FDP will Städteregion aus dem Laufställchen holen

Von: Stefan Herrmann
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Sehen Städteregion als wichtiges Etappenziel: die FDP-Spitzenkandidaten (von links) Ulrich Göbbels, Dr. Jürgen Küpper, Georg Helg, Hans-Jürgen Krieger, Dr. Werner Pfeil und Volker Willms. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Die blau-gelben Spike-Schuhe, wie sie sie auf den markanten Wahlplakaten tragen, hatten sie diesmal im Schrank gelassen. Und auch vollmundige Versprechungen - wie einst Westerwelles 18-Prozent-Sohlen - sind nicht das Ding von Dr. Werner Pfeil und Georg K. Helg.

Pfeil, Städteregionsratkandidat, und Helg, Spitzenkandidat für den Städtregionstag, sind die Aushängeschilder der FDP, wenn am 30. August gewählt wird. In Eschweiler diskutierten sie im Restaurant „Stadtkrone” nun mit den Kandidaten vor Ort - Ulrich Göbbels, Volker Willms, Hans-Jürgen Krieger und Dr. Jürgen Küpper -, wohin der liberale Weg der Städteregion führen könnte.

„Wir machen dem grünen Sofa Beine”, lautet der gemeinsame Slogan auf dem Wahlprogramm des FDP-Kreisverbandes Aachen-Stadt und -Land. Dass die Idee Städteregion innerhalb von nur sieben Jahren Realität werden würde, habe Eschweilers FDP-Vorsitzender Ulrich Göbbels bei der konstituierenden Sitzung am 4. März 2002 nicht gedacht. „Ich war damals skeptisch”, gibt Göbbels zu. Heute weiß er es besser: „Es ist ein Ansatz für die Zukunft unserer Region.” Doch vieles sei bei der Städteregion bisher nur Stückwerk.

Georg Helg ist ein Freund klarer Worte. „Die Städteregion ist noch überhaupt nicht populär. Sowohl bei vielen Politikern als auch in Teilen der Bevölkerung bestehen nach wie vor Ressentiments gegen sie.” Dabei profitieren beide, sowohl die Stadt als auch der Kreis Aachen, von der neuen Gebietskörperschaft.

Das müsse man den Leuten erklären und weitere Ziele der Städteregion aufzeigen. Die liegen nach Dr. Werner Pfeils Meinung mittel- und langfristig vor allem in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Aber auch direkt gebe es eine Reihe an Vorteilen: Synergieeffekte treten ein, es findet ein Wettbewerb der Verwaltungsstrukturen um das bessere System statt. Bisher arbeiten Stadt und Kreis nämlich, zum Beispiel im Bereich der Argen, mit unterschiedlichen Systemen.

Ausbildung, Wirtschaft, Wissenschaft mit ausgestreckten Fühlern Richtung Parkstad Limburg und deutschsprachiger Gemeinde in Belgien - Pfeil schwebt ein einmaliges Projekt in Europa vor. Gleichzeitig gelte es, dass der Kreis bzw. in Zukunft die Städteregion bisherige reine Stadt-Projekte wie den neuen Campus mit bis zu 10.000 neuen Arbeitsplätzen mitgestalte.

Dass es noch einiges zu tun gibt in der gemeinsame Aufgabenverwaltung, dass wissen die beiden FDP-Spitzenkandidaten auch. „Da müssen wir vielleicht irgendwann einmal auch unpopuläre Maßnahmen ergreifen”, betrachtet Helg beispielsweise die Entwicklung der Berufkollegs kritisch. Sein Motto: „Qualität statt flächendeckender Quantität.”

Wichtig sei aber vor allem, dass man nach Jahren wieder weg von den harten Oppositionsbänken komme. Ihr Ziel: Schwarz-Grün verhindern. Dafür hoffen auf die Wählergunst am 30. August.
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