Faszinierende Reise durch 300 Jahre Musik

Von: ran
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Von Telemann und Bach bis Pink Floyd und Billy Joel: Querflötistin Sabina Ana-Maria Manolache nahm ihre Zuhörer mit auf eine alles andere als kleine Reise durch die sehr bewegte und bewegende Musikgeschichte. Foto: Andreas Röchter
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Meisterin ihres Fachs: Pianistin Adeline Hulin harmonierte großartig mit ihrer Duettpartnerin und ließ die Konzertgäste auf wunderbare Weise an der Musik teilhaben. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Gleich zu Beginn ein Fazit: Der Titel „Eine kleine Reise durch 300 Jahre Musikgeschichte“ war (zu) bescheiden ausgewählt!

Denn das Konzert, zu dem die „Gesellschaft Erholung Eschweiler“ am frühen Freitagabend in die altehrwürdige Aula des Städtischen Gymnasiums eingeladen hatte, bot einen intensiven, weit ausholenden, reichhaltigen, abwechslungsreichen und absolut kurzweiligen Einblick in die Welt der Musik, angefangen beim Hoch- und Spätbarock über die Romantik und den Impressionismus bis hin zur (beinahe) zeitgenössischen Rockmusik.

Als famose Reiseführerinnen fungierten zwei junge Damen, die mit ihrem Können das Publikum in ihren Bann zogen. Pianistin Adeline Hulin und Querflötistin Sabina Ana-Maria Manolache harmonierten und ergänzten sich prächtig und gaben ihren Zuhörern die Gelegenheit, tief in die Welt einzigartiger Harmonien, Klänge und Töne abzutauchen.

Wegweisende Komponisten

Als „roter Faden“ diente während des Konzerts immer wieder der Mut wegweisender Komponisten, alte und somit ausgetretende Pfade zu verlassen und stattdessen neue, zum Teil revolutionäre musikalische Richtungen zu beschreiten. So etwa „Gigant“ Johann Sebastian Bach mit seinen weltberühmten Werken „Air“ und der „Badinerie“ aus der Suite No. 2. Oder auch Georges Bizet (1838 - 1875), der die Begeisterungsstürme, die seine Oper „Carmen“ auch und gerade heutzutage hervorruft, niemals erlebte.

„Sowohl bei der Uraufführung als auch in den Folgejahren fiel die Oper beim damaligen Publikum durch. Warum? Carmen zeigt die Schattenseiten des Lebens. Und das war etwas, mit dem die Zuschauer und -hörer im 19. Jahrhundert nicht umgehen konnten“, erklärte „Gesellschafter“ Jürgen Kowalczyk, der als Moderator feinfühlig und humorvoll durch das Programm führte und den Konzertgästen immer wieder wissenswertes über die Komponisten sowie die Entstehungsgeschichte ihrer Meisterstücke zu berichten wusste.

International erfolgreich

Diese Meisterstücke so zu interpretieren, dass einerseits deren „Meisterschaft“ spürbar wurde, andererseits die Individualität der Vorträge der Interpretinnen keinesfalls zu kurz kam, gelang Sabina Ana-Maria Manolache und Adeline Hulin, die beide bereits bei zahlreichen internationalen Musikwettbewerben erfolgreich waren und deren Wege sich vor einigen Jahren am „Conservatorium Maastricht“ kreuzten, vortrefflich.

Mitreißend präsentierten sie das „Russische Zigeunerlied für Flöte und Klavier“ von Wilhelm Albrecht Otto Popp, um kurz darauf mit dem „Tanz der Zuckerfee“ in die Märchenwelt der „Nussknacker Suite“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski abzutauchen.

Nach einer kurzen Pause machten die beiden Instrumentalistinnen dem Werk „Reverie“ („Träumereien“) von Claude Debussy (1862 - 1918) alle Ehre. „Die Musik dieses Impressionisten galt als derart revolutionär, dass ein Student, bei dem Noten dieses Komponisten entdeckt wurden, des Konservatoriums in Paris verwiesen wurde“, ließ Jürgen Kowalczyk wissen.

Dem 1. Satz „Modéré“ von Maurice Ravels „Sonatine“ folgte der Sprung über den „großen Teich“: Mit „La Cumparsita“ von Gerardo Hernan Matos Rodriguez ließen Adeline Hulin und Sabina Ana-Maria Manolache die wohl berühmteste Tangomusik überhaupt erklingen.

Durch die Interpretation von „My Favourite Things“ aus dem Musical „The Sound of Music“ ehrte das Duo den Komponisten Richard Rodgers (1902 - 1979), der zu der illustren Gesellschaft von bisher zwölf Künstlern zählt, die mit den Preisen Oscar, Grammy, Emmy und Tony ausgezeichnet wurden. Nach einer „großen“ Reise war die Gegenwart erreicht: „Wish you were here“ von Pink Floyd und Billy Joels „Pianoman“ bildeten zum Abschluss gelungene Kontrapunkte.

Dankbarer Applaus belohnte die beiden Künstlerinnen ausgiebig. Und die Zugabe setzte das musikalische und philosophische i-Tüpfelchen: „Always Look on the Bright Side of Life“ von „Monty Python“-Gründungsmitglied Eric Idle.

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