Evangelische Kirchengemeinde feiert Jubiläum des Gotteshauses

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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„The Trinity Gospel Company Eschweiler“ unter der Leitung von Kantor Gerhard Behrens gestaltete am Sonntag den Festgottesdienst in der Dreieinigkeitskirche mit, zu dem auch Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche, sprach. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Mit Festgottesdienst und Empfang feierte die Evangelische Kirchengemeinde Eschweiler am Sonntag das 125-jährige Bestehen der Dreieinigkeitskirche. Ein wenig war es so, wie es vor 125 Jahren gewesen sein muss. Wie damals war die Kirche mit Besuchern überfüllt, wie damals sang die Gemeinde zum Beginn des Gottesdienstes „O heilger Geist, kehr bei uns ein“.

Auch das Schlusslied „Nun danket alle Gott“ und das Thema der Predigt waren die gleichen wie am 4. Februar 1892. Pfarrer Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, sprach über die ersten Verse des 103. Psalms: „Lobe den Herrn, meine Seele“. Diese Psalmworte nachzusprechen, sagte er, fällt bei einem Jubiläum leicht, aber manchmal im Leben auch schwer. Manchmal ist das Leid im Leben größer als die Freude, und es gebe Situationen, in denen das Gotteslob nur sehr leise oder fast gar nicht über die Lippen kommt. Doch „als Christen vertrauen wir darauf, dass uns nichts trennen kann von der Liebe Gottes.“

Die Ökumene, das gemeinsame Wirken der evangelischen und katholischen Christen in Eschweiler, war in der Predigt des Präses und auch beim anschließenden Empfang im Martin-Luther-Haus ein bestimmendes Thema. „Es verbindet uns mehr, als was uns trennt“, freute sich Präses Rekowski. Er nannte dabei besonders den Pfarrer der katholischen Gemeinde Heilig Geist, Hannokarl Weishaupt, der auch am Festgottesdienst am Sonntag teilnahm und, ebenso wie Schwester Martina Kohler von St. Peter und Paul, einige Fürbitten sprach.

Sichtbarster Ausdruck der seit Jahren in Eschweiler gepflegten guten ökumenischen Beziehungen der Konfessionen ist die gemeinsame Nutzung der Kirche St. Barbara im Stadtteil Pumpe-Stich. Seit der Schließung der Friedenskirche feiern dort auch die evangelischen Christen ihre Gottesdienste. Möglicherweise macht dieses Modell Schule. Bei ihm, so berichtete der für den Südteil der Stadt zuständige evangelische Pfarrer Thomas Richter nach dem Gottesdienst, habe sich bereits eine Gemeinde aus dem Ruhrgebiet gemeldet. Auch dort wolle man Kirchen zusammenlegen. Richter lachend zu Pfarrer Weishaupt: „Vielleicht kriegen wir ja dafür mal einen Orden!“

Das gute Verhältnis hat Tradition, weiß Dieter Sommer, der Pfarrer der Dreieinigkeitskirche. Schon 1786, als die evangelischen Christen erstmals eine Kirche in Eschweiler bauten, wurden sie dabei mit Spenden der katholischen Bevölkerung unterstützt. In seinem Grußwort beim Empfang nach dem Jubiläums-Gottesdienst hoffte Weishaupt darauf, dass die Konfessionen weiter aufeinander zu wachsen. Wichtig sei es, das Gemeinsame hervorzuheben, wie es schon Präses Rekowski getan hat, der von dem gemeinsamen Auftrag sprach, in Zeugnis und Dienst auf die Menschen zuzugehen. Vielleicht, so Pfarrer Weishaupt, „können wir eines Tages auch gemeinsam Eucharistie feiern. Da glaub ich fest dran, weil Christus es will.“

Die Möglichkeit, gemeinsam Abendmahl zu feiern, gab es am Sonntag jedenfalls schon in der Dreieinigkeitskirche. „Eingeladen ist, wer getauft ist“, lud Pfarrer Thomas Richter, derzeit Leiter des Presbyteriums der Evangelischen Gemeinde Eschweiler, alle Gläubigen gleich welcher Konfession zum Empfang des Sakramentes ein. Während die Teilnehmer des Abendmahls nach vorn strömten, sang der Gospelchor der Gemeinde.

Nicht nur die Kirche am Martin-Luther-Platz, auch die Kantorei der Gemeinde feierte am Sonntag das 125-jährige Bestehen. Der Gospelchor „The Trinity Gospel Company Eschweiler“, geleitet von Kantor Gerhard Behrens, gestaltete den Festgottesdienst musikalisch, im Wechsel mit dem Posaunenchor. Ihn gibt es erst seit fünf Jahren, geleitet wird er von Marita Ehm.

Beim Empfang würdigte Bürgermeister Rudi Bertram das Wirken der Evangelischen Gemeinde: „Menschen anzusprechen in ihren Alltagssorgen und ihnen Orientierung zu geben, dazu gehören auch die Kirchen.“ Herzliche Dankesworte gab es für die vielen ehrenamtlichen Helfer aus der Gemeinde, ohne die das Jubiläum nicht hätte begangen werden können. Von der Pfarre St. Peter und Paul wurde ein Bild als Geschenk überreicht. Die beiden Pfarrer der evangelischen Nachbargemeinden, Wolfgang Theiler (Weisweiler/Dürwiß) und Daniel Müller-Thor (Inden/Langerwehe) überreichten als Jubiläumsgabe eine Martin-Luther-Osterkerze.

Eine kleine Ausstellung im Gemeindesaal zeigte, wie sich Kinder die Zukunft der Dreieinigkeitskirche und der Evangelischen Gemeinde vorstellen. Mit Bastelarbeiten und mit Texten auf einem Plakat machten sie ihre Wünsche deutlich. Sie reichten von „eine Rutsche vom Kirchturm“ bis zu „freie Gespräche über Themen in kleinen Gruppen“. Auch auf die Frage, wie man theologisches Wissen unter den jungen Gläubigen fördert, hatten die Kinder einen Vorschlag: „Eine Carrerabahn, die erst fährt, wenn man Rätsel zur Bibel und zu Gott gelöst hat.“

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