Feierstarter klären auf: Auch ohne Alkohol durchstarten

Von: Sonja Essers
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Nach einem Jahr ziehen die Feierstarter eine positive Bilanz... Foto: privat(3)/Essers
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Gleich acht Einsätze hatten sie im vergangenen Jahr in der Indestadt....
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An Weiberfastnacht geht es weiter...
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Darauf freuen sich Alina Stahl, Lisa Dziwisch, Enver Demirak und Gina Krahe (vordere Reihe) bereits sehr. Foto: privat(3)/Essers

Eschweiler. Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Immer mehr Zwölf- bis 17-Jährige verzichten auf Alkohol. 33 Prozent haben sogar noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken. Auch das Durchschnittsalter für den ersten Konsum ist gestiegen. Lag dieses 2004 bei 14,1 Jahren, so liegt es mittlerweile bei 14,8 Jahren.

Auch wenn die Zahlen nur leicht rückgängig sind, kann Elke Koch ihnen etwas Positives abgewinnen. Sie arbeitet in der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Städteregion Aachen in Eschweiler, die sich in Trägerschaft der Diakonie befindet und weiß: „Die Zahlen sind erstmalig rückläufig.“

Ob Enver Demirak, Gina Krahe, Alina Stahl und Lisa Dziwisch auch einen kleinen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen haben? Ausgeschlossen werden kann das nicht! Schließlich sind die Jugendlichen aus der Indestadt und aus Herzogenrath seit einem Jahr als Feierstarter unterwegs und klären Gleichaltrige über die Folgen von Alkoholkonsum auf.

Elf Jugendliche üben derzeit dieses Ehrenamt aus. Angefangen hatte das Projekt im November 2014 mit einer zweitägigen Schulung im Auenland in Mulartshütte. An Weiberfastnacht 2015 fand der erste Einsatz statt.

Seitdem können die Jugendlichen auf acht Einsätze zurückblicken. Darüber hinaus fanden neun Planungstreffen statt, sechs Mal trafen sich Nicole Hillemacher-Esser von der Mobilen Jugendarbeit der Stadt Eschweiler und Julia Bleilevens von der Mobilen Jugendarbeit der Stadt Herzogenrath. Auch ein Anti-Konflikt-Training stand an.

Der nächste Einsatz wird erneut an Weiberfastnacht stattfinden, weitere sind in Planung. Auch ein Fortbildungswochenende im April steht an. Dabei geht es nicht nur um die Auswirkungen von Alkohol, sondern auch von anderen Suchtmitteln wie beispielsweise Cannabis. „Es besteht Interesse, sich über andere Suchtmittel zu informieren. Ich finde es gut, dass die Jugendlichen über den Tellerrand schauen und sich mit anderen Themen auseinandersetzen“, so Elke Koch.

Auch Olaf Tümmeler, Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendförderung sowie Kinderbetreuungsangelegenheiten des Jugendamtes der Stadt Eschweiler, ist von dem Engagement der Jugendlichen begeistert. „Das Projekt ist mittlerweile ein fester Bestandteil in beiden Kommunen. Es ist keine einfache ehrenamtliche Tätigkeit, deshalb sind wir sehr stolz darauf, dass wir Jugendliche gefunden haben, die daran teilnehmen“, sagt er.

Für ihr ehrenamtliches Engagement wurden die Jugendlichen beim Neujahrsempfang der Stadt Eschweiler Mitte Januar mit dem Jugendplus-Preis ausgezeichnet. Ein ganz besonderer Moment für die jungen Erwachsenen. „Nach dem Neujahrsempfang bin ich von vielen Kollegen angesprochen worden, die sich bei mir informieren wollten“, sagt Enver Demirak. Der junge Erwachsene ist seit dem Beginn des Projekts mit von der Partie.

Der erste Einsatz sei „komisch“ gewesen, sind sich die jungen Erwachsenen einig. „Am Anfang lief es etwas schleppend. Dann hat es immer besser geklappt und ich glaube, dass es die Jugendlichen, mit denen wir gesprochen haben, gut fanden“, meint Demirak.

Warum es so wichtig ist, dass die Jugendlichen von Gleichaltrigen aufgeklärt werden? „So können sie mit jemandem auf Augenhöhe reden“, sagt Nicole Hillemacher-Esser.

Wenige Tage vor ihrem nächsten Einsatz freuen sich die jungen Erwachsenen. Im vergangenen Jahr war dies etwas anders. Nicole Hillemacher-Esser erinnert sich gut daran, wie aufgeregt die Jugendlichen waren. „Anfangs hatten sie Bedenken, weil sie in Eschweiler natürlich viele Gleichaltrige kennen. Im Nachhinein war das aber gut. So fiel ihnen das Ansprechen leichter“, sagt sie.

Die Verantwortlichen freuen sich, eine positive Bilanz ziehen zu können und hoffen, dass das Projekt noch einige Jahre weitergehen wird. Mitstreiter werden weiterhin gesucht. Wer Interesse hat, kann sich entweder bei Nicole Hillemacher-Esser unter Telefon 7487461 melden oder sich auf der Facebook-Seite der Feierstarter informieren.

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