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„Eventhalle“ mit großem Fragezeichen

Von: Rudolf Müller
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Der in Stolberg ansässige Unternehmer Ali Akbas hat dieses Areal an der Stolberger Straße erworben. Ob dort eine Veranstaltungshalle entstehen wird, ist noch völlig offen. Foto: Rudolf Müller
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Akbas und sein Partner Hidayet Celik sind Besitzer der Stolberger Stadthalle, in der fast jedes Wochenende Veranstaltungen wie Hochzeitsfeiern mit Hunderten Gästen stattfinden. Foto: Rudolf Müller
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Auf dem Papier gibt es sie bereits: zwei Hallen samt Wohnungen und Tiefgarage. Ob sie realisiert werden, weiß auch Ali Akbas nicht sicher. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Fast 7000 Quadratmeter groß ist das Grundstück an der Stolberger Straße, gleich gegenüber der Einmündung Alte Rodung, dessen Vermarktung lange Zeit mit großen Tafeln am Straßenrand beworben wurde. Jetzt ist es verkauft.

Neuer Eigentümer ist Ali Akbas. Der 52-Jährige lebt seit 1980 in Deutschland, besitzt in Bergheim mehrere Mietobjekte und ist seit 2005 Besitzer der Stolberger Stadthalle. Die wird inzwischen von seinem Sohn Hakan gemeinsam mit Ali Akbas' Partner Hidayet Celik betrieben und hat als Veranstaltungshalle vor allem für türkische Hochzeiten mit einigen hundert Gästen weithin Bekanntheit erlangt.

Die Halle ist fast jedes Wochenende ausgebucht, bestätigt Celik. Grund genug also, an der Stadtgrenze von Stolberg und Eschweiler eine zweite „Eventhalle“ zu bauen? Mal sehen, sagt Ali Akbas. Noch stehe nicht fest, was endgültig mit dem Gelände geschehen soll. Bislang hat ein Langerweher Architekt für den Stolberger Investor dort zwei Hallen geplant.

In der von der Stolberger Straße aus gesehen linken Halle, der auch eine Wohnung zugeordnet wird, will sich eine Firma für Gartenbauelemente einmieten, berichtet Ali Akbas. Die rechte – immerhin 35 mal 43 Meter und damit mehr als 1500 Quadratmeter groß – soll zunächst als Lagerhalle hergerichtet werden. Ob da später eine Veranstaltungshalle draus werde, das sei völlig offen. Fest stehe, dass die Halle in dem zur Inde hin abschüssigen Gelände auf Säulen errichtet werden soll, die die Anlage zahlreicher Parkplätze unter dem dann auf Straßenniveau liegenden Gebäude gewährleisten.

Weitere Stellplätze hat der Architekt entlang der Stolberger Straße vorgesehen. Aber wie gesagt: „Noch ist alles in Überlegung.“ Auch wenn sich ein Architekt des Areals bereits angenommen hat: „Ich bin Geschäftsmann. Wenn mir jemand die Hälfte des Grundstücks oder meinetwegen auch das ganze zu einem guten Preis abkaufen will, dann kann er es haben.“

Ob künftig hier türkische Großhochzeiten gefeiert werden, ist auch aus planungsrechtlicher Hinsicht völlig offen: Das Areal, das von städtischem Gelände eingerahmt wird, ist Gewerbegebiet. Bei einem konkreten Bauvorhaben allerdings müsste ein Bebauungsplan entwickelt werden, dessen Kosten der Investor zu tragen habe, betonte Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde schon vor Monaten. Kosten und Zeitaufwand hätten etliche Interessenten, die dort unterschiedlichste Objekte hätten bauen wollen, abgeschreckt.

Im Sommer hatten gleich zwei türkische Investoren Interesse bekundet, hier eine „Eventhalle“ zu errichten. Wenn es auch bislang keine konkrete Bauvoranfrage gegeben hatte, hielt Gödde „den Bau einer solchen Halle dort theoretisch für durchaus möglich“. Göddes Stolberger Amtskollegen hatten sich weniger positiv geäußert: Ali Akbas hatte wie auch ein zweiter türkischer Investor Interesse am Erwerb des früheren „Praktiker“-Baumarkts im Gewerbegebiet Steinfurt gezeigt.

Die Stadt winkte ab: Eine Veranstaltungshalle sei dort nicht zu realisieren, hieß es, das Gewerbegebiet sei ausschließlich Handwerk und Industrie vorbehalten. Kurz: Kultur hat im Gewerbegebiet nichts zu suchen. Also ließ Akbas die Finger davon.

Wenn er sich auch noch nicht ganz im Klaren ist, was er nun konkret mit dem 7000-Quadratmeter-Areal am Rand der Indeauen anfangen soll – was er mit der Stolberger Stadthalle vorhat, das steht fest: Gemeinsam mit Partner Hidayet Celik will er die Halle, die im Parterre rund 600 und auf der Galerie weitere 200 Sitzplätze aufweist, aufwendig ausbauen und zu einem gastronomischen Mittelpunkt der Kupferstadt machen.

Neben der Halle soll ein weiterer Anbau entstehen, der Platz für Veranstaltungen mit rund 80 Personen besitzt. Damit reagiert Akbas auf die wiederholten Anfragen vor allem deutscher potenzieller Kundschaft, der die eigentliche Halle viel zu groß ist. Und vor die Halle soll ein großer, zweistöckiger Glasanbau gesetzt werden, der ganztägig gastronomische Angebote für jedermann vom Frühstück bis zum Abendessen beinhaltet. Ein Blickfang für Stolbergs sich herausputzende Mitte.

Noch liegen die Antragsunterlagen bei der Stadt, auf deren Kooperation Akbas baut: „Wenn wir das realisieren, schaffen wir hier in der Innenstadt ein ganz anderes, positives Klima.“ Der 52-jährige Vater von vier Kindern hat sich – obschon er seit 2002 einen deutschen Pass hat – einen Ausspruch des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau auf die Fahnen geschrieben, der sinngemäß sagte: „Es ist nicht wichtig, Deutscher zu sein. Wichtig ist, etwas für Deutschland zu tun.“

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