Existenzgründerforum: „Das Glas ist halb voll, nicht halb leer”

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Bietet jungen Unternehmen seit 20 Jahren eine Heimat: das Gewerbe- und Technologie-Zentrum an der Gartenstraße. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Zum 3. Mittelstands- und Existenzgründerforum luden die Stadt Eschweiler und die Sparkasse Aachen am Dienstag ins Rathaus. Die fast dreistündige Abendveranstaltung bot den Besuchern Informationen zum Thema Kreditförderprogramme und diente als Austauschplattform mit anderen Unternehmern in Stadt und Region.

Christian W. Rother, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen, teilte keineswegs die trübe wirtschaftliche Gegenwartsstimmung: „Kreditklemme? Kennen wir nicht. Für uns ist das Glas halb voll und nicht halb leer.” Immerhin bewegte die Sparkasse in 2008 rund 70 Millionen Fördereuros zusammen mit Landes- und Bundeskreditanstalten, die in Wirtschaftsunternehmen der Region flossen.

Und um genau diese Chancen ging es auch in der Präsentation von NRW-Bank-Direktorin Claudia Brendt. Sie stellte verschiedene Modelle der Kreditförderung für Klein- und mittelständische Unternehmen vor. Seien es zinsgünstige Kredite, Bürgschaften, Nachrang-Darlehen oder die einfache Beratungsförderung: Laut Claudia Brendt gibt es zurzeit eine breite Palette an Fördermitteln, die die landeseigene NRW-Bank regionalen Unternehmen in Zusammenarbeit mit den Hausbanken zur Verfügung stellen könne.

„Sicherheiten in unruhigen Zeiten” lautete eines der Vortrags-Mottos. Unruhig kann es für Unternehmer vor allem dann werden, wenn sich bei der Finanzierungs- und Bonitätsprüfung der Banken eine so genannte Sicherheitslücke ergibt. Unter bestimmten Voraussetzungen auch kein Problem, meinte jedenfalls Manfred Lamers, Prokurist der Bürgschaftsbank NRW in Neuss. „Wenn Sicherheiten fehlen, dann können diese mit einer Ausfallbürgschaft kompensiert werden.”

Genau dies ist die Rolle der Bürgschaftsbank, die Kredit-Risiken bis zu gewissen Grenzen übernimmt. Ein weiteres Instrument, vor allem für Unternehmer aus High-Tech-Branchen, ist der Innovationsgutschein der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Aachen. Diesen legte Geschäftsführer Dr. Axel Thomas all jenen Firmen ans Herz, die für die Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen von der Idee bis zur Marktreife professionelle Unterstützung benötigen.

In unserer Technologie-Region gebe es dafür immerhin weltweit anerkannte Hochschulen und staatlich anerkannte Forschungsinstitute. Kleiner Wermutstropfen: bislang ist das Förderangebot beschränkt auf die Gebiete Mikro- und Nanotechnologie sowie innovative Werkstoffe.

Kommunikation als Plus

Wie innovativ und erfolgreich selbst ein Traditionsunternehmen mit klassischem Handwerkshintergrund sein kann, bewies gegen Ende der Veranstaltung Schreinermeister Eduard Brammertz. Kredit hin, Förderung her - für den agilen Aachener besteht das Hauptkapital eines Unternehmens immer noch in der Mitarbeiterschaft. Klare Ziele in Kommunikation und Menschenführung verhalfen seiner Firma in der jüngsten Vergangenheit unter anderem zu international renommierten Aufträgen, Auszeichnungen der Bundeskanzlerin und zu einer Unternehmenskultur, auf die der motivierende Firmeninhaber offensichtlich äußerst stolz ist.

Gewürdigt wurde am Dienstag auch das 20-jährige Bestehen des Gewerbe- und Technologiezentrums (GeTeCe) an der Gartenstraße. Bürgermeister Rudi Bertram wies erneut darauf hin, dass das GeTeCe auch ohne Landesmittel-Förderung bereits zwei Jahrzehnte eine erfolgreiche Ausgangsbasis für Gründer und Innovatoren darstellt. GeTeCe-Geschäftsführer Dietmar Röhrig zeigte sich zufrieden mit dem 3. Mittelstands- und Existenzgründungsforum: „Die Resonanz bei den Teilnehmern war sehr gut. Fortsetzung folgt.”
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