Falschflieger verärgern die St. Jöriser

Von: Patrick Nowicki
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Skeptische Blicke: Viele St. Jöriser lauschten den Erläuterungen von Uwe Zink (links) zum Ausbau des Flugplatzes Merzbrück. Sie befürchten mehr Lärm. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Wenn ein Flugplatz umgebaut wird, dann gibt es Gewinner und Verlierer. Die St. Jöriser fühlen sich als Verlierer. Die Menschen dort befürchten, dass die Verlegung und Verlängerung der Startbahn dazu führt, dass der Fluglärm zunimmt. Das Lärmgutachten gibt ihnen teilweise Recht.

An 19 Punkten wurde gemessen, zwei davon befinden sich in St. Jöris. Während man an der Südseite nicht von einer Lärmzunahme ausgeht, rechnen die Experten damit, dass die Belastung am Sportplatz steigt - wenn auch im gesetzlichen Rahmen.

Gutachter Professor Dr. Frank Janser hielt bei der Bürgerversammlung des CDU-Ortsverbands Kinzweiler gleich die Ursache bereit: Der Rettungshubschrauber fliegt unmittelbar am Sportplatz vorbei, wenn er den Flugplatz in nördlicher Richtung verlässt. Allerdings: „Das ist auch schon jetzt, vor dem Umbau der Fall”, schränkt er ein. Jedoch habe man für die Erstellung des Gutachtens ein Szenario ohne Fluglärm zugrunde legen müssen. „Ich wäre der letzte, der nicht versteht, dass Fluglärm nerven kann”, betonte er.

Es waren am Donnerstagabend nicht nur Gegner des Flugplatzausbaus ins Vereinsheim des SV St. Jöris gekommen, aber die meisten Bürger sehen dem Ausbau skeptisch entgegen. Wohl auch, weil viele Piloten sich offensichtlich nicht an die vorgegebene Platzrunde halten, sondern über den Ort fliegen. Uwe Zink, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Flugplatzes Merzbrück, wies darauf hin, dass dafür die Flugaufsicht in Düsseldorf zuständig sei. „Aber selbstverständlich werden wir die Piloten dafür sensibilisieren”, versprach er. Dies werde auch ähnlich wie beim Straßenverkehr kontrolliert. Wer sich nicht an die Regeln halte, dem drohe ein saftiges Bußgeld.

Zink, seines Zeichens als Dezernent der Städteregion dort auch für Umweltbelange zuständig, erläuterte die Bedeutung des Ausbaus, der insgesamt 4,6 Millionen Euro kosten soll. Die Hälfte dieser Summe will das Land Nordrhein-Westfalen beisteuern. „Zum Vergleich: Die Rettende Hand vor dem Klinikum Aachen kostet alleine schon sechs Millionen Euro”, relativierte Zink. Derzeit dürfen in Merzbrück keine Geschäftsflugzeuge mehr starten und landen, was die Betreibergesellschaft deutlich in ihrer Kasse spürt. Deswegen soll die Landebahn auf 1160 Meter Länge ausgebaut und leicht geschwenkt werden.

Derzeit läuft noch das Planfeststellungsverfahren, die Offenlage endete vor wenigen Wochen. „Es ist nicht so, dass wir uns verstecken, sondern wir wollen mit ihnen ins Gespräch kommen”, stellte Zink heraus. Deswegen habe man die Offenlage auch nicht in der Weihnachtszeit vorgenommen. Acht Gutachten wurden inzwischen eingeholt, zahlreiche Studien und Untersuchungen ergänzten das Verfahren. Im Herbst will man ans Land herantreten und formell den Zuschuss beantragen.

Einige Vorbehalte konnte Zink immerhin entkräften: Die Start- und Landezeiten bleiben bestehen. „Selbstverständlich werden auch keine Düsenflieger dort landen”, so Zink. Dafür sei die Landebahn gar nicht ausgelegt. „Es geht letztlich nur darum, eine Infrastruktur zu erhalten und den neuen gesetzlichen Vorgaben anzupassen.”

Wenn nicht die Route des Helikopters wäre. „Bei Fluglärm zählen nur Abstand, Abstand, Abstand”, brachte es Professor Dr. Frank Janser auf den Punkt. St. Jöris liegt aber dafür einfach zu nah am Flugplatz Merzbrück. Unabhängig vom Ausbau.

DSL, Backwaren und Lebensmittel: Ort bald nicht mehr abgeschnitten

Einige Lösungen für Eschweilers nord-östlichsten Stadtteil stehen bevor, wie die CDU Kinzweiler verkündete: So wird sich die Firma Heiko am Donnerstag, 14. April von 15 bis 16 Uhr auf dem Kirchplatz St. Jöris präsentieren. Das Unternehmen liefert Lebensmittel ins Haus. Zudem schließt ab Montag die Firma Kurtz die Versorgungslücke mit Backwaren und Fleischprodukten.

Zum Jahresende soll St. Jöris wie Kinzweiler und Hehlrath auch ans DSL-Netz angeschlossen sein. Die Auftragsvergabe erfolgt in den nächsten Wochen.

Der verschlammte Weiher soll ausgebaggert werden. Wer allerdings die Kosten übernimmt, ist noch unklar.

Das Baugebiet St. Jöris soll an Fahrt aufnehmen. Der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Willi Bündgens kündigte Gespräche an.

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