Europaschule Langerwehe diskutiert mit Europaabgeordneter Verheyen

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Schüler der Europaschule Langerwehe diskutierten mit der Europaabgeordneten Sabine Verheyen über viele Themen. Foto: Europaschule

Langerwehe. „Wie stehen Sie zur Flüchtlingspolitik von Frau Merkel? Was halten Sie von dem Flüchtlingsabkommen zwischen Deutschland und der Türkei? Welche Folgen bringt die Krise des Asylsystems für die Bürger der EU mit sich?“

Diesen und weiteren Fragen aus anderen Themenbereichen, etwa zur Eurokrise, zum Syrienkonflikt, zum Brexit und auch zu Donald Trump hat sich Sabine Verheyen gestellt, als sie auf Einladung zweier Oberstufenkurse der Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe Q2 unter Leitung von Studienrat Sebastian Klüsener an der Europaschule Langerwehe mit Schülern diskutierte.

EU-Parlamentarierin Sabine Verheyen, von 1999 bis 2009 Bürgermeisterin der Stadt Aachen, ist Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP, Christdemokraten) und seit 2014 Sprecherin der EVP-Fraktion im Ausschuss für Kultur und Bildung sowie stellvertretende Vorsitzende in der Delegation für die Beziehungen zu Südafrika. Als Stellvertreterin ist sie im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Seit 2014 ist sie auch stellvertretendes Mitglied in der Delegation für die Beziehungen zu Chile und in der parlamentarischen Versammlung EU-Lateinamerika.

Politische Visionen

Die Schüler aus Langerwehe hatten sich im Vorfeld intensiv auf ihre Begegnung mit der EU-Parlamentarierin vorbereitet und Fragen erarbeitet. Als dann der Tag des Besuchs gekommen war, begann dieser zunächst mit einem Planspiel zur Asylpolitik, bei dem die Kursteilnehmer als Mitglieder des Europäischen Parlaments, als Minister im Rat der Europäischen Union und als Vertreter der Europäischen Kommission über die Zukunft der europäischen Asylpolitik verhandeln sollten.

Sabine Verheyen ging dann routiniert auf die Fragen ihrer Zuhörer ein, legte ihre politischen Visionen dar und erklärte, warum ein geeintes Europa trotz aller Probleme so wichtig für die Zukunft seiner Bewohner sei, dass es sich lohne, sich dafür einzusetzen: für eine EU, die in der Weltpolitik mit einer Stimme spreche und gleichzeitig die Eigenständigkeit und die Vielfalt der Regionen in Europa erhalte; für einen starken Euro als Garant für wirtschaftliche Stabilität gerade in schwierigen Zeiten; für die Stärkung der sozialen Marktwirtschaft und eine bessere europäische Finanzmarktregulierung zur Sicherung der Wirtschaftsordnung und zur Bekämpfung von Marktexzessen; für den Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, zum Beispiel im Bildungs- und Wirtschaftsbereich oder im Hinblick auf die Kriminalitätsbekämpfung; für die vollständige Integration der jungen EU-Mitgliedstaaten, bevor eine erneute EU-Erweiterung vorangetrieben werden könne; für die Stärkung des ländlichen Raumes und der Landwirtschaft zum Schutz und zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

Neben diesen wichtigen Punkten liege ihr aber vor allem die Schaffung eines bürgernahen Europa am Herzen. Für viele Menschen sei die Arbeit des europäischen Parlaments und der anderen europäischen Institutionen weit weg. Diese „emotionale Distanz“ müsse dringend abgebaut werden. Deswegen sehe sie ihre Hauptaufgabe in Brüssel darin, eine stärkere Verknüpfung von kommunaler und europäischer Ebene zu erreichen. Für ihren Besuch erhielt Sabine Verheyen viel Applaus.

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