Fachleute absolvieren „Move“-Fortbildung in der Suchtberatung

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Eschweiler. Die Fachstelle für Suchtvorbeugung in der StädteRegion Aachen in der Trägerschaft der Diakonie und in Kooperation mit der Städteregion Aachen hat in der Suchtberatung Eschweiler eine dreitägige Fortbildung zum Thema „Motivierende Kurzintervention (Move) bei konsumierenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ angeboten.

13 pädagogische Fachkräfte aus den Bereichen Jugendhilfe, Schule, Jugendberufshilfe und Wiedereingliederungshilfe nahmen teil. Erstmalig waren auch zwei Präventionsbeamte der Kriminalpolizei aus dem Bereich Suchtvorbeugung dabei.

Die meisten jungen Menschen sammeln Erfahrungen mit Tabak, Alkohol, einige mit illegalen Drogen wie Cannabis und Designerdrogen. Die Gefährdungen, eine nichtstoffgebundene Abhängigkeit zu entwickeln, hat zugenommen, wenn man zum Beispiel das exzessive Computerspielen betrachtet. Auffällig ist aber, dass sich gerade junge Konsumenten in der Regel selbst nicht als suchtgefährdet sehen, solange keine schwerwiegenden Folgeprobleme (zum Beispiel im Bereich Gesundheit, Psyche, Ausbildung oder Führerschein) aufgetreten sind.

Wenngleich Kontaktpersonen wie Mitarbeiter aus der mobilen Jugendarbeit, Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulsozialarbeiter und Lehrer Hilfs- und Unterstützungsangeboten für notwendig halten, suchen junge Konsumenten von sich aus freiwillig nur selten Beratungsangebote auf. So stellt sich die Frage: Wie kann man angemessen reagieren und effektiv handeln, wenn anvertraute Jugendliche in riskanter Weise Alkohol trinken oder kiffen und sich dabei wenig einsichtig und kaum motiviert zeigen, an ihrem Konsumverhalten zu verändern.

Das Konzept „Move“ basiert auf der Annahme, dass jeder Verhaltensänderung – also auch die Veränderung eines Suchtmittelkonsums – niemals von einem Tag auf den nächsten stattfindet.

„Veränderung ist vielmehr ein Prozess, der sich in unterschiedlichen, aufeinander aufbauenden Phasen beschreiben lässt“, erläutert Wolfgang Hundt, Einrichtungsleiter der Suchtberatung Eschweiler und „Move“-Trainer. „Motivation ist ein zentrales Stichwort in der Beratung von suchtmittelkonsumierenden Menschen. Dies gilt es entsprechend der jeweiligen Veränderungsphasen weiter aufzubauen und zu fördern. Dabei gibt es für jede Phase hilfreiche Handlungsstrategien und Gesprächstechniken“, ergänzt Gabi Fischer, Fachkraft für Suchtvorbeugung.

In der Fortbildung wurde neben der theoretischen Vermittlung vor allem großen Wert auf das praktische Einüben gelegt. Für die Teilnehmer ergab sich ein großer Nutzen aus dem Umstand, dass die vermittelten Gesprächstechniken sich auch für „Tür-und-Angel“ Gespräche nutzen lassen und somit neue Chancen im Kontakt mit Jugendlichen entstehen.

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