Feiernde Herrenmeute lässt Weisweiler Festhalle erbeben

Von: vr
Letzte Aktualisierung:
11563061.jpg
„We want you... for Party“: De Boore punkteten bei der Weisweiler Herrensitzung. Foto: Rüttgers

Wisswiele. Es sind die härtesten Zerreißproben des Jahres für die alt ehrwürdige Weisweiler Festhalle: Hatte Damenpräsidentin „Bruni“ mit ihren Frauen den Saal am Abend zuvor bereits zum Beben gebracht, rockten die Herren der Schöpfung das Haus am Freitagabend noch einmal so richtig.

Die Herrensitzung der KG Lätitia Blaue Funken aus Weisweiler blieb einmal mehr keinen Beweis schuldig, warum sie Jahr für Jahr in kürzester Zeit ausverkauft ist. Denn die Mischung aus kölschen Karnevalskrachern und Interpreten aus eigenen Reihen funktionierte und ließ das Kalenderjahr erneut mit einem karnevalistischen Stimmungsgewitter beginnen.

Traditionell begrüßte das Uniformiertenkorps der Gastgeber mit Marketenderin Alina Brosius auf der Bühne die Männer in der Weisweiler Festhalle, bevor später die Höppe Kroetsch mit akrobatischen Hebungen die Deckenhöhe der Halle bis zur Grenze testen sollten.

„Eisbrecher vom Dienst“

Er ist schon fast Weisweilers „Eisbrecher vom Dienst“: Guido Cantz enterte wie so oft in den Jahren zuvor als erster Redner die Bühne und zog mit seinem Blick auf das Zeitgeschehen die Aufmerksamkeit so schnell auf sich, dass er sich gar nicht in den knallroten Anzug hätte werfen müssen.

Mit dem Duisburger Kabarettisten Wolfgang Trepper hatten die Weisweiler Mut bewiesen, schließlich ist ein waschechter Kabarettist eher eine Seltenheit auf einer Herrensitzung im Karneval. Trepper echauffierte sich in seiner köstlichen Art über den Lieblingssport der Deutschen – nein, nicht Fußball, sondern Cluburlaub. Dann doch lieber in die Berge, wenn es nach Bauchredner Fred van Halen geht: „Ich halte es wie die Skifahrer: Lieber zwei lose Schnallen als eine feste Bindung“.

Passend zum Motto des Abends hatten sich die „Blue Dance Girls“, die Showtanzgruppe der Lätitia, in Rockerkluft geschmissen und enterten die Bühne zu fetzigen Gitarrenriff-Klängen. Das fiel ihnen sicher nicht schwer, schließlich hatten die Domstürmer die Festhalle zuvor auf Temperatur gebracht. Die „Naturbekloppten“ holten den Elferrat von ihren warmen Stühlen ins noch wärmere Scheinwerferlicht. Bei aller Party probten „De Boore“ den Versuch, eine Ballade vor Hunderten, leicht alkoholisierten Männern zu trällern.

Während die Cheerleader des 1. FC Köln für den optischen Leckerbissen des Abends sorgten, bewies eine Truppe aus Hamburg, wie herrlich verrückt der Karneval sein kann: die „Big Maggas“, laut eigener Aussage die „härteste und schönste Boygroup der Welt“, nahmen die komplette Weisweiler Bühne mit Moped und Unterhaltungsroboter „Horst“ in Beschlag. „Herrlich durchgeknallt“, war das Fazit der begeisterten Männer im Publikum, die zu den Klängen des Fanfarenkorps Die Weisweiler ihrer Stimmungshochburg „Tschö“ sagten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert