entwicklungen halten wir Sie, liebe Leser, natürlich auf dem Laufenden...

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