Experten: Sanierung will gut überlegt sein

Von: Paul Santosi
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Rät Hausbesitzern zum ganzheitlichen Blick bei der energetischen Sanierung: Michael Stephan, Geschäftsführer des Vereins Altbau Plus. Foto: Santosi

Eschweiler. „Immobilien sanieren und finanzieren” lautete das Motto des Informationsabends, den die Stadt Eschweiler in Zusammenarbeit mit der Sparkasse im Ratssaal veranstaltet hat. „Infos für Immobilien-Profis” hatte Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter Eschweilers, bei der Begrüßung versprochen.

Seiner Ansicht nach werde die Sanierung von Häusern und Wohnungen angesichts der Energiepreisentwicklung eher zur Pflicht als zur Kür. Auch wenn der Umweltschutz eine Rolle spiele - Hauptmotivator für Sanierungsmaßnahmen dürfte vor allem das Portemonnaie von Mietern und Eigentümern sein.

Keine Alleingänge starten

Eine Vorlage, die der Geschäftsführer des Aachener Vereins Altbau Plus, Michael Stephan, dankbar aufnahm. Ob sich eine Sanierung auch im fortgeschrittenen Lebensalter überhaupt noch lohne? Das liege, so Stephan, an jedem selbst. Jedes Gebäude, jedes Vorhaben habe individuelle Erfordernisse. Eindringlich warnte er vor übereilten Schnellschüssen à la „Jetzt leisten wir uns mal neue Fenster und das war´s”.

„Holen Sie unbedingt fachmännischen Rat ein. Für den Laien ist das Thema Gebäudesanierung mittlerweile viel zu komplex. Fehler kosten Geld, das besser bei der Begleitung durch Planer und Architekten investiert ist”, riet er. Die größte Gefahr sei es, nur Einzelkomponenten wie Dach, Fenster oder Wand-Dämmung bei der Sanierung anzugehen. Anhand einiger konkreter Bau-Beispiele zeigte Stephan, wie sich integrierte energetische Sanierungsmaßnahmen auch für größere Wohnkomplexe schon nach einigen Jahren amortisieren.

Über das „Energie-Contracting” (contract = engl. für Vertrag) sprach Stefan Ludwig als EWV-Vertriebsleiter für den Geschäftskundenbereich. Darunter versteht man eine seit etwa 20 Jahren in Deutschland verbreitete Form der Übertragung von Energie- oder Wärmelieferungen auf einen Vertragspartner. Dies ist vor allem dann interessant, wenn die Anfangs-Investitionskosten für die Energieerzeugung etwa für größere Gebäude oder Anlagen sehr hoch sind. Während in der Vergangenheit vor allem Industrie- und Gewerbekunden sowie Kommunen dazu griffen, wird der Markt für das Energie-Contracting auch für Wohnimmobilien-Besitzer zunehmend interessanter.

Fördermöglichkeiten satt

Lothar Müller, Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle Marienstraße sprach wohl vielen Häusle-Besitzern aus der Seele: „Irgendwann frage sich jeder Hauseigentümer, ob sich eine Sanierung im Alter überhaupt noch lohnt.” Der Druck des Gesetzgebers steige, siehe Kanalanschlüsse. Im dichter werdenden Themendschungel Energiekosten, Umweltschutz, altersgerechter Umbau und Vererbung biete sein Institut wertvolle Informationen und Unterstützung.

Etwas Licht in das Dickicht der vielfältigen Förderchancen brachte daher sein Kollege Jörg Grevenstein. Da gebe es etwa klassische Instrumente wie Hauseigentümer-Darlehen, aber auch gezielte, zweckgebundene Kredite wie das Kanalsanierungs-Darlehen bis maximal 15000 Euro. Über die jeweilige Hausbank lasse sich zudem an zinsgünstige Kredite der KfW-Bank in Berlin kommen. Eine aktuelle Änderung erlaube nach dem 1. März 2011 auch wieder die KfW-Förderung von Einzelmaßnahmen wie die Sanierung von Wänden, Dächern oder Fenstern. Hier sei jedoch die Assistenz durch einen Energieberater zwingend notwendig, so Jörg Grevenstein.

Womit sich der Kreis schließt: Gebäude-Sanierungen immer besser im Gesamtzusammenhang mit dem Fachmann planen und ausführen.
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