Evangelische Gemeinde feiert dreitägiges Jubelfest

Von: mic
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Bild 1: Die „Trinity Gospel Company” darf bei keinem Fest der Evangelischen Kirchengemeinde fehlen und erntete viel Applaus. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Mit einem dreitägigen Fest hat die Evangelische Kirchengemeinde Eschweiler am Wochenende ein besonderes Jubiläum gefeiert. Vor 400 Jahren begann die lange gemeinsame Geschichte des Gemeinde- und Schullebens der Protestanten in der Indestadt.

Reformierte gab es schon recht früh in Eschweiler; ihre erste Erwähnung fanden sie um 1570. Laut der Gemeindechronik begann ein Lehrer namens Adam Marcks Ende 1609 in Eschweiler zu unterrichten, weil die reformierte Gemeinde großen Wert auf eine konfessionelle Schule legte.

Ab 1609 wurden auch protestantische Gottesdienste in privaten Häusern am Marktplatz abgehalten. Aus den Anfängen vor 400 Jahren hat sich ein lebendiges Miteinander von Gemeinde- und Schulleben entwickelt, das am Wochenende unter dem Motto „Gemeinsam unter Gottes Segen” gebührend gefeiert wurde.

Den Auftakt hatte am Freitag ein Gottesdienst der Evangelischen Grundschule im Schulzentrum an der Jahnstraße gemacht, dem eine Aufführung der Kinder aus dem Familienzentrum Jahnstraße folgte.

Anschließend verbrachten die großen und kleinen Besucher bei Leckerem vom Grill und reichlich Spielmöglichkeiten noch einen schönen gemeinsamen Nachmittag.

Einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten folgte am Samstagabend mit einem in der Tat vergnüglichen und in seiner Zusammenstellung nicht alltäglichen Konzert in der Dreieinigkeitskirche. Kantor Gerhard Behrens hatte analog zur gemeinsamen Geschichte von Evangelischer Gemeinde und Schule in Eschweiler Orgel- und Chormusik der vergangenen 400 Jahre beispielhaft ausgewählt und vorbereitet.

Gerhard Behrens als Solist an der Orgel sowie das Vokalensemble und die „Trinity Gospel Company” unter der Leitung des Kantors nahmen die vielen Besucher am Samstag mit auf eine musikalische Reise im Zeitraffer, die - einmal besinnlich, einmal beschwingt - in begeisterten Applaus mündete.

Als Beispiele für die musikalischen Darbietungen seien das frühe Orgelwerk „Te manem laudum carmine” von Michael Prätorius, „Jesus bleibet meine Freude” aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben” von Johann Sebastian Bach sowie das Traditional „We shall overcome” aus den 60er Jahren genannt.

Eigens für das Konzert hatten die Film- und Fotofreunde Eschweiler eine Bilderschau kreiert, die jeweils zur Musik auf einer Leinwand über dem Altar betrachtet werden konnte. Auch hier war der Gedanke einer Zeitreise umgesetzt, denn es gab unter anderem wunderschöne Naturaufnahmen im Wandel der Jahreszeiten zu sehen. Besonders beeindruckten Fotos der Dreieinigkeitskirche, die viele Details und Blicke aus ungewohnten Perspektiven zeigten.

Zwischen den musikalischen Blöcken sorgten Pfarrer Dieter Sommer und Militärseelsorgerin Sabine Griese für viel Heiterkeit. Als „Loki und Smoky”, eine aus der WDR-Sendung „Mitternachtsspitzen” bekannte Parodie auf Altbundeskanzler Helmut Schmidt und seine Frau Loki, stellten sie in kurzen und mit Spitzen durchsetzten Dialogen ihre Sicht der geschichtlichen Entwicklung von Gemeinde und Schule dar. „Loki, frag mich doch mal was.” „Was ist uns denn von Napoleon geblieben?” „Die Hausnummer.” „Die Hausnummer?” „Ja, die Dreieinigkeitskirche ist die Nummer 1.” Tatsächlich trägt das Kirchengebäude diese Hausnummer. Zum Schluss stießen „Loki und Smoky” mit Sekt „auf das 400.” an und verabschiedeten sich von den Besuchern mit den Worten: „Bis zum 500.!” Diese dankten es allen Akteuren mit tosendem Beifall und sangen zum Schluss gemeinsam das Lied „Viel Glück und viel Segen”.

Die Jubiläumsfeier fand am Sonntagmorgen mit einem Festgottesdienst ihren Fortgang, der musikalisch vom Singkreis der Kantorei gestaltet wurde. Die Predigt hielt Superintendent Jens Sannig. Anschließend war Tag der Begegnung im Martin-Luther-Haus, wo die vielen Festbesucher unter anderem die Zirkusschule der Kinder aus der „Oase” und eine Aufführung der Tagesstätte „Kinderburg” erlebten.

„Tanzend von Land zu Land” entzückten die kleinen Darsteller ihre Zuschauer und verbreiteten viel Frohsinn. Der Mittagstisch war in Form eines Buffets reich gedeckt, zu dem die Mitarbeiterinnen und Mütter des Familienzentrums Jahnstraße mit leckeren Spezialitäten aus Marokko, der Türkei und Südwestafrika aufwarteten.
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